Prozess in Traunstein

Rentner-Mord: Staatsanwalt legt Revision ein

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Der Beschuldigte.

Traunstein - Der Prozess um den Mord an einem Traunreuter Rentner hat am 26. Juni mit einem Freispruch für den Angeklagten geendet. Nun hat die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt:

An insgesamt zwölf Verhandlungstagen hat die Staatsanwaltschaft Traunstein versucht, einem 26-jährigen Niedersachsen den brutalen Mord an einem Traunreuter Rentner nachzuweisen. Doch am Ende gab es wenig hieb und stichfeste Beweise: Einzig seine DNA auf dem Deckel einer Flasche Essigessenz konnten die Ermittler am Tatort sicherstellen. "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass er die Flasche bei seinem Besuch achtlos angefasst hat oder die Spuren durch eine Kontaktübertragung durch das Opfer dort hingekommen sind", so der vorsitzende Richter Erich Fuchs in seiner Urteilsbegründung.

Die Tatwaffe selbst konnte zwar gefunden werden, allerdings war sie nach dem Mord in einer Waschmaschine bei 60 Grad gewaschen worden, so dass keine DNA mehr festzustellen war. Und auch die Wohnung des Rentners gab keine weiteren Spuren her, weil sie zuerst gewischt und anschließend mit Kaffeepulver, Mehl und Zucker regelrecht eingedeckt wurde.

Es gebe zwar erhebliche Gesichtspunkte, die für die Täterschaft des 26-Jährigen sprechen würden, aber auch erhebliche dagegen, so Fuchs. "Zahlenmäßig überwiegen allerdings die Punkte, die dagegen sprechen, dass er der Täter war", erklärte der vorsitzende Richter. Staatsanwalt Björn Pfeifer wollte das Urteil nicht anerkennen und legte daher nun Revision ein. "Jetzt müssen wir erst einmal das schriftliche Urteil abwarten." Erst dann kann der Bundesgerichtshof entscheiden, ob eine Revision zulässig ist.

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