Nach Unterschriftensammlung wegen Absage

Ist das Volksfest endgültig gestorben, Herr Ritter?

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Traunreut - Rund 700 Unterschriften wurden gesammelt. Gefordert wird der Erhalt des Volksfestes, nach der Absage für 2016. Doch im Gespräch mit Bürgermeister Ritter wird klar: Die Zukunft der Traunreuter Feste ist völlig offen.

190 Mal wurde seine Online-Petition unterzeichnet, etwa 500 Unterschriften wurden zusätzlich im Stadtgebiet bis Ende Juli gesammelt. Der Traunreuter Florian Brandl hat sich ins Zeug gelegt um das Volksfest noch zu retten. Heuer musste es abgesagt werden, weil am Volksfestplatz nun Asylbewerberheime stehen. Wird seine Initiative Erfolg haben?

Anwohnerbefragung an der Eichendorffstraße

Der alte Volksfestplatz wird langfristig mit den Flüchtlingsheimen belegt bleiben.

Stillstand herrscht auch in der Stadtverwaltung nicht in Sachen Volksfest. Schon länger wird der Platz an der Eichendorffstraße als Alternativstandort fürs Volksfest gehandelt. Im Juli wurde bei den Anwohnern nun vorgefühlt, was sie davon halten würden. Das Ergebnis: "Die Anwohner sind nicht glücklich damit, wir haben ungefähr 75 Prozent Ablehnung bekommen", so Bürgermeister Klaus Ritter im Gespräch mit chiemgau24.de. Vor allem der Lärm wäre für rund eine Woche wohl das größte Problem. "Dauerhaft braucht man wenn dann einen neuen Volksfestplatz", nennt Ritter eine der Forderungen von Unterschriftensammler Brandl.

Endgültiges Volksfest-Aus möglich

Wie geht es also weiter? Hat das Volksfest (und damit ein Volksfestplatz) noch eine Zukunft? Momentan beschäftigt sich wieder die eigens eingerichtete Arbeitsgruppe mit dem Thema. Auch die von Brandl gesammelten Unterschriften werden dabei nicht unter den Tisch fallen. "Die Arbeitsgruppe wird dem Stadtrat dann vorschlagen, wie es weitergehen soll", so Ritter. Drei denkbare Szenarien kann er sich vorstellen: Ein gänzlich neuer Volksfestplatz, ein vorübergehendes Volksfest an der Eichendorffstraße - oder das Volksfest im vergangenen Jahr war das letzte. "Entscheiden werde nicht ich, sondern der Stadtrat", fügt der Bürgermeister hinzu.

Ritter denkt über Alternativen nach

"Es muss nicht immer das Gleiche, das Alte sein. Man muss auch mal neue Wege beschreiten und akzeptieren wenn etwas nicht funktioniert", sagt Klaus Ritter mit Blick auf ein mögliches endgültiges Aus für das Volksfest. Er erinnert daran, dass der Betreiber schon 2015 eigentlich absagen wollte, das Fest durchzuführen. Schon damals gab es konkrete Überlegungen, ob man das Volksfest überhaupt noch machen solle

Ritter spricht ein grundsätzliches Problem an: "So ein traditionelles Volksfest ist in Traunreut schwierig umzusetzen." Am Land reiche oft schon ein großes Bierzelt für ein gelungenes Fest, die Vereine wären sofort zur Stelle, wenn es um Aufbau und Organisation geht. In einer Stadt wie Traunreut sei das nicht so einfach, meint der Bürgermeister, auch würden die Leute zusätzliche Attraktionen erwarten: Karussell, Würstlbrater, Autoscooter... "Es hat viele Versuche in den vergangenen Jahren gegeben, die Leute auf das Volksfest zu locken. Aber sie haben oft nicht gefruchtet", so Ritter.

Dreitägiges Fest noch Anfang Oktober

"Alle Wege stehen offen. Es ist noch nichts abgesagt und wir blockieren auch nichts", verspricht der Bürgermeister: "Ganz im Gegenteil, wir schieben ständig an." Die Alternative zum ausgefallenen Volksfest 2016 ist schon jetzt in trockenen Tüchern: Vom 7. bis 9. Oktober wird es ein Drei-Tages-Fest des Wirtschaftsverbandes geben. Weinfest, Attraktionen, Bierzelt - "eine schöne Innenstadt-Alternative", wie Ritter sagt. 

xe

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