Aus dem Bauausschuss Traunreut

Kommt das "Haus für Kinder" an das "Ende der Welt"?

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In der Diskussion um ein geeignetes Grundstück für ein „Haus für Kinder“ in Traunreut ist jetzt im Bereich der Kolpingstraße eine Fläche im Gespräch. Die städtische Fläche befindet sich am westlichen Stadtrand im Anschluss an den Wertstoffhof. Der Bauausschuss hat sich damit ihn seiner Sitzung beschäftigt und mit knapper Mehrheit beschlossen, das Grundstück als „Stimmungsbild“ dem Stadtrat zu empfehlen.

Traunreut - Auf der Suche nach einem Alternativstandort für ein „Haus für Kinder“ in Traunreut, ist Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann auf ein städtisches Grundstück im Bereich der Kolpingstraße gestoßen.

Insgesamt sechs in Frage kommende Flächen hatte Gätzschmann auf Vorschlag der Verwaltung geprüft und bewertet. Am besten schnitt dabei das Grundstück im Bereich der Kolpingstraße ab, wobei dieses von der zentrumsnahen Lage etwas abweicht. Gretl Gineiger (Grüne) sprach in der Sitzung des Bauausschusses sogar vom „Ende der Welt". Der Bauausschuss hatte sich ein erstes Meinungsbild verschafft und mit knapper Mehrheit (6:5) beschlossen, den Standort auf der „grünen Wiese“ dem Stadtrat als „Stimmungsbild“ für die Sitzung am Donnerstag nächster Woche zu empfehlen. 
Bei den weiteren untersuchten Standorten, die vor der Sitzung von den Vertretern des Bauausschusses in Augenschein genommen wurden, handelt es sich um die städtischen Grundstücke am westlichen Sankt-Georgs-Platz, an der Bayernstraße (im Anschluss an die Polizei), in der Johann- Sebastian-Bach- Straße und im Haydn-Weg im Wohngebiet Weisbrunn-Waldfeld, sowie um ein Privatgrundstück westlich des Wohngebietes Weisbrunn-Waldfeld („Hochreiter Feld“).
Geprüft wurden dabei die Verfügbarkeit, Erreichbarkeit, Erschließung, städtebauliche Einbindung sowie die Freiflächen für eine Einrichtung mit 100 Plätzen. Das Umfeld des Grundstücks in der Johann- Sebastian-Bach-Straße/Ecke Eduard-Wiesmann-Straße , das von vorneherein im Gespräch ist und von den Freien Wählern weiter favorisiert wird, wurde gleichzeitig auf Anraten der Freien Wähler auch auf eine Wohnbebauung untersucht. Die Untersuchung hat jedoch ergeben, dass ein „Wohnen“ im Bereich des Grundstücks aus Immissionsschutzgründen nicht möglich ist.

Auf Anregung von Herbert Kusstatscher (SPD) sollen bis zur Stadtratssitzung auch konkrete Information vorliegen, aus welchem Stadtteil die Kinder kommen. „Bevor nicht geklärt ist, woher die Kinder kommen, kann ich die Empfehlung nicht mittragen“, sagte Kusstatscher. Auch der Forderung von Sepp Winkler (Bürgerliste), Informationen des Privatgrundstücks auf der „grünen Wiese“ westlich des Wohngebietes Weisbrunn-Waldfeld, einzuholen, soll bis zur Stadtratssitzung Rechnung getragen werden, versprach Bürgermeister Klaus Ritter. Winkler vertrat generell die Meinung, dass es zum jetzigen Zeitpunkt zu verfrüht sei, sich über den Bau einer weiteren Kindertagesstätte zu unterhalten, so lange beispielsweise noch nicht geklärt sei, ob der Katholische Kindergarten in der Dresdner Straße aufgegeben werde oder nicht. Er erinnerte auch daran, dass im laufenden Haushalt für ein „Haus für Kinder“ keine Planungsmittel eingestellt seien. „Wir sind gezwungen eine weitere Kindertagesstätte zu bauen“, entgegnete Ritter und verwies darauf, Planungsmittel gegebenenfalls im Nachtragshaushalt einzustellen. „Wir sollten klar Schiff machen und bauen - da oder da. Die ganze Verschieberei bereitet uns ein Riesenproblem.“ Er vertrete nach wie vor die Meinung, dass das Grundstück in der Johann-Sebastian-Bachstraße der der beste Standort sei. 

Der auf dem Grundstück bestehende Bolzplatz, der das Vorhaben Ende letzten Jahres zum Scheitern brachte (wir berichteten), würde dabei nicht wegfallen, versprach Ritter. Er gab auch zu bedenken, dass am Standort im Bereich der Kolpingstraße die Eltern gezwungen seien, mit dem Auto zu fahren. Sein Fraktionskollege Paul Obermaier schlug sich bei der Standortfrage zwar auf seine Seite. „Mein Favorit ist die Bach-Straße unterhalb des Bolzplatzes.“ Andererseits sehe er in dem Grundstück an der Kolpingstraße auch Entwicklungspotential durch die im Flächennutzungsplan ausgewiesene Wohnbaufläche „Stocket“. Die Ausweisung einer Wohnbaufläche am westlichen Stadtrand ist derzeit aber noch nicht spruchreif. Ritter wies darauf hin, dass die Fläche zwar im Flächennutzungsplan ausgewiesen sei, der Stadt aber noch keine Grundstücke zur Verfügung stünden. Gretl Gineiger schloss sich in der Standortfrage Ritter und Obermaier an. Die Kindertagesstätte am „Ende der Welt“ im Anschluss an ein Gewerbe und den Wertstoffhof zu platzieren, gefalle ihr überhaupt nicht. Vor dem Hintergrund einer möglichen Wohnbebauung, vertraten auch die Vertreter der CSU die Meinung, dass der Bereich der Kolpingstraße ein zukunftsweisender Standort für eine Kindertagesstätte wäre. 

Hinsichtlich der geplanten Bebauung sei der Standort günstig, sagte 2. Bürgermeister Hans Peter Dangschat. Bei den Standorten in der Bach-Straße und im Haydnweg sehe er die Verkehrsanbindung eher problematisch. Johann Jobst sprach sogar von einem idealen Standort. „Dort gibt es Wald und einen Schlittenberg. Ich bin mir sicher, dass die Kinder auch für diesen Standort wären.“ Sympathie für den Standort empfand auch Günter Dzial (SPD). „ Es wäre ein Bau für die Zukunft. Hoffentlich geht es bei Stocket weiter.“ Sollte der Standort zum Tragen kommen, müsste bei der Erschließung auch ein straßenbegleitender Gehweg beachtet werden. Der Beschlussvorschlag, dem Stadtrat den Standort Nähe Kolpingsstraße als „Stimmungsbild“ zu empfehlen, wurde gegen die Stimmen der Freien Wähler Bürgermeister Klaus Ritter, Paul Obermaier und Konrad Unterstein, sowie Herbert Kusstatscher und Gretl Gineiger mitgetragen. 

ga

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