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Trauna-Einkaufscenter: Mehr Leben durch Bücherei?

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Seit Jahren steht die Trauna-Passage fast leer - wird sie durch eine Bücherei wieder mehr Leben bekommen?

Traunreut - Für die städtische Bibliothek soll eine Immobilie im Trauna-Einkaufscenter angemietet werden- könnte so mehr Leben in die fast leerstehende Ladenpassage kommen?

Der Traunreuter Stadtrat hat sich in seiner Sitzung mehrheitlich dafür ausgesprochen, für die städtische Bibliothek eine Immobilie im sogenannten Trauna-Einkaufscenter an der Kantstraße anzumieten. Das Mietobjekt ist aber mit Auflagen verbunden, die sowohl von der Stadt als auch von der Eigentümergemeinschaft zunächst noch erfüllt werden müssen. Die Bücherei in der seit Jahren fast leer stehenden Ladenpassage könnte auch ein Zugpferd für weitere Geschäfte sein.

Die besagte Immobilie verfügt über eine Größe von 900 Quadratmetern und wäre damit um ein Drittel größer, als die von der Stadt angemieteten Räume am Rathausplatz, in der die Bücherei seit rund zwei Jahren untergebracht ist. Wie mehrfach berichtet, stand in der vergangenen Legislaturperiode des Stadtrats ein Neubau für die Bücherei in der Diskussion. Bei einem Bürgerentscheid sprach sich die Traunreuter Bevölkerung aber gegen einen Neubau aus.

Als Übergangslösung für die Bücherei, die wegen des Neubaus des Dr. Johannes-Heidenhain-Gymnasiums dort nach 40 Jahren ausziehen musste, wurden Räume am Rathausplatz angemietet. Von vorneherein war aber klar, dass die Räume zu klein sind und nach einer anderen Lösung gesucht werden muss. Von den Freien Wählern, die jetzt auch den Bürgermeister stellen, wurde die leer stehende Passage (nicht zu verwechseln mit der Traun Passage) schon immer favorisiert, die jetzt auch im Zuge der Innenstadtsanierung im Rahmen der Städtebauförderung erneut auf den Prüfstand gestellt wurde.

Zwischenzeitlich wurden mit den Eigentümern, vertreten durch einen Generalbevollmächtigten, Gespräche und Mietpreisverhandlungen geführt. Über den Mietpreis wird Stillschweigen geübt. Nach Aussagen von Stadtrat Alfred Wildmann (FW) sei der Preis gerechtfertigt. Wildmann: „Der Mietpreis geht für Traunreuter Verhältnisse in Ordnung.“

Zunächst müssen aber grundsätzliche Voraussetzungen erfüllt werden: Von den Eigentümern ist eine rechtsverbindliche Erklärung zur Zustimmung der Tiefgaragenanbindung an die Munastraße vorzulegen. Aus Sicht der Stadtplanerin Professor Anne Beer wäre diese Maßnahme zwingend erforderlich. Nach Angaben der Stadtverwaltung habe der Immobilienverwalter der Stadt telefonisch zugesichert, dass mit der Zustimmung der Eigentümer für die Änderung der Tiefgaragenabfahrt gerechnet werden könne. Die Kosten müsste allerdings die Stadt tragen.

Des Weiteren muss die öffentliche Nutzung für den Durchgang zwischen der Kant- und Munastraße und dem Vorplatz durch eine Dienstbarkeit gesichert werden. Sollten die beiden Punkte erfüllt werden, soll eine konkrete Planung und Kostenschätzung für die Umgestaltung der Passage und der Tiefgaragenzufahrt mit Vorplatz in Auftrag gegeben werden, die dann dem Stadtrat zur Genehmigung vorgelegt werden muss.

Im weiteren Verlauf und der Bereitstellung von Haushaltsmitteln muss dann mit den Eigentümern eine Durchführungsvereinbarung abgeschlossen werden. Nach dem die Maßnahmen im Rahmen der Städtebauförderung umgesetzt werden soll, muss auch die Regierung von Oberbayern die Planung und Förderung genehmigen.

Wenn all diese Punkte unter Dach und Fach sind, soll von der Stadt ein Funktions- und Gestaltungskonzept in Auftrag gegeben werden. Der Fünf-Punkte-Katalog wurde nach kontroverser Diskussion mit 19:11 Stimmen abgesegnet.

Für Diskussionsstoff sorgte der Antrag des CSU-Fraktionsvorsitzenden Reinhold Schroll, der nach wie vor einen Neubau favorisiert und sich klar dazu bekannte: „Ich werde dem Beschlussvorschlag nicht zustimmen.“ Schroll forderte, dass der Fünf-Punkte-Katalog dahingehend erweitert werde, dass der Vermieter für Instandsetzungsmaßnahmen einen Baukostenzuschuss von 120.000 Euro zum Beispiel in Form einer Mietminderung leiste. Nach seinen Berechnungen müsse die Stadt annähernd 250.000 Euro investieren, damit die Immobile überhaupt genutzt werden könne. Hinzu kämen die Mietkosten, die im Vergleich zu einem Neubau auf die Jahre gerechnet unwirtschaftlich seien.

Laut Gemeindeordnung musste über den CSU-Antrag zuerst abgestimmt und dann über den Beschlussvorschlag der Verwaltung. Bürgermeister Klaus Ritter: „Uns muss schon klar sein, wenn der CSU-Antrag durchgeht, dass die Bücherei dann gestorben ist.“

Mit 15:15 Stimmen fiel die Entscheidung äußerst knapp zu Gunsten des Beschlussvorschlags der Verwaltung aus, der dann mit 19:11 Stimmen durchging. Ob die noch ausstehenden Vereinbarungen letztendlich auch Früchte tragen, muss sich erst noch zeigen.

Nicht alle Gremiumsmitglieder sind davon überzeugt, dass die Eigentümergemeinschaft die Forderungen auch mittragen werden. „Es wird schwierig werden, alle Eigentümer davon zu überzeugen“, vermuteten Johannes Danner (Bürgerliste) und Gretl Gieneiger (Grüne) am Rande der Sitzung.

Bürgermeister Ritter und seine Mitstreiter aus den Reihen der Freien Wähler hingegen, sind positiv gestimmt: „Es wäre eine Vitalzündung, wenn in die Passage wieder Leben kommt“,  sagte Ritter. Der Mietpreis liege im Ermessen und die Bücherei wäre ein Mosaikstein, meinte Ernst Biermaier. „Mir wäre ein Neubau lieber, weil die Wirtschaftlichkeit durch die Miete nicht gegeben sei“, sagte Sepp Winkler (Bürgerliste).

Auch die Illusionen, dass in die Passage auch andere Geschäfte rein gehen, teile er nicht. „Für mich ist das Ganze eine Zweckehe und keine Liebesheirat, die man jetzt eingeht.“ Ähnlich äußerte sich auch Christian Stoib (SPD). Er habe sich lange dagegen gesträubt, stimme unter den gegebenen Voraussetzungen aber zu. Johannes Danner gab zu verstehen, dass die Maßnahme auch unter dem Aspekt der Innenstadtsanierung zu sehen sei und damit auch im Interesse der Öffentlichkeit liege.

ga

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