Debatte um lebensgefährliche Kreuzung in Oderberg

Oderberger Senke: "Rumdoktorn geht mir auf den Senkel"

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Einbiegen von der Robert-Bosch- in die Sonnenstraße in Oderberg: Was dieser Autofahrer hier macht, wollte der Stadtrat künftig untersagen, um kreuzende Radfahrer zu schützen. Das Landratsamt will dagegen den Radweg schließen und das Einbiegen weiterhin erlauben.

Traunreut - Eigentlich hat sich der Stadtrat schon auf eine Lösung geeinigt, wie die gefährliche "Oderberger Senke" entschärft werden kann. Doch auch das Landratsamt will ein Wörtchen mitreden.

Geht es nach dem Stadtrat würde so die freiwillige Umfahrung für Radler um Oderberg ausgewiesen.

Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen zwischen Verkehrsteilnehmern an der Kreuzung Robert-Bosch-Straße/Sonnenstraße. Eine Frau wurde 2015 bereits lebensgefährlich verletzt. Im Mai hatte sich der Traunreuter Stadtrat endlich auf eine Lösung geeinigt: Ein Einbiegen in die Sonnenstraße sollte künftig verboten werden, mit Ausnahme von Rettungs- und Versorgungsfahrzeugen. Um die Radfahrer zusätzlich zu schützen, sollten sie durch "Radweg"-Schilder möglichst ganz an Oderberg vorbeigelotst werden, und den Ort östlich umfahren - auf freiwilliger Basis.

Landratsamt will lieber den Radweg schließen

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Doch auch die untere Verkehrsbehörde imLandratsamt muss das Ganze absegnen - und will den Stadtratsbeschluss so nicht hinnehmen. Nach wie vor würden Radler "auf dem Gehweg zu schnell bergab fahren". Das Landratsamt schlägt daher vor, den linksläufigen, von Traunreut kommenden, Radweg zu schließen. Doch genau diese Schließung wurde in Traunreut eigentlich bereits abgelehnt. Mit nur einer Gegenstimme sprach sich der Traunreuter Stadtrat nun wieder gegen den Vorschlag des Landratsamtes aus

"Wenn man den Radfahrern jetzt das Befahren in einer Richtung untersagen will, schicken wir sie dann auf die Straße oder überlassen wir sie Ihrem Schicksal und sie können sich das aussuchen?" Traunreuts Verkehrsreferent Roger Gorzel war alles andere als begeistert von der Stellungnahme des Landratsamtes: Das "Rumgeschiebe" an der Oderberger Senke gehe ihm "ganz schön auf den Senkel", zitiert ihn das Traunsteiner Tagblatt darüber hinaus. 

Runder Tisch statt "zehn Jahre rumdoktorn"

Gorzel fordert nun einen Runden Tisch mit allen verantwortlichen Entscheidungsträgern in einer Sitzung: Stadträte, Polizei, Landratsamt - "sonst werden wir in zehn Jahren dort noch rumdoktorn". Abschließend stellt Roger Gorzel zu den verschiedenen Vorschlägen fest: "Wir können die schützenswerten Radfahrer, und damit sehr viele Kinder auf dem Weg in die Schule, nicht mit uneinsehbaren Reglementierungen bombardieren."

Auch unsere Leser haben wir bereits im April gefragt: Die Meinung bei den Usern ist ebenfalls alles andere als einheitlich, wie die Kreuzung entschärft werden könnte.

xe

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