Traunwalchener blicken zum Traunreuter Stadtrat

Feuerwehr und Schützen hoffen auf Zuschüsse

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Traunreut - Die Traunwalchener Schützen und Feuerwehrler blicken mit Spannung nach Traunreut: Hier wird am Dienstag über große finanzielle Entscheidungen beraten.

Wann mit dem Bau eines neuen Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Traunwalchen mit Schützenkeller begonnen werden kann, hängt davon ab, wie der Stadtrat zum Finanzierungsplan der Schützengilde steht. Der Finanzierungsplan wurde in der Sitzung des Hauptausschusses von Schützenmeister Norbert Alversammer vorgelegt.

Die Traunwalchner Schützen sind überzeugt davon, dass sie die Finanzierung durch Eigenleistungen, Eigenmittel und Mitgliederdarlehen auch stemmen können. Offen ist aber noch die Frage, ob die Stadt die Baukosten von 87.000 Euro als Zuschuss gewährt. Diese Kosten würden nämlich nicht anfallen, wenn die Schützen den Keller bauen.

Sportbund für Zuschuss

Während sich der bayerische Sportbund dafür ausspricht, dass der Differenzierungsbetrag aus der Ersparnis eines Gemeinschaftsbaus als Zuschuss definiert werden kann, sieht Stadtkämmerer Suttner in der Berechnung eine Doppelförderung. Seiner Ansicht nach und aus Gleichheitsgründen gegenüber anderen Vereinen müssten die 87.000 Euro gekürzt werden.

Dies würde wiederum den Finanzierungsplan der Schützen beeinflussen. Bei Baukosten von 381.000 Euro rechnen die Schützen neben den Zuschuss der Stadt aus der Differenzberechnung des Gemeinschaftsbaus mit einem Sportstätten-Zuschuss vom Freistaat Bayern (84.900 Euro) und einer Sportstätten-Förderung der Stadt (rund 80.000 Euro). An Eigenmittel stehen dem Verein im Moment 42.000 Euro zur Verfügung, außerdem wurden Geld- und Sachspenden von 15.000 Euro zugesichert. Mit umgerechnet 42.000 Euro werden die Eigenleistungen bei etwa 3600 Einsatzstunden für den Innenausbau angegeben. Außerdem rechnen die Schützen mit Mitgliederdarlehen von bis zu 50.000 Euro, die in 15 bis 20 Jahren zurückbezahlt werden sollen.

Finanzreserve von über 20.000 Euro

Auf Anregung des Gremiums sollen die Schützen bis zur Stadtratssitzung eine schriftliche Erklärung der Mitglieder vorlegen, dass die Darlehen auch gesichert sind. Unterm Strich liegt die Gesamtfinanzierung bei 402.000 Euro und weist somit eine Finanzreserve von knapp 21.000 Euro für unerwartete Kostensteigerungen auf. Vorausgesetzt, dass der Differenzbetrag von 87.000 Euro als Zuschuss gewährt werde, würde man damit sehr gut über die Runden kommen, sagte Alversammer. Wenn alle Stricke reißen, könnte vorerst auf neue Schießstände verzichtet werden, die mit 30.000 Euro zu Buche schlagen und in der Finanzierung bereits mit eingerechnet sind.

Auf Anfrage teilte Alversammer mit, dass mit einer Ausbauzeit von anderthalb Jahren zu rechnen sei. Reinhold Schroll und Christian Gerer (CSU) plädierten dafür, den Finanzierungsplan nach den Vorstellungen der Schützen mitzutragen. Dass die Stadt auf den Rücken der Schützen billiger zu einem Eigentum kommt, würde er nicht ablehnen, sagte Gerer. Auch sein Fraktionskollege erinnerte daran, dass sich das Gebäude so oder so im Besitz der Stadt befinde und den Schützen theoretisch nach 20 Jahren gekündigt werden könnte. Die Entscheidung liegt jetzt beim Stadtrat, der in seiner Sitzung am kommenden Dienstag um 16 Uhr den Finanzierungsplan inklusive der Entwurfsplanung für das Gesamtgebäude endgültig absegnen soll.

Kosten auf über 1,5 Millionen Euro geschätzt

Die Kostenberechnung und die Entwurfsplanung wurden zwischenzeitlich aktualisiert und in der Sitzung des Bauausschusses vom Planer Georg Brüderl vorgestellt. Die Kosten für das Gesamtgebäude werden mit 1,56 Millionen Euro zu Buche schlagen. Der Anteil der Stadt (Feuerwehr) liegt bei 1,18 Millionen Euro und der Anteil der Schützen bei 381.000 Euro. Laut Brüderl wurden lediglich die Anzahl der Stellplätze für die Schützen auf zehn reduziert und im Schützenkeller ein Lichtschacht berücksichtigt. Unverändert soll die Heizungsanlage bleiben. Eine Gasheizung – Anschlussmöglichkeit ist vorhanden - wäre zwar etwas günstiger.

Auf Vorschlag des Planers sollte sich die Stadt aber an die Anforderungen des Erneuerbaren- Energien-Wärme –Gesetzes halten. In der Diskussion stehen auch noch eine Reihe zusätzlicher Maßnahmenpakete für den Bereich der Feuerwehr, über die der Stadtrat ebenfalls noch befinden muss. Etwa einen außenliegenden Sonnenschutz, eine elektronische Zutritts-Kontrolle, eine Gaswarnanlage für die Fahrzeughalle , eine elektroakustische Anlage und ein großes Vordach am Eingang. Die Gesamtkosten für diese zusätzlichen Maßnahmen würden sich bei über 22.000 Euro bewegen.

Gabi Rasch

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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