Kosten für Güterhallen-Abriss absehbar

"Ernüchternd": Neues Jugendzentrum tritt auf der Stelle

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Rund 500.000 Euro könnte der Abbruch der Güterhalle insgesamt kosten, wurde jetzt bekannt.

Traunstein - Einen "kostengünstigeren Neubau im Bahnhofsgelände" fordert der Bürgerentscheid für das Jugendzentrum - doch bei den Planungen geht kaum etwas voran.

"Der Bürgerentscheid wurde wider besseren Wissens angezettelt, als gehe das alles einfach so" - Kritikerinnen wie Stadträtin Traudl Wiesholler-Niederlöhner sehen sich bestätigt: Die Planungen für den Neubau eines Jugendzentrums treten ganz offensichtlich auf der Stelle, das wurde in der Hauptausschusssitzung am Dienstag deutlich.

Grundstückseigentümer wollen nicht

Nachdem die Güterhalle bereits gekauft war, rechnete die Stadt mit weiteren 700.000 Euro, um dort ein Jugendzentrum zu verwirklichen. Im knappen Bürgerentscheid (175 Stimmen gaben den Ausschlag) wurden die Pläne gekippt, zu Gunsten eines "kostengünstigeren Neubaus im Bahnhofsgelände", wie es die Initiatoren versprachen. Nun gibt es neue Erkenntnisse was Grundstücke in Bahnhofsnähe und die möglichen Abbruchkosten für die Güterhalle betrifft.

So könnte nach Meinung der Bürgerinitiative ein künftiges Jugendzentrum aussehen.

Mit allen Grundstückseigentümern im Bahnhofsareal hat die Stadt nun Gespräche geführt. Die Reaktionen: Nur negativ. Niemand ist wohl bereit, der Stadt sein Grundstück für einen Jugendzentrums-Neubau anzubieten. "Drei weitere Flächen blieben dann noch übrig", so Bürgermeister Kegel: Der Pendlerparkplatz, die Brachfläche an der Güterhallenstraße und der Grund, auf dem die Güterhalle steht.

Jugendzentrum auf dem Pendlerparkplatz? Wohl kaum

Den Pendlerparkplatz aufzugeben, davon war keines der Ausschussmitglieder begeistert. Die Stadt brauche die Parkplätze dringend, außerdem sei das den Bewohnern des benachbarten Blocks ("Weißer Riese") nicht zuzumuten. Ein drittes Problem wäre, dass rund 200.000 Euro an Fördergeldern, die damals für den Parkplatzbau flossen, wieder zurückgezahlt werden müssten. 

Die Brachfläche zwischen Güterhallenstraße und Schienen kommen auch nicht ohne weiteres in Frage: Der Stadt gehört nur der Bruchteil der 20.000-Quadratmeter-Fläche, doch dort werden Parkplätze für die künftige AKG-Turnhalle entstehen. Der Rest gehört der Bahn und Privateigentümern - doch letztere wollen lieber eine Nutzung, die um die Begriffe Wohnen, Parken und Gewerbe kreist. Die Pläne für ein "Alphouse" auf der Brachfläche sind ja bereits geplatzt.

So teuer wäre ein Güterhallen-Abriss

Bliebe noch die Fläche, auf der jetzt die Güterhalle steht. Langsam werden die Kosten für mögliche Vorarbeiten abschätzbar: Die Stadt rechnet mit 100.000 Euro für den Abbruch. Außerdem müssten bei einem Abbruch Oberleitungsmasten der Bahn versetzt werden - das würde inklusive Planung um die 360.000 Euro kosten. "Insgesamt würde ein Güterhallen-Abbruch wohl rund 500.000 Euro kosten", so Oberbürgermeister Kegel.

Die Zwischenergebnisse bezeichnete Stadtrat Ernst Haider als "ernüchternd". Christian Hümmer, der den Neubau unterstützt, verstand dagegen nicht, warum die Stadt von einer Grundstücksgröße von 2000 Quadratmetern für ein neuen Jugendzentrum ausgeht: "So groß muss es ja gar nicht werden." In einer neuen Arbeitsgruppe sollen nun neue Lösungen für das Problem gefunden werden

Fotos: Ein Blick in die Güterhalle

Weil die bisherigen Räume des Jugendtreffs in der Höllgasse zu klein sind, hat die Stadt vor Kurzem zumindest eine Übergangslösung gefunden. Auch die Räume des ehemalige Cafés "CappuVino" im Brunnenhof beim Rathaus können künftig für die Jugendarbeit genutzt werden. 

xe

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