Flüchtlingsnotunterkunft Freilassing

Kinderärzte leisten Hilfe vor Ort in Freilassing 

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Kliniken Südostbayern

Freilassing/Traunstein – Kinderärzte der Kinderklinik des Klinikums Traunstein sind derzeit täglich in Freilassing in der Notunterkunft der Flüchtlinge im Einsatz: 

Jeden Tag in der Notunterkunft für Flüchtlinge in Freilassing im Einsatz sind derzeit die Kinderärzte der Kinderklinik des Klinikums Traunstein. Die Kinderärzte und Kinderärztinnen haben letzte Woche gemeinsam mit den Kinderkrankenschwestern beschlossen, vor Ort Hilfe zu leisten. "Viele Kinder sind von der Flucht erschöpft, abgemagert und haben akute Infekte", so der Chefarzt der Traunsteiner Kinderklinik, Privatdozent Dr. Gerhard Wolf. "Von Halsinfekten über Asthma bis zu Magen-Darm Infekten mit beginnender Austrocknung haben wir viele Krankheiten versorgt." 

So habe Kinderärztin Dr. Theresa An der Lan gleich vor Ort bei einem Kind eine Infusion angelegt, um eine lebensgefährliche Austrocknung zu verhindern. Mit Klebeband - und in Ermangelung eines Infusionsständers - hängte Schwester Skadi dann die Infusion provisorisch an der Wand auf. "Dank der großen Spendenbereitschaft konnten die Kinder auch gleich noch mit warmer Kleidung, Kuscheltieren und Decken versorgt werden", so Chefarzt Dr. Wolf. Den Jüngsten unter den Flüchtlingen mangelt es bei ihrer Ankunft in Deutschland an fast allem. Ein Kind habe nur noch einen Schuh getragen. Glücklicherweise konnte aber aus der Spendenbox von Mitarbeitern der Kinderklinik ein neues passendes Paar Schuhe gefunden werden. 

Dr. An der Lan habe einem Vater, der barfuß gekommen sei, ihre alten Laufschuhe gegeben. "Es ist eine unglaublich erschütternde Situation", schildert Dr. Wolf die Lage vor Ort. "Eine Zahnärztin aus Aleppo, selbst Flüchtling, sprach sehr gut Englisch und hat uns beim Übersetzen geholfen", freut sich der Mediziner über die unerwartete Hilfe. "Mit Hilfe von Dolmetschern konnten wir uns aus erster Hand ein Bild von dem Leid der Menschen machen", berichtet Wolf.Er erinnert sich an ein junges Mädchen, das krank und schwer traumatisiert war."„Es stellte sich heraus dass ihre Mutter vor ihren Augen auf der Flucht gestorben ist." 

Glück im Unglück habe ein anderes Mädchen gehabt, das sich vor den Toren des Flüchtlingsheimes mit seinen Geschwistern den Kinderärzten vorstellte: "Eine Gruppe von Kindern kam in einem Privatauto, alle sahen recht krank und mitgenommen aus. In der Kinderklinik wurde bei dem Mädchen dann ein schwerer, aber behandelbarer Herzfehler diagnostiziert." Der Chefarzt ist beeindruckt vom unermüdlichen Einsatz für die Flüchtlinge in Freilassing:"Die Helfer vor Ort zeigten eine unglaubliche Geduld", so Dr. Wolf. "Vielen Helfern, von der Bereitschaftspolizei bis zu Mitarbeitern der Caritas, der Wasserwacht und des Roten Kreuzes, war die Ermüdung und Anstrengung der letzten Tage deutlich anzusehen", sagt er. "Dennoch haben in dieser schwierigen Situation alle zusammengeholfen. Und die Menschen waren unglaublich dankbar für jede Hilfe." Auch die Geschäftsführung des Klinikums habe mitgeholfen: "Wir sind sehr froh, dass uns unser Klinikvorstand mit unserem Anliegen, vor Ort zu helfen, sofort und großzügig unterstützt hat, so Dr. Wolf. "Medikamente und Personal für die Versorgung vor Ort werden vom Klinikum bereitgestellt."

Pressemitteilung Kliniken Südostbayern

Quelle: BGland24.de

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