Rund 1,8 Millionen Euro verplant

Freibadsanierung: Was gemacht und was gelassen wird

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Traunreut - Viel wäre möglich, aber nur ein Teil wird auch umgesetzt: 1,8 Millionen Euro werden ins Franz-Haberlander-Bad investiert - auch eine ganzjährige Gastronomie schwebt Manchem vor.

Im letzten Jahr wurden in ein neues Freizeitbecken im Franz-Haberlander-Freibad 1,3 Millionen Euro investiert .In Kürze steht die Sanierung des Treppenaufgangs zur Wasserrutsche bevor, die mit weiteren rund 150.000 Euro zu Buche schlagen wird. Um die Maßnahme überhaupt durchführen zu können, muss zunächst eine „Baustraße“ für über 37.000 Euro eingerichtet werden. Diese „Baustraße“, die über die Sonnenstraße auf das Freibadgelände geführt werden soll, kommt allerdings den weiteren Sanierungsmaßnahmen zu Gute, die in den nächsten Jahren je nach Haushaltslage durchgeführt werden sollen. Darauf verständigte sich der Stadtrat in seiner Sitzung.

Priorität hat die Badewassertechnik, die im Herbst nächsten Jahres ertüchtigt werden soll. Wie der zuständige Planer Norbert Schöfer vor dem Gremium mitteilte, entspreche die Filteranlage in dem unterirdischen Technikgebäude nicht mehr dem heutigen Standard. Um eine neue und größere Filteranalage zu installieren, soll auf das unterirdische Gebäude ein zusätzliches Technikgebäude gebaut werden. Der Rohbau könnte noch im Herbst nächsten Jahres erstellt werden und über den Winter könnte der Ausbau erfolgen. Die Kosten werden auf rund 1,8 Millionen Euro geschätzt, wobei allein die technischen Einrichtungen mit rund 900.000 Euro zu Buche schlagen werden. Die Anregung von Herbert Kusstatscher (SPD), die Erneuerung der Badewassertechnik nicht mehr auf die lange Bank zu schieben, zumal es in der Anlage offenbar auch einen Brand gegeben habe, wurde einstimmig mitgetragen. Nach dem die städtischen Bäder (Freibad und Hallenbad) im nächsten Jahr den Stadtwerken zugeordnet werden sollen, vertrat Sepp Winkler (Bürgerliste) die Ansicht, so lange zu warten, bis die Übergabe an die Stadtwerke erfolgt ist. Nach Angaben der Verwaltung soll das Kapital des städtischen Haushalts im Herbst nächsten Jahres an die Stadtwerke übergeben werden.

Damit wird noch gewartet

Als nächste Maßnahme wäre geplant, das Schwimmer- und Springerbecken einschließlich der Sprunganlage zu sanieren. Das Becken sei zwar gut gewartet, entspreche aber ebenfalls nicht mehr dem heutigen Standard, sagte Schöfer. Als nicht mehr normgerecht bezeichnete er die Eintauchtiefen des Beckens, das auf Anraten des Architekten ebenso wie das neue Freizeitbecken in Edelstahl ausgeführt werden sollte. Um das Becken attraktiver zu machen, schwebt dem Architekten zum Beispiel eine Kletterwand vor. Auf Wunsch des Stadtrats sollten die Höhen des Sprungturms  – Ein- Zwei- und Dreimeterbrett - erhalten bleiben. Sinnvoll wäre es, im Zuge dieser Maßnahme auch gleich die Durchschreitebecken und die Plattform beim Badeaufsichtshäuschen mit zu erledigen. Bei der Plattform sollten zumindest die Fugen verschlossen und gegebenenfalls die Stufenkonstruktion mit saniert werden. Die anfallenden Kosten für die Erneuerung des Schwimmerbeckens und der Sprungturmanlage inklusive der Badetechnik würden sich bei 2,1 Millionen Euro bewegen. Hinzu kämen rund 230.000 Euro für die Sanierung der Plattform.

Eine Sanierung des rund 60 Quadratmeter großen Kinderbeckens sei im Moment nicht vordergründig, sagte Schöfer. Aber in vier bis fünf Jahren sollte auch dieses Becken saniert und mit Edelstahl oder Keramik ausgekleidet werden. Nach den jetzigen Kostenschätzungen würde eine Keramik-Auskleidung des Kinderbeckens rund 346.000 Euro kosten und eine Auskleidung in Edelstahl 530.000 Euro. Ein sogenanntes Laminat-Becken (Kunststoffbeschichtung), das Reinhold Schroll (CSU) als Alternative vorschlug, würde zwar günstiger kommen, würde aber durch das Eindringen von Wasser zu Problemen führen, so Schöfer. Um auch hier die Attraktivität zu erhöhen, schlägt der Architekt einen adäquaten Wasserspielplatz vor.

Gastronomie für das ganze Jahr?

Als letzter Punkt steht eine Sanierung oder ein Neubau des Umkleidegebäudes auf der Agenda. Das Umkleidegebäude sei zwar relativ gut gepflegt und durchaus noch ein paar Jahre haltbar, bestätigte Schöfer. Allerdings weisen die sanitären Anlagen große Defizite auf. Eine Sanierung des Gebäudes würde in seinen Augen keinen Sinn machen, weil heutzutage Umkleidegebäude in dieser Größenordnung ohnehin nicht mehr gebaut würden. Sein Vorschlag wäre, das bestehende Umkleidegebäude abzureißen und auf Höhe des Fahrradstellplatzes in Richtung Wohnbebauung ein neues, ebenerdiges Gebäude mit allen Funktionen und einem Kiosk zu bauen. Hier wäre auch zu überlegen, in den Neubau eine externe Gastronomie zu berücksichtigen, die nicht nur während des Badebetriebes, sondern auch außerhalb der Freibadsaison geöffnet ist. Die Kosten für beide Lösungen würden sich bei 1,8 beziehungsweise 2,5 Millionen Euro bewegen.

Ein Problem, das noch genauer überprüft werden muss, ist die Verkehrsführung. Nach Angaben von Martin Czepan (Grüne) sei die Verkehrsführung im Bereich des Freibades ohnehin ein Thema, bei dem im Zuge der Sanierungsmaßnahmen unbedingt eine dauerhafte und zufriedenstellende Lösung gefunden werden müsse. Ernst Ziegler (SPD) erinnerte daran, dass sich die Sozialdemokraten schon immer für eine Zusammenführung beider Bäder ausgesprochen hätten. „Dann könnte auch eine Gastronomie übers ganze Jahr funktionieren.“ Rechnet man die bereits durchgeführten Sanierungsmaßnahmen und die noch ausstehenden Sanierungen zusammen, kommt unterm Strich ein Betrag von über acht Millionen Euro heraus.

ga

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