Auch Wald müsste gerodet werden

Stadt sagt "Nein" zu Graf Törrings Kiesgrube

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Das rote X markiert den Bereich, wo Graf Törring gern seine Kiesgrube hätte.

Traunreut - Schon über ein Jahr läuft das Genehmigungsverfahren von Ignaz Graf zu Törring Jettenbach zum Abbau von Kies: Doch nach Ansicht der Stadt würden so öffentliche Belange beeinträchtigt.

Der Antragsteller und Besitzer des 18 Hektar großen Grundstücks, Ignaz Graf zu Toerring Jettenbach, beabsichtigt, auf einer 2,8 Hektar großen Fläche Kies abzubauen. Nach dem Abbau, etwa in 20 bis 30 Jahren, soll die Kiesgrube dann verfüllt und als Waldfläche hergestellt werden.

"Die Nachfrage nach diesem Rohstoff in der Region ist groß", sagte der Graf der Redaktion. Deshalb sollte der wichtige Rohstoff auch in der Region abgebaut und nicht von anderswo her gekarrt werden. Die Verwaltung, respektive der Bauausschuss, haben jedoch Bedenken, dass das Vorhaben negative Auswirkungen auf den Verkehr, der über die neu ausgebaute Kreisstraße erschlossen werden soll, und den Lärmschutz haben könnte. Es wird auch vermutet, dass mit einer Erweiterung der Abbaufläche zu rechnen ist.

Lärm, Verkehr und Erweiterung befürchtet

Johann Jobst (CSU) befürchtet, dass durch die entstehende Lärmbelästigung Probleme mit den Anliegern in der rund 500 Meter entfernten Ortschaft Frühling vorprogrammiert seien. Besonders kritisch stuft er die Verkehrssituation ein. Der Abtransport über Frühling, Traunwalchen oder durch die Stadt wäre katastrophal für den Verkehr, betonte Jobst. Paul Obermaier (FW) vermutet, dass eine Erweiterung der Abbaufläche naheliegend ist. "Wenn eine gewisse Fündigkeit da ist, wird man die Fläche erweitern", so Obermaier.

Nach Angaben der Verwaltung seien die fachlichen Stellungnahmen zum Teil widersprüchlich zur Aussage der Unteren Bauaufsichtsbehörde. Die Kreisstraßenverwaltung stufe das Vorhaben als kritisch ein; ebenso die Untere Verkehrsbehörde, die zudem das Gefährdungspotenzial nicht abschließend beurteilen könne. Eine Stellungnahme der Polizei, deren Beteiligung von der Kreisstraßenverwaltung empfohlen werde, liege noch nicht vor.

Auch Wald müsste gerodet werden

Weiter erklärt die Verwaltung, dass der Stadt keine Stellungnahme der Unteren Immissionsschutzbehörde vorliege, die die Aussage der Unteren Bauaufsichtsbehörde bestätige, dass Bedenken bezüglich der vorherrschenden westlichen Winde bei einer Entfernung von mehr als 500 Meter zur Ortschaft Frühling zurückgestellt werden könnten. Auch auf die Zunahme des Schwerlastverkehrs für Traunwalchen, Frühling und Traunreut sei in der Stellungnahme nicht eingegangen worden.

Der Kiesabbau hätte auch zur Folge, dass der Wald gerodet werden müsste. Auch hier wird darauf hingewiesen, dass die Stadt Traunreut mit einem Waldflächenteil von rund 25 Prozent deutlich unter dem bayerischen Mittelwert liegt. Deshalb sei nach Ansicht der Verwaltung von einem erhöhten öffentlichen Interesse am Walderhalt auszugehen. Jetzt bleibt abzuwarten, ob die überörtliche Behörde das gemeindliche Einvernehmen der Stadt ersetzen wird. 

ga

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