Direktorentreffen in Traunstein

Schulleiter können voneinander lernen

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Wo drückt die Schulleiter der Schuh? Karl-Heinz Bruckner (links), Landesvorsitzender der Direktorinnen und Direktoren der Bayerischen Gymnasien (BayDV), und Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel, der früher selbst am Chiemgau Gymnasium unterrichtet hat.

Traunstein - Das Treffen fand am 13. und 14. Oktober mit Gästen aus Bayern und aus Österreich statt. Beim gemeinsamen Abendessen diskutierten und tauschten sie sich über verschiedene Themen aus.

Karl-Heinz Bruckner, Landesvorsitzender der Bayerischen Direktorenvereinigung (BayDV), und Hofrat Direktor Mag. Willhelm Zillner, Vorsitzender der Österreichischen Direktorenkonferenz sind sich einig: "Unsere Vernetzungstreffen sind unschätzbar für den informellen Austausch und die gegenseitige kollegiale Unterstützung von guten Nachbarn." Die kritische Draufsicht auf ein befreundetes System werde beiderseits sehr geschätzt, denn man kehre immer mit neuen Ideen heim.

4. Schulleitertreffen in Traunstein

Das vierte Treffen dieser Art fand am 13. und 14. Oktober - nach Salzburg, Passau und Kufstein - in Traunstein statt. Oberbürgermeister Christian Kegel hieß die Gäste aus Bayern und aus fünf Bundesländern Österreichs in Traunstein willkommen. 

Als ehemaliger Gymnasiallehrer konnte er viele der diskutierten Themen aus eigener Erfahrung beurteilen. Beim gemeinsamen Abendessen stellte er die ehemalige Salzstadt den Gästen vor. "Es gibt immer Themen, die hoch emotional und mit einem kurzen Horizont debattiert werden", so Karl-Heinz Bruckner. "Das ist für alle Schularten kontraproduktiv." Trotz aller Verschiedenheit der Voraussetzungen in den beiden Nachbarländern reklamierten die Direktorinnen und Direktoren in Traunstein unisono: "Wir fordern von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen. Die braucht die gesamte Schulfamilie zum Wohle unserer Kinder."

Die Themen des Treffens

Die Schulleiter verfügen in beiden Ländern über unterschiedlich große Autonomie. Als bedauerlich empfinden Bayern wie Österreicher, dass immer wieder gerade solche Entscheidungen auf sie abgewälzt werden, bei denen die Politik sich nicht eindeutig positionieren will. Die Vorsitzenden der beiden Direktorenvereinigungen äußerten die Hoffnung, "dass die Bildung unserer Kinder nicht als Kampfplatz politischideologischer Positionen benutzt wird."

Zu weiteren Themen wie beispielsweise der Lehrerausbildung, der individuellen Förderung und Lernbegleitung der Schüler oder Schulverwaltungs-Programmen wurden eine Reihe von Praxisbeispielen ausgetauscht. So nutzten die österreichischen Schulleiter intensiv die Gelegenheit zum Austausch über die Verfahrensschritte bei der Zentralmatura, die in Österreich erst seit zwei Jahren existiert. Eine Konzentration der schriftlichen Abiturprüfungen auf drei Tage – wie es in Bayern praktiziert wird – ist dort noch Zukunftsmusik.

Hilfe für den Engpass im Fach Physik

Ganz konkrete grenzüberschreitende Unterstützung scheint mit dem Bundesland Salzburg möglich. Dort finden viele gut ausgebildete Physiklehrer keine Anstellung. Das Rottmayr-Gymnasium in Laufen und andere im gesamten Grenzbereich könnten mit Hilfe der Nachbarn dem Engpass im Fach Physik abhelfen. Beim nächsten bilateralen Vernetzungstreffen der Gymnasialdirektoren in zwei Jahren ist wieder Österreich der Gastgeber.

Die BayDV vertritt den Großteil der Schulleitungen an den rund 430 Gymnasien in Bayern. Knapp 331.000 Kinder und Jugendliche besuchen diese Schulart. Der Dachverband der Österreichischen Gymnasialdirektoren vertritt alle 370 Gymnasien in Österreich. Circa 200.000 Kinder und Jugendliche besuchen diese Schulart.

Pressemitteilung BayDV

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