Nach "Rundem Tisch" am Montag

Streit um Mammografie-Truck: Lösung gefunden?

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Traunreut - Etliche Privatpersonen und Vereine wollten den Organisatoren des Mammografie-Trucks unter die Arme greifen und für die Standgebühr aufkommen. Nun scheint eine Lösung gefunden:

Die Wellen schlugen vergangene Woche hoch beim Thema Mammamobil in Traunreut. Nun ist eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung in Aussicht. Der TuS Traunreut bietet einen Standort auf seinem Gelände an. Wenn alles klappt, könnte eventuell noch heuer ein Termin ermöglicht werden, an dem die Traunreuter Frauen sich dort dem Mammographie-Screening unterziehen können

Claudia Schmid, Vorsitzende des TuS Traunreut, war letzte Woche ein paar Tage in Urlaub, hat aber vor ihrer Abreise noch den Artikel über das Mammamobil gelesen. Sie habe sich gedacht, „es kann doch nicht sein, dass wir das nicht hinkriegen und das Mammamobil wieder nach Traunreut holen“. Bei einem Treffen mit Dr. Malik Englmaier von der zuständigen „MVZ Dres Englmaier Beratungsgesellschaft mbH“ aus Waldkraiburg am Montagabend unterbreitete sie den Vorschlag, einen Standplatz am TuS-Gelände zur Verfügung zu stellen. Geeignet wäre ihrer Meinung nach entweder der Platz vor der TuS-Halle oder neben der Sportplatzgaststätte. Das Mammamobil braucht lediglich einen Stromanschluss und Wasser, für das die Betreiber laut Dr. Engelmaier selbstverständlich die Kosten übernehmen.

Mehrere Vereine meldeten sich

Bereits im Vorjahr, als klar wurde, dass die Stadt Traunreut künftig Standgebühren berechnet, hat sich Dr. Engelmaier auf die Suche nach einer Alternative im Stadtgebiet gemacht. Dabei wurde unter anderem auch der TuS angefragt. Claudia Schmid hatte dem allerdings damals keine Bedeutung beigemessen, da sie den Hintergrund nicht kannte und der Meinung war, das Mobil für die Untersuchungen stehe doch am Rathausplatz ganz gut. 

Vergangene Woche hatten sich auf den Artikel hin sofort mehrere Vereine gemeldet, die die Gebühr übernehmen wollten. Dies war aber nicht im Sinne von Dr. Engelmaier, da die Bezahlung von Standgebühren, egal wer sie dann übernimmt, „Signalwirkung“  im Sinne eines negativen Vorbildes auf andere Städte und Gemeinden haben könnte. Bisher hätten immer wieder mal Gemeinden den Vorstoß gemacht, eine Gebühr zu verlangen. Nach einem klärenden Gespräch oder Brief hätten sie jedoch stets davon Abstand genommen. 

Zehn Euro Standgebühr sind noch gering

Seiner Erfahrung nach sind die genannten Gebühren von zehn Euro pro Tag in Traunreut auch gering im Vergleich zu anderen Kommunen. Eine Gemeinde habe in der Satzung einen Betrag von mehreren hundert Euro pro Woche stehen. „Wenn wir an allen Standorten bezahlen müssten, dann kämen da schnell mal 50.000 Euro im Jahr zusammen“, betont Dr. Engelmaier. 

Im Jahr 2008 wurde von seiner Firma das erste Mammamobil angeschafft, um den staatlichen Versorgungsauftrag in Südostoberbayern erfüllen zu können. Der erste Standort im Landkreis Traunstein war damals am Volksfestplatz in Traunreut. Schon zwei Jahre später wurde ein zweites Mammamobil angeschafft, um den Auftrag erfüllen zu können, alle über 100.000 Frauen zwischen 50 und 69 Jahren im zugeteilten Gebiet innerhalb von zwei Jahren zum Screening einladen zu können. Aufgrund dieses zweiten Mobils gibt es noch Kapazitäten und so hofft Dr. Engelmaier, noch heuer einen freien Termin zu finden, an dem Traunreut angefahren werden kann. 

Bürgermeister Ritter erleichtert

Zunächst werden seine Mitarbeiter bei einem Ortstermin die Gegebenheiten am TuS-Gelände überprüfen. Optimal wäre nach Ansicht des Arztes die Lage am Traunring, weil dort auch eine Haltestellte des Citybusses ist. Claudia Schmid wird zwischenzeitlich noch diejenigen Zeiten auflisten, an denen es aufgrund von sportlichen Ereignissen nicht möglich ist, das Mammamobil aufzustellen. Dr. Malik Engelmaier und Michaela Dreier, die Vorsitzende der Selbsthilfe Brustkrebs Chiemgau, freuen sich über die nun gefundene Lösung. Gerade der Standort Traunreut sei in der Vergangenheit immer sehr gut frequentiert worden und äußerst wichtig für die Vorsorge vor der gefährlichen Brustkrebserkrankung.

Auch Bürgermeister Klaus Ritter ist erleichtert und freut sich über die gute Nachricht: „Da sind wir jetzt alle glücklich, dass das Problem so harmonisch gelöst werden konnte.“ Ihn freue besonders, dass sich der TuS einmal mehr für die Stadt einsetzt, wofür er ausdrücklich dankt. Ebenso hofft er aber auf Verständnis für seine Position in der Angelegenheit.

mix

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