Nach Unfall am Sonntag mit angefahrenem Fußgänger

"Es war unfassbar": Hat die Polizei getrödelt?

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Traunreut - Ein Auto fuhr ihn am Zebrastreifen an, er krachte heftig gegen die Windschutzscheibe: Ein 36-Jähriger wurde am Freitag mittelschwer verletzt - doch nun macht eine Leserin der Polizei schwere Vorwürfe.

Als "unfassbar" beschreibt unsere Leserin das, was sie am vergangenen Freitag kurz vor 16 Uhr in Traunreut erlebt hat: Aus einem Haus an der Werner-von-Siemens-Straße beobachtete sie den schrecklichen Unfall. Ein 36-jähriger Traunreuter wurde beim Überqueren des Zebrastreifens an der Traunpassage von einem Auto übersehen und voll erwischt. Er wurde über die Motorhaube auf die Windschutzscheibe geschleudert und fiel zurück auf die Straße: "Ersthelfer waren sofort zur Stelle, aber die Person lag regungslos im Regen", so unsere Leserin. Doch die Einsatzkräfte hätten sich viel zu viel Zeit gelassen.

Unfall mit Fußgänger an Zebrastreifen

Als auch zehn Minuten nach dem Unfall weder Polizei noch Rettungsdienst am Unfallort gewesen seien, sei sie skeptisch geworden und hat um 16.02 Uhr selbst die 110 gewählt: "Trotzdem vergingen wieder fast zehn Minuten, bis die Polizei eintraf. Dann sah es aus, als wären sie eher zufällig vorbeigekommen, da sie sich ohne Blaulicht in den Stau eingereiht hatten und wenige Minuten später kam der Rettungswagen."

Das sagt die Polizei zu den Vorwürfen

Der Screenshot des Handys der Leserin beweist: Um 16.02 Uhr rief sie bei der Traunreuter Polizei an. Doch da war Hilfe wohl bereits unterwegs.

Hat die Traunreuter Polizei da etwa getrödelt? Von der Polizeistation bis zum Unfallort sind es keine 300 Meter und die Einsatzkräfte hätten insgesamt rund 20 Minuten gebraucht? Stationsleiterin Patricia Willinger holt im Gespräch mit chiemgau24.de eigens das Einsatzdokument heraus, in dem die einzelnen Schritte aufgezeichnet sind: "Um 16.02 Uhr haben wir in der Polizei einen Notruf bekommen, das stimmt. Aber um 16.07 Uhr waren wir schon am Unfallort."

Entscheidend sei aber, dass der Rettungsdienst da bereits vor Ort gewesen sei: "Um 15.58 Uhr bekam die Leitstelle in Traunstein den ersten Notruf, gleich nach dem Unfall." Wenige Minuten darauf hätten sich die Sanitäter also bereits in der Werner-von-Siemens-Straße befunden. Dass die Beamten also unbekümmert 20 Minuten nach dem Unfall eintrafen, ohne dass der Rettungsdienst bereits vor Ort gewesen sei, streitet die Stationsleiterin ab: "Das kann nicht sein."

Nicht immer ist Blaulicht nötig

Und dass sich die Beamten ohne Blaulicht in den Stau eingereiht hätten? "Nicht jeder Einsatz wird mit Blaulicht gefahren", bestätigt Willinger. Wichtiger sei, ob der Rettungsdienst schon an Ort und Stelle ist - und das sei am Freitag in Traunreut ja bereits der Fall gewesen: "Das hat Priorität."

Der 36-jährige Traunreuter, der von einem 82-Jährigen vor der Traunpassage angefahren wurde, scheint dagegen glimpflich davongekommen zu sein: Die Delle im Renault und die gesprungene Frontscheibe zeugen davon, wie schwer der Aufprall gewesen sein muss - doch der Traunreuter musste "nur" mit Verdacht auf einen gebrochenen Unterschenkel ins Krankenhaus eingeliefert werden.

xe

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