Neue Heimat für seltene Tiere und Pflanzen

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Moorbagger

Traunstein - Auf einer 13,4 Hektar großen Moorfläche hat die Natur jetzt wieder freien Lauf. Zuvor waren Gräben verschlossen und Dämme angelegt worden.

Nach diesen umfangreichen Renaturierungsarbeiten hat sich der ausgetrocknete Boden bereits wieder mit Wasser vollgesogen. Torfmoose wachsen dadurch besser, seltene Tier- und Pflanzenarten haben ein Rückzugsgebiet, und der Boden setzt weniger Kohlendioxid frei.

Auf einem Teil des Gebiets war bis vor etwa 40 Jahren von Häftlingen der Justizvollzugsanstalt Bernau in Handarbeit Torf abgebaut worden. Der dabei abgetragene Roh-Humus und das Hochmoortorf wurden in Loren geladen und auf den noch heute zu sehenden Gleisen nach Bernau transportiert. Der Rest des Grundstückes wurde entwässert. Die Folge: klimaschädliches Kohlendioxid und Lachgas gelangten verstärkt in die Atmosphäre. Pro Hektar speichern intakte Hochmoore immerhin 700 Tonnen Kohlenstoff.

Das Frästorffeld im Süden, im Hintergrund Hochgern und Hochfelln

2011 hatte der Landkreis Traunstein die Fläche gekauft. Staatliche Fördergelder konnten aus dem „Klimaprogramm Bayern 2020 Moore“ des Freistaats Bayern locker gemacht werden. Um den aktuellen und fachlichen Wert des Renaturierungsgebiets zu ermitteln, hatte die Regierung von Oberbayern ein entsprechendes Konzept in Auftrag gegeben. Dabei wurden Flora und Fauna untersucht sowie Geländestrukturen, Gräben und Entwässerungssysteme erfasst.

Die Federführung bei den jetzt abgeschlossenen Arbeiten lag bei dem Diplom- Biologen Achim Rücker aus Bad Tölz und der Projektleiterin Bärbel Gänzle in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Traunstein. Deren Leiter Manfred Mertl: „Der Erfolg der Maßnahme wurde möglich durch das Mitwirken vieler Beteiligter - so auch der Justizvollzugsanstalt Bernau, die die Zufahrt zum Projektgebiet gewährte. Die enge Zusammenarbeit mit der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Oberbayern ermöglichte ebenfalls eine reibungslose Umsetzung dieser Maßnahme.“

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

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