Umstrittene Belieferung der Kohlbrenner-Schule

Malteser "können und wollen" Schulspeisung nicht abgeben

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Traunstein - Die Vergabe der Speisung der Kohlbrenner-Schule wurde bereits heftig kritisiert - könnten die Malteser von ihrem minimal günstigeren Angebot nicht zurücktreten? Dienststellenleiter Volk wiegelt ab und kann die Diskussion nicht verstehen.

Es geht um Essen für 40 Kinder der Franz-von-Kohlbrenner-Schule: Bisher kam es von der Traunsteiner Köchin Betty Diane, doch die Ausschreibung im vergangenen Herbst gewannen die Malteser. Deren Essen wird in Traunstein aber nur gegart - gekocht (und eingefroren) wird es bei einem baden-württembergischen Zulieferer, 35 Kilometer von Würzburg entfernt.

Malteser wollen keinen Rücktritt vom Vertrag

Aller Widerstand von lokalen Musikern oder EU-Abgeordneten brachte bisher nichts: Die Stadt muss an der Ausschreibung festhalten. Erst vergangene Woche besuchte der EU-Abgeordnete Gericke deshalb Traunstein. Sechs Cent pro Portion sind die Malteser billiger. Könnten da Betty Diane, Malteser und Stadt nicht zu einem Kompromiss kommen? "Nein, das können und wollen wir nicht", meint Peter Volk entschieden. Er ist Dienststellenleiter der Malteser in Traunstein.

"Wir haben die Ausschreibung gewonnen, also müssen wir das auch machen. Es ist ein geschlossener Vertrag", so Volk im Gespräch mit chiemgau24.de. Vermittlungsversuche gab es bereits im vergangenen Jahr von Konrektorin und Stadträtin Ulrike Hoernes. Doch die Malteser könnten vom Auftrag nicht zurücktreten, so Volk. Auch die Stadt selbst muss sich an die engen Spielregeln des Vergabeverfahrens halten, wie Oberbürgermeister Kegel bereits in der entscheidenden Stadtratssitzung im November anmerkte - nicht mal Vermittlungsversuche zwischen den Konkurrenten dürfe man anleiern

"Jetzt bekommen wir halt einfach 40 Essen mehr geliefert"

Peter Volk erinnert daran, dass der Stadtrat nichts am Ausschreibungsergebnis hätte ändern können - und auch während der 14-tägigen Einspruchsfrist nach Auftragsvergabe ging niemand gegen das Ergebnis vor: "Außerdem ist es ja nicht so, dass da täglich ein Lastwagen 400 Kilometer fährt um die 40 Essen für die Kinder der Franz-von-Kohlbrenner-Schule zu bringen", so Volk. Einmal wöchentlich werde man mit insgesamt 3500 Portionen aus Baden-Württemberg beliefert - darunter auch die Speisen für andere Traunsteiner Schulen, die die Malteser schon länger beliefern, für "Essen auf Rädern" oder auch Kliniken: "Jetzt bekommen wir halt einfach 40 Essen mehr geliefert."

Bereits seit der ersten Januar-Woche beliefert man nun schon die Franz-von-Kohlbrenner-Schule mit den Mittagsmenüs, nicht mehr wie früher Betty Diane: "Aber auch deren Zutaten werden von irgendwoher mit dem Lastwagen geliefert und wachsen nicht im Vorgarten", so Volk.

xe

Rubriklistenbild: © Fotomontage xe/pa

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