Vollsperrung: Drohen Pleiten und Verkehrschaos?

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Traunstein - Die Stimmung unter den Geschäftsleuten kocht: Wegen einem Neubau soll die Maxstraße für drei Wochen komplett gesperrt werden: "Wir wurden überrumpelt und übergangen!"

Was können drei Wochen Vollsperrung der Maxstraße anrichten? Es ist ein düsteres Bild, das die Anlieger an die Wand zeichnen: "Es stehen Existenzen auf dem Spiel, Arbeitsplätze sind gefährdet. Und da auch der Klosterberg gesperrt ist, droht ein Verkehrskollaps." Per Brief einer Rechtsanwältin an Oberbürgermeister und Stadtratsmitglieder lassen die Anlieger der Maxstraße ihrem Unmut freien Lauf (das Schreiben liegt der Redaktion vor). Ein neues Wohn- und Geschäftshaus soll entstehen, dort wo sich früher der Optiker Trepl (Anm. der Red.: jetzt in der Bahnhofstr. 17 zu finden) befand. Heißt konkret: Das Gebäude muss bis auf die Ebene des Karl-Theodor-Platzes abgerissen werden, der Abbruchbagger benötigt die komplette Fahrbahn in der Maxstraße.

Befürchtete Umsatzeinbußen von 60 Prozent

Die ansässigen Geschäftsleute fühlen sich von der Stadt "überrumpelt und übergangen". Schon jetzt ist die Maxstraße wegen den Arbeiten teilgesperrt, doch wohl erst zwei Wochen nachdem die Teilsperrung in der Verwaltung abgenickt war, wurde den Anliegern vom Investor Bescheid gegeben - auch darüber, dass eine Vollsperrung wahrscheinlich wird: "Den Anliegern drängt sich der Eindruck auf, dass diese Taktik von der Stadt mitgedeckt worden sein könnte", denn die Stadt hätte schon länger gewusst, dass auch eine Vollsperrung drohen könne.

Umsatzrückgänge von mindestens 60 Prozent erwarten die Läden während den drei Wochen. Ab 1. Juni wird die Vollsperrung in Kraft treten. Existenzen würden auf dem Spiel stehen, Arbeitsplätze seien gefährdet. Weit über die Grenzen der beliebten Einkaufsstraße hinaus wird außerdem ein Verkehrschaos befürchtet. Die Große Kreisstadt ist ohnehin seit Wochen schon verkehrsgeplagt. Durch die Vollsperrung des Klosterberges zwängt sich jeglicher Verkehr von Süden und Osten über die Salinen- und Rosenheimer Straße.

Ist doppeltes Verkehrschaos doch noch zu verhindern?

Bis hinunter auf den Karl-Theodor-Platz wird das Gebäude ("Optik Trepl") abgerissen. Zur größeren Ansicht bitte hier klicken.

"Das ist eine große Belastung und keine leichte Situation", gestand auch Oberbürgermeister Christian Kegel auf der Stadtratssitzung am Donnerstag. Die Vollsperrung der Maxstraße soll auf die "allermöglichst kürzeste Zeit beschränkt werden". Einbußen für die Geschäfte der Maxstraße sind nun wohl unumgänglich, auch wenn es für den Lieferverkehr Ausnahmegenehmigungen geben wird. Doch könnte an der gesamten Verkehrsproblematik noch gearbeitet werden? Stadtrat Josef Kaiser regte beispielsweise an, die Ampelschaltung an Rosenheimer- und Herzog-Friedrich-Straße umzustellen, "sonst kriegen wir in den drei Wochen ein Problem". Nach Christian Hümmer sollten solche Großbaustellen, wie nun am Klosterberg und in der Maxstraße, in Zukunft besser koordiniert werden.

Maximal drei Wochen gibt die Stadt den Bauarbeitern ab 1. Juni nun also Zeit. Sollte es noch länger dauern, würde man sich auch ins eigene Fleisch schneiden: Denn am 19. Juni beginnen wieder die Traunsteiner Rosentage, erwartet werden bis zu 20.000 Besucher - die wohl kaum alle zu Fuß nach Traunstein kommen werden.

xe

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