Debatte zur Zukunft der Grundschule Traunwalchen

Flüchtlingskinder, Jugendhilfe oder Schulsanierung?

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Nach der Zustimmung des Traunreuter Stadtrates werden zumindest bis 2020 zwölf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Grundschule wohnen. 

Traunreut - Schon wohnen in der Traunwalchener Grundschule unbegleitete Flüchtlingskinder - sollte man dies fortsetzen oder wird die geplante Schulsanierung dann nur noch weiter hinausgeschoben?

Es war eine Spontanaktion des Landratsamtes: Im vergangenen Sommer wurde die Carl-Orff-Schule Traunwalchen aus der Not heraus mit 16 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen belegt - es sollte eine Übergangseinrichtung sein. Nun wollte der Landkreis die Nutzungsdauer von drei auf fünf Jahren verlängern und aus der Einrichtung gleich eine reguläre Jugendhilfeeinrichtung machen. 

Der Traunreuter Stadtrat war am Dienstag gespalten: Unter der Voraussetzung, dass auch weiterhin nur Flüchtlingskinder untergebracht sind, wurde der Vertragsverlängerung bis August 2020 knapp zugestimmt, mit 16:13 Stimmen. Die Befürchtungen von Norbert Wolf vom Jugendamt im Landratsamt, werden sich wohl nicht bewahrheiten: "In Italien stehen die Flüchtlinge schon wieder vor der Tür, das Problem mit der Unterbringung wird wieder kommen. Wenn wir dann wieder mit Provisorien arbeiten, haben wir kein höheres Maß an Sicherheit."

Die Bedenken vieler Stadträte hatten zwei Gründe:

- Eine reguläre Jugendhilfeeinrichtung, wie vom Landkreis gewünscht, sehen viele kritisch. Schwer erziehbare Jugendliche, die jetzt noch verstreut in Kinderheimen, im Löhe-Zentrum oder in Familien leben, könnten dann gesammelt nach Traunwalchen kommen. 

- Schon seit acht Jahren liegen eigentlich Pläne zur Sanierung der Traunwalchener Grundschule in der Schublade - doch immer wieder wurden die Arbeiten hinausgeschoben. Auch aus der eigentlich heuer geplanten Sanierung wird wieder nichts. "Das mit den Flüchtlingskindern dort funktioniert bestens, sie sind gut integriert. Aber das ist immer noch eine Grundschule, die für die Schulkinder da sein soll", so beispielsweise Stadtrat Johann Jobst. 

Umbauarbeiten werden nötig

Damit auch in den kommenden Jahren die unbegleiteten Flüchtlingskinder in Traunwalchen betreut werden können, muss aber trotzdem gebaut werden in der Schule: Trennwände in einigen Räumen, um Schlafgelegenheiten zu schaffen oder Schlafräume und Toiletten für die Erzieher. Die Kosten übernimmt das Landratsamt. 

Nach der Zustimmung des Stadtrates werden nun zwölf, statt bisher 16 Flüchtlingskinder in Traunwalchen unterkommen. Jeder, der volljährig wird, muss die Einrichtung verlassen. Im Landratsamt rechnet man aber damit, dass schon im Oktober der Freistaat vom Bund wieder unbegleitete Flüchtlingskinder zugewiesen bekommt - "Nachrücker" für Traunwalchen würden dann also parat stehen. 

xe

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