Ausführlich besprochen

Stocket und Abdeckerfeld wurden im Bauausschuss thematisiert

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Traunreut - Um die Ausweisung von Bauland in Sankt Georgen und am westlichen Stadtrand von Traunreut nicht auf die lange Bank zu schieben, hat sich der Bauausschuss in seiner Sitzung mehrheitlich darauf verständigt, die Bauflächen zu reduzieren.

Ursprünglich sollten in den Baugebieten „Abdeckerfeld “ und „Stocket“ wesentlich größere Wohnbauflächen ausgewiesen und über den Bahnübergang Poschmühle an der vielbefahrenen Kreisstraße erschlossen werden. Nach dem die Forderungen der Bahn aber nicht erfüllbar sind, hatte der Stadtrat in Absprache mit dem Landratsamt Traunstein im September letzten Jahres beschlossen, auf eine Anbindung über den Bahnübergang zu verzichten.

Gleichzeitig wurde damals beschlossen, den Bebauungsplanentwurf „Abdeckerfeld III“ und das Planungskonzept für das Baugebiet „Stocket“ zu überarbeiten. Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann hat daraufhin entsprechende Vorschläge ausgearbeitet und mit den betroffenen Grundstückseigentümern besprochen. Wie Gätzschmann vor dem Gremium erklärte, habe er bei der Überarbeitung des Abdeckerfeldes zunächst ermittelt, wie viel zusätzlichen Verkehr das bestehende Wohngebiet vertragen könnte. Bei seinen Berechnungen hat sich die ursprünglich geplante Fläche auf 1,8 Hektar halbiert. Darauf könnten bei Grundstücksgrößen zwischen 530 und 850 Quadratmetern 21 Einzelhäuser mit maximal zwei Wohneinheiten gebaut werden. Die Erschließung könnte über die Michael-Öchsner-Straße, Konrad-Max-Kunz- Weg und Liesl-Karlstadt-Straße erfolgen. Bei angenommenen 80 Personen, die dort leben könnten, würden dann rund 65 Fahrzeuge mehr durch das Wohngebiet fahren, rechnete Gätzschmann vor.

Bei Sepp Winkler (Bürgerliste) und Bernhard Seitlinger (CSU) stießen die Berechnungen des Stadtbaumeiters auf Gegenliebe. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Gebiet einen zusätzlichen Verkehr verträgt“, sagte Winkler. Er erinnerte dabei an die ohnehin vorhandenen Engstellen. Auch Seitlinger vertrat die Meinung: „Wir stoßen hier an unsere Grenzen.“ Er forderte die Verwaltung auf, mit der Bahn doch noch eine Einigung zu erzielen. „Die Poschmühl-Straße ist elementar wichtig“, betonte Seitlinger. Kritik übte er auch an der Vorgehensweise der Verwaltung. Seiner Meinung nach sollte vor der Ausweisung von Baugebieten erst die Infrastruktur in trockene Tücher gebracht werden. Paul Obermeier (FW) fand, dass der Verkehr noch vertretbar sei, zumal es sich um keinen Durchgangsverkehr handle. Nach Ansicht von Herbert Kusstatscher (SPD) sollte geprüft werden, ob eine Einbahnstraßenregelung eine Entlastung des Verkehrs bringen könnte. „Wohnraum ja, aber nicht um jeden Preis“, lautete die Devise von Günther Dzial (SPD). Sein Vorschlag, eine Bürgerversammlung für die Bewohner einzuberufen, stieß bei Bürgermeister Klaus Ritter auf taube Ohren, zumal dadurch die Planungshoheit der Gemeinde eingeschränkt würde. Johann Jobst (CSU) und sein Fraktionskollege 2. Bürgermeister Hans Peter Dangschat äußerten ebenfalls die Bitte, an der Bahn dran zu bleiben. Ziel sollte eine große Ausweisung mit einer Erschließung über den Bahnübergang sein, so Dangschat. Jobst regte an, bei der jetzt vorliegenden Planung vorsorglich einen Straßen-Stich in Richtung Bahnübergang mit zu berücksichtigen. Die Anregung von Jobst wäre auch im Sinne des Bürgermeisters. „Da bin ich ganz bei Herrn Jobst“, sagte Ritter. Er warf aber auch in die Diskussion, dass es ohnehin schwer genug sei, Grund und Boden für neue Baugebiete zu erwerben. „Wir können nicht noch 10 Jahre verzögern, weil man mit der Bahn auf keinen Konsens kommt“, betonte er. Deshalb sollte man wenigstens die Ausweisung eines kleineren Gebietes forcieren. Das gleiche gelte auch für „Stocket“.

Auch diese Fläche (Stocket) wurde halbiert. Auf der jetzt 7,3 Hektar großen Fläche könnten nach den Vorstellungen des Stadtbaumeisters rund 50 Parzellen für Einfamilienhäuser und fünf Mehrfamilienhäuser im nördlichen und östlichen Randbereich entstehen. Die Grundstücksgrößen werden zwischen 450 und 900 Quadratmetern angegeben. Die Erschließung würde über die Adolf- Kolping-Straße erfolgen und die innere Erschließung über ein Ringstraßensystem. Die bestehenden Fuß- und Radwege zwischen Sankt Georgen und Traunreut könnten angebunden und mit dem neuen Wohngebiet verbunden werden. Auf der Nord- und Ostseite des auszuweisenden Gebietes wären auch Lärmschutzwälle erforderlich. Hans-Peter Dangschat bedauerte, dass durch die kleinere Lösung große Grundstücke wegfallen. „Das ist schade“, sagte Dangschat, der sich auch mit den Mehrfamilienhäusern nicht anfreunden kann. In Anlehnung an die Berechnungen der Ausweisung im Abdeckerfeld erklärte Bernhard Seitlinger, dass bei angenommenen 200 Bewohnern auch hier mit einem überhöhten Verkehrsaufkommen in der Kolping Straße zu rechnen sei. Hinzu käme noch der Verkehr der Kindertagesstätte, die in unmittelbarer Nähe gebaut werden soll. „Ein Stau ist da vorprogrammiert“, glaubt Seitlinger, der beide Beschlussvorschläge ablehnte. Die Vorschläge der Verwaltung, die überarbeiteten Konzepte zu billigen, wurden mit 8:3 beziehungsweise 9:2 Stimmen dem Stadtrat empfohlen. Gleichzeitig wurde beschlossen, auf den bereits beschlossenen städtebaulichen Ideen-und Realisierungswettbewerb für das Gebiet „Stocket“ zu verzichten.

Gabi Rasch

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