Verschwörungstheorie Thema in Traunstein

Chemtrails: Grünen-Stadtrat will "Stein ins Rollen bringen"

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Traunsteins Grünen-Stadtrat Wilfried Schott will eine Antwort zu den "Chemtrails".

Traunstein - Die wilde Theorie von den "Chemtrails" geistert im Internet auf und ab: Den Kondensstreifen der Flugzeuge sollen absichtlich Gifte und Chemikalien beigemischt sein. Grünen-Stadtrat Schott ging nun darauf ein.

"Wir werden eine Antwort darauf erhalten, so wie auf jede unserer Anfragen", war sich Wilfried Schott sicher. Ein Bürger habe sich an seine Grünen-Fraktion gewandt, was es mit den "Chemtrails" auf sich habe: "Er spricht von einer riesigen Gesundheitsgefährdung, weil durch die Flugzeuge chemische Mittel in den Himmel gespritzt würden", so Schott. Von der Traunsteiner Stadtverwaltung, dem Landkreis oder der Flugaufsicht will der Stadtrat nun eine Antwort. 

Die von Schott mitgebrachte Ausgabe des "Magazin2000plus".

Im Zuge seiner Anfrage reichte Wilfried Schott eine Zeitung an seine Stadtratskollegen weiter, die er von dem besorgten Bürger erhielt: Das "Magazin2000plus" sollte als Beleg für die Existenz der "Chemtrails" herhalten. Die Zeitung beschäftigt sich vor allem mit esoterischen und paranormalen Themen, wirbt für rechtsradikale Verlage. Die "Reichsbürger" der "Heimatgemeinde Chiemgau" bezeichneten sie als "einzige Zeitschrift die in Deutschland nicht zensiert wird".

Das behaupten die Chemtrail-Theoretiker

Schott gestand, dass er nicht viel über die "Chemtrails" wisse und auch von den Verschwörungstheorien gehört habe: "Aber vielleicht kann man mit der Anfrage einen Stein ins Rollen bringen." Je nach Schattierung behaupten Vertreter der Chemtrail-Theorie, dass mit den absichtlich beigemischten Chemikalien das Wetter kontrolliert oder der Boden vergiftet werden soll - oder eine Vergiftung der Menschheit um ihre Zeugungsfähigkeit zu reduzieren.

"Wir werden den Flugverkehr über Traunstein wohl nicht einstellen können", meinte Oberbürgermeister Christian Kegel dazu lapidar - und versprach, dass sich die Verwaltung zu dem Thema informieren werden. Laut Umweltbundesamt gibt es für die "Chemtrails" aber keine wissenschaftlichen Belege, auch Meteorologen sind der gleichen Ansicht. Auf die Antwort der Stadtverwaltung zu Wilfried Schotts Anfrage darf man also gespannt sein.

xe

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