Jahreshauptversammlung in der Region

Bergwacht-Notärzte stellen Notfallmedizin-Ausbildung vor

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Traunstein/Landkreis - Mehr Praxis und Fallbeispiele im Gelände am Berg: Notfallmediziner vermitteln Anwärtern wichtige Basismaßnahmen, die sie auch unter schwierigen Bedingungen sicher anwenden können.

Die 15 Bereitschaften der Bergwacht-Region Chiemgau (Landkreise Berchtesgadener Land, Traunstein und Altötting) mussten 2015 zu 993 Einsätzen ausrücken, 103 (rund 11,6 Prozent) mehr als 2014 (wir berichteten). Bei der Jahreshauptversammlung am vergangenen Donnerstag bedankten sich Regionalleiter Thomas Küblbeck (Marktschellenberg) und Geschäftsführer Ludwig Lang (Ruhpolding) mit einem Geschenkkorb beim bisherigen Ausbildungsleiter Barthi Wurm (seit 2011; Ramsau) und bei Höhlenrettungschef Peter Hogger (seit 2007; Freilassing), die beide ihre Ehrenämter nach mehreren Jahren an Christian Auer (Marquartstein) und Rudi Hiebl (Freilassing) übergeben haben. Die Bergwacht-Notärzte Dr. Christian Freund und Sebastian Bähr präsentierten das neue Notfallmedizin-Ausbildungskonzept, das die Anwärter mit weniger Zeitaufwand als bisher nach einer theoretischen E-Learning-Phase zu Hause am Computer raus aus dem Lehrsaal ins Gelände bringt und dort mit vielen realistischen Fallbeispielen konfrontiert. Das Lehrteam vermittelt dabei wichtige Basismaßnahmen, die alle beherrschen und die Handlungssicherheit auch unter schwierigen Bedingungen verschaffen.

Spagat zwischen Ehrenamt und Professionalität

„Es bringt nichts, wenn unsere Einsatzkräfte aufwendige Maßnahmen lernen und beherrschen, sie dann aber bedingt durch steiles Gelände, Witterung, Zeitdruck und mangelnde Praxis-Routine nicht sicher anwenden können. Die Bedingungen auf der ebenen Fläche im gut ausgeleuchteten und beheizten Lehrsaal sind komplett anders als bei Regen und Wind in einem brüchigen 40-Grad-Hang oder nachts in einer Felswand“, erklärt Dr. Freund. Als besonderer Gast nahm Daniel Freuding, der Nachfolger von Gerhard Opperer als Geschäftsführer der Bergwacht Bayern an der Versammlung teil und stellte sich bei den Bereitschaftsleitern und Ressort-Verantwortlichen vor. Sein Hauptziel ist es, nach der aufwendigen Anpassung und erfolgreichen Wiedereröffnung des umgebauten Ausbildungszentrums in Bad Tölz sowie diversen weiteren großen Projekten und Einsätzen etwas Ruhe in die Bergwacht Bayern zu bringen und damit den Alltagsbetrieb sicherzustellen. „Wir müssen den Spagat zwischen Ehrenamt und Professionalität finden und die Ehrenamtlichen mit hauptamtlichen Strukturen so gut wie möglich unterstützen und entlasten“, betonte Freuding. Ludwig Lang und Revisor Marcus Goebel präsentierten den Kassenbericht mit Jahresabschluss und Revision.

Viel Arbeit verteilt auf viele Schultern 

Neben den 15 Bereitschaftsleitern und ihren Stellvertretern tragen in der Bergwacht-Region Chiemgau viele Ehrenamtliche besondere Verantwortung für verschiedene Fachbereiche: Thomas Küblbeck und Engelbert Mayer (Inzell) sind Regionalleiter, die Ärzte Ralf Kaukewitsch und Dr. Christian Freund sind zuständig für Notfallmedizin und Sepp Schweinöster (Marquartstein) zeichnet für den Naturschutz verantwortlich. Stephan Bauhofer (Berchtesgaden) ist Leiter der Koordinierungsgruppe Einsatzleitung im Ressort Einsatz, Stefan Strecker (Bad Reichenhall) ist Leiter der Lawinen- und Suchhundestaffel, Christian Schieder (Bad Reichenhall) Leiter der Canyon-Rettungsgruppe und Rudi Hiebl (Freilassing) Leiter der Höhlenrettung.

Christian Auer zeichnet als neuer Ausbildungsleiter verantwortlich, sein Stellvertreter ist Stephan Bauhofer. Jakob Brandner (Berchtesgaden) kümmert sich um das Lehrteam Sommer, Bauhofer um das Lehrteam Winter, Hans Battinger (Altötting) um das Lehrteam Notfallmedizin und Manfred Hasenknopf (Bad Reichenhall) um die Luftrettungsausbildung. Guido Fick (Freilassing) ist Verantwortlicher des Ressorts Technik, Engelbert Mayer für das Ressort Finanzen; als Revisoren fungieren Marcus Goebel (Bad Reichenhall) und Franz Polzer (Berchtesgaden). Hasenknopf ist auch Verantwortlicher für Kommunikation; zum Ressort gehören auch der Digitalfunk unter Verantwortung von Siegfried Fritsch (Freilassing), Internet und Presse unter Leitung von Marcus Goebel und das Team des Technikbusses (LKLD) unter der Leitung von Alex Beaury (Traunstein). LKLD steht dabei für Lokalisation, Kommunikation, Lagebeschreibung und Dokumentation. Dr. Florian Schindler (Traunstein) ist zuständig für Recht und Personal; Klaus Überacker (Altötting) Chef des Kriseninterventionsdienstes (KID).

Bergwacht betreut alpine Digitalfunk-Standorte 

David Pichler von der Regionalgeschäftsstelle Chiemgau präsentierte das neue Digitalfunk-Standortmanagement (SOM) der Bergwacht, die aufgrund ihrer Möglichkeiten für die Wartung und Instandhaltung der Funkmasten im alpinen Gelände zuständig ist. Von 7. bis 29. März 2016 wurden 14 Digitalfunk-Standorte in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein übernommen, wobei die Bergwacht ausschließlich Alpinstandorte betreut, die vor allem im Winter nicht mit normalen Fahrzeugen erreichbar sind. „Für das Einsatzgeschehen der Bergwacht aber auch aller anderen Einsatz-Organisationen ist die Funk-Infrastruktur enorm wichtig; deshalb bringen wir uns so gut wie möglich bei der Wartung mit ein. Ohnehin würde früher oder später die Bergwacht bei zeitkritischen Problemen zum Einsatz kommen, und beispielsweise Techniker mit Spezialfahrzeugen zu den Standorten bringen. Dem kommen wir mit einem effektiven Konzept zuvor“, erklärt Pichler. Die Bergwacht betreibt seit einigen Jahren ein eigenes, analoges Gleichwellen-Netz im Vier-Meter-Band, mit dem das Einsatzgeschehen im gesamten bayerischen Alpenraum abgewickelt wird und hat bei der Wartung dieses Netzes bereits umfangreiche Erfahrungen gesammelt. Zur Wartung des Digitalfunks wurden befristet auf zwei Jahre neue Mitarbeiter eingestellt. Nach den Übernahmen führt die Bergwacht turnusmäßige Wartungen der Masten durch und steht für außerplanmäßige Reparaturen bereit, wobei auch die Ehrenamtlichen der Bereitschaften eingebunden werden, die den Aufwand abrechnen können, der beispielsweise beim Transport von Material und Technikern anfällt. Pichler: „Vielen Dank an die Kameraden, die bereits bei den Übernahmen unterstützt haben!

Pressemitteilung Bayerisches Rots Kreuz Berchtesgadener Land 

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