Studiengänge des katholischen Bildungswerks

Anregende Impulse gegen "Natur-Legasthenie"

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Forstwirt Andreas Dögerl erläutert die Funktionsweise der bis in die 60er Jahre im Forst gebräuchlichen Kluppe, eines Messinstruments für den Stammdurchmesser.

Traunstein - Eine breite Themenvielfalt begeisterte Teilnehmer der Studiengänge "Heimat" und "Regionalgeschichte". Lesen Sie hier mehr über die interessanten Exkursionen:

Wie viele interessante Facetten die Themen "Heimat heute - Heimat morgen" und "Regionalgeschichte zwischen Inn und Salzach" bieten, darüber staunten selbst die Spezialisten unter den Teilnehmern der beiden Studiengänge, die das Katholische Bildungswerk Traunstein seit Herbst anbietet. Die Zusammenarbeit mit drei weiteren Bildungswerken in Berchtesgaden, Mühldorf und Rosenheim macht es möglich, hochkarätige Referenten und sogar Universitätsprofessoren für Vorlesungen, Seminare und Exkursionen zu gewinnen.

Um das Thema "Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft" ging es bei der Abschlussexkursion der Traunsteiner Teilnehmer des Studiengangs "Heimat" zum Bergwalderlebniszentrum in Ruhpolding. Es bot den passenden Ausklang für das Semesterthema "Natur", das in den kommenden Quartalen ergänzt wird durch die Bereiche Wirtschaft, Kultur und Soziales. Wie Forstwirt Andreas Dögerl im Bergwald in Urschlau bei Ruhpolding erläuterte, ist der heutige Begriff von Nachhaltigkeit entscheidend durch die 1992 unterzeichnete Deklaration von Rio de Janeiro geprägt worden. Die Forstwirtschaft kennt ihn dagegen bereits seit 300 Jahren. Ausgehend von den massiven Waldrodungen im 11. und 12. Jahrhundert und dem immer wieder auftretenden Mangel durch Übernutzung war Holz bis ins 19. Jahrhundert als Bau-, Brenn- und Werkstoff für die Wirtschaft und das private Leben unverzichtbar.

Arbeitsschritte beim Baumfällen miterlebt

Nach dem ersten Konzept einer auf Ausgleich zwischen Holzeinschlag und Rohstoffwachstum bedachten Waldwirtschaft 1713 waren der erste Waldatlas 1732 und die Geburtsstunde der Forstwissenschaft 1816 weitere wichtige Stationen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Wie sich heute anhand moderner Bodenkarten Wertzuwächse ermitteln lassen, das Baumalter mit dem Zuwachsbohrer bestimmen lässt oder einfache Geometrie mit einem Zollstock Auskunft über die Größe eines Baumriesen gibt, erläuterte Dögerl an konkreten Beispielen. Spannend war für die Teilnehmer die Arbeitsschritte beim Baumfällen mitzuerleben.

Impulse gegen die "Natur-Legasthenie"

Der Natur-Legasthenie der Generation Smartphone entgegenwirken

Dass Nachhaltigkeit auch den Bildungsauftrag an Schulen zum Thema Wald umfasst, erklärte der Diplom-Forstingenieur und Erlebnispädagoge Thomas Dankemeyer anhand des von ihm mitinitiierten und 2012 eröffneten Bergwalderlebniszentrums in Ruhpolding. Es ist eines von bayerweit neun waldpädagogischen Einrichtungen. Projekttage zum Thema "Waldwirtschaft", "Wald Wild Jagd", "Schutzwald", "Schneekunde", "Almwirtschaft" oder auch Wildnistage für Kinder, Geburtstagsfeiern in der Natur, Nachtwanderungen oder Walderlebnisspiele sind neben Motorsägen-Kursen gefragte Veranstaltungen. "Bei der Generation Smartphone lässt sich eine gewisse Natur-Legasthenie feststellen. Dem wollen wir aktiv entgegenwirken", erläutert Dankemeyer.

"Die Themenvielfalt, die Praxisnähe der Exkursionen und interessante Referenten waren für alle Teilnehmer eine große Bereicherung", zog Studienleiterin Ulli Unterreitmeier als Fazit. Neben einer Lehrwanderung durch die Kendlmühlfilze standen Besuche zum Zentrum für natürliche Lebensweisen "Lebensfeld Jaksch" in Riedering sowie zum Innkraftwerk in Töging auf dem Programm. Professor Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz, referierte über "Naturschutz und Industriegesellschaft – Partner oder Gegner?"

Bürgermeister gab ergänzende Einblicke in die Stadtgeschichte

Mit einer Exkursion auf die Burg in Tittmoning schloss der Studiengang Regionalgeschichte zwischen Inn und Salzach sein Herbstsemester mit dem Themenschwerpunkt "Herrschaftsgeschichte" ab. Als Referentin erläuterte Waltraud Jetz-Deser die Bedeutung der Burg im Rahmen des Themas "Politik, Kirche, und Macht zwischen Salzburg und Bayern" in einem Vortrag mit Führung und Erläuterungen zu den Exponaten des Heimatmuseums.

Bürgermeister Konrad Schupfner gab ergänzend Einblicke in die Stadtgeschichte. Studienleiterin Silvia Nett-Kleyboldt überreichte Inge Adelmeier aus Chieming und dem Ehepaar Berlitz aus Bergen nach Absolvierung aller vier Semester des Studiengangs ihre Abschlußzertifikate.

Das zweite Semester mit dem Themenschwerpunkt "Kulturgeschichte" beginnt am 15. Februar. Im Studiengang Heimat geht es am 4. Februar mit dem Thema "Wirtschaft" weiter. In beiden Studiengängen sind noch Restplätze vorhanden. Der Einstieg ist jederzeit möglich. Nähere Informationen gibt es unter Telefon 0861 – 16 46 13.

Pressemitteilung Katholisches Kreisbildungswerk Traunstein e.V.

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