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Wettbüro für Traunreut: Die Entscheidung

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Traunreut - Der Stadtrat hatte am Donnerstag darüber zu entscheiden, ob er ein Wettbüro in Traunreut gutheißen kann. Doch längst nicht alle waren dafür. Wie sich das Gremium entschieden hat:

Werner Lettl will in der Trostberger Straße 7 ein Wettbüro aufmachen. Bereits im Juni soll das Geschäft eröffnet werden, wenn der Stadtrat zustimmt. In dem ehemaligen Verkaufsladen sollen allerdings keine Geldspielautomaten stehen, sondern nur TV-Bildschirme, auf denen Sportergebnisse übertragen werden. Darüber hinaus soll es Automaten geben, an denen die Wetten platziert werden können. Weitere Parkplätze vor dem Geschäft seien nicht geplant, so Gerold Tutsch vom städtischen Bauamt. "Es wird keine Sportveranstaltungen dort geben. Es geht nur darum, die Wettscheine abzugeben. Das Wettannahmebüro ist nicht zum längeren Aufenthalt gedacht."

Doch einigen Stadtratsmitgliedern ist die neue Anlaufstelle für Zocker trotzdem ein Dorn im Auge. So meinte Bürgermeister Klaus Ritter gleich zu Beginn der Diskussion: "Aus persönlichen Gründen werde ich es ablehnen. Allerdings wird das Landratsamt die Entscheidung wohl kippen, sollte sich eine Mehrheit im Stadtrat gegen das Wettbüro entscheiden." Josef Winkler (Bürgerliste Traunreut e.V.) ergänzte noch: "Man kann es eigentlich nicht ablehnen. Damit würde der Bürgermeister rechtswidrig handeln." Dem entgegnete Ritter, dass es "sehr wohl erlaubt" sei, dass er dagegen stimme.

Gabriele Liebetruth bezeichnete die Aussage des Bürgermeister als "populistisch" und meinte: "Das könnte wieder zu einem Rechtsstreit mit dem Landratsamt führen. Wollen sie sich eigentlich nur noch mit dem Amt vor Gericht streiten?" (Anmerk. d. Red.: Weil die Stadt ihre Ausbaubeitragssatzung abschaffen wollte, steht ihr bald eine Klage des Landratsamtes ins Haus) Ritter dazu: "Es wird keinen weiteren Rechtsstreit geben. Sollte der Stadtrat sich gegen das Wettbüro aussprechen, wird das Landratsamt die Entscheidung wahrscheinlich aufheben. Aber das hat keine rechtlichen oder finanziellen Konsequenzen für die Stadt."

Rückendeckung in seiner Entscheidung bekam der Bürgermeister hingegen von Christian Stoib (SPD), Ernst Ziegler (SPD) und Ernst Biermaier (FW): "Ich sehe da ein Problem in der sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung. Wetten führen zur Sucht. Deswegen wollen wir dem nicht Tür und Tor öffnen in unserer Stadt", so der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler.

Das Gremium entschied sich am Ende doch mehrheitlich dafür (16:11-Stimmen) dem Wettannahmebüro das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

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