Tag 1 nach dem Bürgerentscheid zur Landesgartenschau

Wer springt für Traunstein in die Bresche?

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Dagmar Voß (links) muss nun einen Ersatz für Traunstein finden. Christian Klotz und Christina Robok (mittig und rechts) müssen ihre Jobs als Geschäftsführer der Traunsteiner Betriebsgesellschaft für die Landesgartenschau nun niederlegen. Die Gesellschaft wird aufgelöst.

Traunstein - 63 Prozent für den Stopp der LaGa-Planungen in Traunstein - das hat gesessen. Die Betreibergesellschaft wird aufgelöst, doch wer 2022 eine Landesgartenschau austrägt ist noch völlig offen.

Ob sich da schnell Ersatz finden lässt? Ziemlich deutlich haben die Traunsteiner am Sonntag in Bürgerentscheiden "ihrer" Landesgartenschau eine Absage erteilt. Ähnlich wie Oberbürgermeister Kegel bedauert auch Dagmar Voß den Ausgang. Sie ist Geschäftsführerin der "Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen": "Es tut mir vor allem für die Stadt leid, die sich zwei Mal beworben hat und sich so gefreut hatte, dass es beim zweiten Mal geklappt hat", so Geschäftsführerin Dagmar Voß.

Höhe des Strafbetrags noch offen

Vor allem vom Aktionsbündnis gegen die Landesgartenschau wurde die Fördergesellschaft wiederholt kritisiert: Durch den abgeschlossenen Vertrag hätte Traunstein zu viele Verbindlichkeiten eingehen und außerdem einen bestimmten Prozentsatz aller Einnahmen an sie abführen müssen. Haftbar ist die Stadt nun aber trotzdem: Denn zur Durchführung hatte man sich per Vertrag eigentlich verpflichtet. Wie hoch dieser Strafbetrag ausfällt, steht aber noch nicht fest.

Traunsteiner Betriebsgesellschaft aufgelöst

Die erst im November 2015 gegründete Betriebsgesellschaft für die Traunsteiner Landesgartenschau wird nun schnellstmöglich abgewickelt, berichtet Rechtsamtsleiter Stephan Hohenschutz dem BR. Das einbezahlte Stammkapital würde wieder aufgeteilt: 15.000 Euro an die Stadt Traunstein, 10.000 Euro an die "Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen".

Im Zuge der Auflösung der Gesellschaft werden auch die beiden Geschäftsführer entlassen: Christina Robok wurde von Seiten der "Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen" eingesetzt, Christian Klotz durch die Stadt Traunstein.

Neue Struktur für Landesgartenschauen gefordert

Wie es mit der Landesgartenschau 2022 nun weitergeht ist völlig offen. Einen Ersatzkandidaten gibt es nicht: Während der Bewerbungsphase blieb nur noch Traunstein als Kandidat übrig, die anderen Städte lieferten zu unbefriedigende Konzepte oder zogen ihre Bewerbung zurück. Nach Angaben des BR soll zur "LaGa 2022" erst im Laufe der nächsten Wochen eine Entscheidung fallen:Denkbar ist neben einer Neuausschreibung auch eine kleinere Landesgartenschau oder ein Ausfall

Die Landtags-Grünen forderten derweil einen "Neustart" bei den Landesgartenschauen: "Das Organisationskonstrukt mit einer allmächtigen Fördergesellschaft, die alleine mit Vertretern einschlägiger Lobbyverbände (Gärtnerei-Verband, Verband GaLaBau und Bund der Baumschulen) besetzt ist, hat sich überlebt", so Fraktionschef Ludwig Hartmann. Die Vergabekriterien müssten transparenter und die finanziellen Leistungsfähigkeiten der Kommunen mehr berücksichtigt werden. 

xe

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