Vor dem Landgericht Traunstein:

Österreichischer "Bombenleger" ist zurück

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Der Angeklagte.

Traunstein - Mit Sprengsätzen soll ein 53-jähriger Österreicher versucht haben, Geld von einem Millionenbetrüger zurückzufordern. Nun muss er sich erneut vor Gericht verantworten:

Wie aus einem Spielfilm klingen die Erpresser-Aktivitäten, die ein 53-jährige Österreicher betrieben haben soll, um Geld von dem Millionenbetrüger Christian H. zurückzubekommen. Unter anderem soll er einen seiner Geschäftspartner aus Grassau bedroht, Tierblut und Fleischabfälle gegen seine Hauswand geschleudert und eine 300 Gramm schwere Kugelbombe in seinem Garten gezündet haben. Besonders fatal: Das eigentliche Ziel seiner Attacken wohnte schon gar nicht mehr in dem Haus, als die Kugelbombe hochging.

Dem eigentlichen Ziel seiner Erpressungs-Versuche, Christian H. aus Herrsching am Ammersee, soll er einen Sprengkörper unter das Auto gelegt und ihn in E-Mails bedroht haben. Die Explosion war so stark, dass der Peugeot teilweise deformiert wurde und einen Totalschaden erlitt. Darüber hinaus soll er zwei Briefbomben-Attrappen an Verwandte von Christian H. versandt haben. An diesem Dienstag musste sich der Österreicher erneut vor Gericht für die geglückten und versuchten Anschläge verantworten. In erster Instanz war der heute 53-Jährige bereits zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden.

Alle Taten stehen im Zusammenhang mit den Abzocker-Geschäften des Christian H. - der von Dubai aus Anleger um über 135 Millionen Euro betrogen hat. H.  wurde dafür bereits zu einer Haftstrafe von acht Jahren, wegen Betruges in besonders schweren Fall, verurteilt. Doch der Angeklagte wollte nicht sein eigenes Geld von Christian H. zurückbekommen. Für einen "sehr guten Freund" habe er zuerst Nachforschungen über den Millionenbetrüger, seine Familie und Freunde angestellt. "Ich bin zu den Adressen gefahren und habe geschaut, ob die dort auch wirklich wohnen." Nachdem sich das bestätigt habe, sei die Sache auch vorerst für ihn erledigt gewesen.

"Mit der Bedrohung in Grassau und den Fleischabfällen, die gegen das Haus geworfen wurden, hatte ich nichts zu tun." Dass er die Kugelbombe gezündet habe, bestritt der 53-Jährige hingegen nicht: "Mir wurde die Bombe in die Hand gedrückt, um sie im Garten des Geschäftspartners von H. zu zünden. Ich dachte, so soll Druck auf H. ausgeübt werden, damit er das Geld zurückzahlt." Dafür bekam der Angeklagte vom vorsitzenden Richter Dr. Jürgen Zenkel scherzhaft den Spitznamen "Robin Hood der Geschädigten" verliehen.

Wie im ersten Prozess betonte Verteidiger Michael Vogel auch diesmal, dass es sich bei der Kugelbombe lediglich um einen "etwas größeren Feuerwerkskörper" gehandelt habe. Auch dass er den zweiten Sprengsatz und den Peugeot von Christian H. geworfen und die beiden Briefbomben-Attrappen verschickt hat, bestritt der Angeklagte nicht. Er zeigte sich reuig: "Wie konnte ich nur so dumm sein, mich zu solchen Taten hinreißen zu lassen."

Das Urteil in dem Revisions-Prozess wird für den 13. Oktober erwartet.

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