Bahn und Bauamt blockieren

Verkehrsknoten St. Georgen: Entschärfung zieht sich hin

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Traunreut - Die Hoffnung war, eine Lösung für den Verkehrsknoten St. Georgen noch vor der Realisierung der Ortsumfahrungen Altenmarkt und Matzing zu finden. Doch Bahn und Bauamt blockieren.

Im Rahmen des Bundesverkehrswegeplan 2030 wird den Ortsumfahrungen Altenmarkt bis Sankt Georgen sowie Nunhausen/Matzing höchste Priorität eingeräumt. Dazwischen liegt der Verkehrsknotenpunkt Sankt Georgen, der als gesonderte Maßnahme unabhängig vom Bundesverkehrswegeplan entschärft werden soll. Für eine geplante Tieferlegung der Ortsdurchfahrt Sankt Georgen wurde bereits ein Genehmigungsverfahren eingeleitet. Auf Nachfrage beim Staatlichen Bauamt Traunstein wurde der Stadt jetzt mitgeteilt, dass die Genehmigung „derzeit ruht“. Das Problem liegt offenbar bei der Bahn.

Die Botschaft löste beim Stadtrat in seiner Sitzung Entsetzen aus. Sepp Winkler (Bürgerliste) kritisierte die Haltung der Behörde. „Es ärgert mich, dass uns das Straßenbauamt hinhält und nicht gesagt hat, dass Sankt Georgen ruht“, sagte Winkler. Christian Stoib (SPD) befürchtet sogar, dass das Projekt Sankt Georgen“ gestorben“ ist. Der Leiter des Staatlichen Straßenbauamtes Traunstein, Sebald König, erklärte dazu auf Anfrage, dass die Bahn horrend hohe Sicherheits-Anforderungen stelle, was das Ganze so schwierig mache. 

Deshalb zögert die Bahn

Im Falle einer Realisierung der Straßenbaumaßnahme müsste durch die von der Bahn geforderte sogenannte Büstra-Anlage in der Konsequenz auch die Jahrzehnte alte Signaltechnik bis zum nächsten Knotenpunkt erneuert werden. Zunächst müsse aber erst abgewartet werden, wie es um die Perspektive der Bahn auf diesem Streckenabschnitt bestellt ist. Es müsse sichergestellt sein, ob es mit der Bahn aufwärts geht. 

Gleichzeitig verwies er auf die Blitzeranlage in Sankt Georgen, die als eine Art Zwischenlösung seit fast genau einem Jahr in Betrieb ist. Die stationäre Anlage, deren endgültige Auswertung derzeit gerade erstellt wird - sei ein voller Erfolg. Es werde dort deutlich langsamer gefahren, die Unfallzahlen seien insgesamt gesunken und es gebe dort deutlich weniger schwere Unfälle.

Genehmigungsverfahren beim Bauamt ruht

Wie berichtet, hatte der Bauausschuss bis zur Stadtratssitzung eine Auskunft des Staatlichen Bauamtes zum aktuellen Sachstand des Ausbaus der B304 bei Sankt Georgen gefordert, um eine Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan abzugeben. Dass das Genehmigungsverfahren ruht, war bis dato dem Stadtrat nicht bekannt. Entsprechend verärgert äußerten sich die Räte und drängten darauf, dass die Maßnahme Sankt Georgen noch vor den Ortsumfahrungen Altenmarkt und Matzing umgesetzt wird. 

„Wir müssen darauf drängen und ein Signal setzen, dass Sankt Georgen noch vor Altenmarkt und Matzing umgesetzt wird“, forderten 2. Bürgermeister Hans Peter Dangschat (CSU) und Verkehrsreferent Roger Gorzel (Bürgerliste) . „Klartext sprechen und Rückgrat beweisen“, forderte Ernst Biermaier (FW). Man sollte dem Schreiben vom Staatlichen Bauamt gar keine Bedeutung beimessen und deshalb den Verkehrswegeplan ablehnen, meinte Biermaier. Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann warnte jedoch vor einer Ablehnung des Bundesverkehrswegeplans. 

Durch den „vordringlichen Bedarf“ werde für die beiden Maßnahmen Altenmarkt und Matzing Planungsrecht signalisiert, das sollte man nicht ablehnen. Letztendlich wurde bei zwei Gegenstimmen beschlossen, den Plänen der Ortsumfahrungen von Nunhausen und Matzing zuzustimmen, wenn vorrangig für die Kreuzung Sankt Georgen eine Lösung kommt. Der Ortsumfahrung Altenmarkt wurde ebenfalls unter der Voraussetzung zugestimmt, dass zwingend für Sankt Georgen eine Lösung kommt. 

ga

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