Erfolg für die Kritiker?

Stadtmuseum lässt auf sich warten

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Traunreut - Viele Pläne, Ideen und Konzepte für ein Stadtmuseum in Traunreut wurden bereits vorgestellt: Doch das Projekt ist nun erstmal auf Jahre hinausgeschoben.

Im März wurde das Konzept eines möglichen Stadtmuseums für Traunreut erstmals dem Stadtrat vorgestellt: Die Historikerin Henriette Holz präsentierte ihre Idee eines Museums, das "in die Zukunft gerichtet" ist und nicht "rückwärtsgewandt". Unklar war vor allem noch ein möglicher Standort und dementsprechend die Kosten, die so ein Museum verursacht.

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag das Thema aber vertagt: Erst in etwa fünf Jahren soll endgültig entschieden werden, ob und wo ein Stadtmuseum eingerichtet werden soll. In der Zwischenzeit sollen weitere Recherchearbeiten und Zeitzeugeninterviews gemacht werden. Auch die schon bestehenden Sammlungen der Industriebetriebe sollen vervollständigt und ausgewertet werden. 

"Können wir uns das leisten?"

Gegen fünf "Nein"-Stimmen sprach sich der Stadtrat dafür aus, für diese Arbeiten jährlich 10.000 Euro an Haushaltsmitteln zur Verfügung zu stellen. "Können wir uns das leisten", fragte Martin Czepan und schlug vor, nur 2000 Euro jährlich dafür zu investieren. Seine Grünen-Fraktion ist ohnehin für ein dezentrales Konzept des Stadtmuseums. Es soll auf den schon bestehenden Ausstellungen der Industriebetriebe basieren. "Um die kurze, aber interessante Geschichte Traunreuts darzustellen, braucht es kein großes Gebäude mit tausenden von Exponaten", so die Grünen.

Ortsheimatpfleger und Bürgerlisten-Stadtrat Johannes Danner favorisiert dagegen einen Um- und Ausbau des Heimathauses: Dann wäre kein Grunderwerb notwendig und der bestehende Bürgersaal könnte für Sonderausstellungen verwendet werden. Als Träger käme nur die Stadt Traunreut in Frage. 

Mögliche Kosten und Standorte

Neben einem vergrößerten Heimathaus wurden bereits auch weitere Standorte diskutiert: Einerseits das Trauna-Center gegenüber dem k1 oder ein möglicher Neubau beim k1. 1000 bis 2500 Quadratmeter bräuchte man für ein Museum, schätzte die Historikerin Holz. Dementsprechend vage fallen bisher auch die Kostenschätzungen aus:

Unabhängig von den Baukosten schätze die Historikerin Holz in der März-Sitzung Einrichtungskosten von 560.000 Euro. Dazu kämen laufende Betriebskosten von etwa 50.000 Euro jährlich und 110.000 Euro im Jahr für das Personal. Henriette Holz schätzt bei einem Eintrittspreis von vier Euro die Einnahmen auf 28.000 Euro jährlich - für die Stadt käme demnach ein jährlicher Fehlbetrag von 120.000 bis 150.000 Euro heraus.

xe

Zurück zur Übersicht: Traunreut

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser