Märchenwanderung in Traunstein

Alpenländische Geschichten in Mundart und mehr!

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Traunstein - "Vor langer, langer Zeit, i woaß net, wars gestern oder heit…." Eine Reise in die Welt des Zaubers und der Phantasie war das Ziel der Märchenwanderung zu den Chiemgauer Kulturtagen.

Etwa 30 Märchenfreunde - Erwachsene und Kinder hatten sich zur Märchenwanderung beim Waldkindergarten im Traunsteiner Bürgerwald eingefunden. Diese fand im Rahmen der Chiemgauer Kulturtage statt, eingeladen hatte der Verein Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn zusammen mit der Stadtbücherei Traunstein. Hauptakteure waren der Märchenerzähler Helmut Wittmann und Franz Bernegger mit der Bockpfeife, beide aus dem Oberösterreichischen Almtal. 

Die Bockpfeife ist der Altösterreichische Dudelsack, dessen Blasbalg besteht aus dem Fell eines Geißbockes. Das Instrument ist so gut wie vergessen, deshalb arbeitet Franz Bernegger gezielt an ihrer Neubelebung.

Immaterielles Kulturerbe

Seit 26 Jahren ist Helmut Wittmann hauptberuflich als Märchenerzähler unterwegs und ist in dieser Zeit weit herumgekommen. Von seiner Heimat aus, ging es schon in die Türkei, nach Russland, Indien und in den Iran. Ihm liegen die heimischen Volksmärchen besonders am Herzen. Daher stellte er bei der UNESCO den Antrag, das Märchenerzählen in Österreich in die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. "Was 2010 auch gemacht wurde", wie er stolz erzählt. 

"Vor langer, langer Zeit, i woaß net, wars gestern oder heit….", so beginnt der 57jährige in der Lederhose, mit dem grauen Schnauzbart und dem grünen Hut die meisten seiner Geschichten. Er versteht es, alle in seinen Bann zu ziehen, auch die Erwachsenen nimmt er mit auf die Reise in die Welt des Zaubers und der Phantasie. 

Helmut Wittmann bezeichnet sich als Märchenerzähler. Er ist mehr als das, mit seiner Gestik, Mimik und Stimme werden die Geschichten lebendig. Er hat seine Rollen nicht auswendig gelernt, er hat die Geschichten gespeichert und sie sprudeln aus ihm heraus, wie das Wasser einer Quelle, und so wirken seine Erzählungen lebendig, ausdrucksstark, sie reißen mit und jedes Märchen wird zum Erlebnis. 

Märchen in Mundart

Helmut Wittmann erzählt die Geschichten in seinem angeborenen österreichischen Bairisch. Der Dialekt ist für ihn wichtig, weil es die Sprache ist, in der er denkt. A uf diese Weise kommen die Geschichten von innen heraus, sie sind glaubwürdig, direkt, unverfälscht und nehmen den Zuhörer - ob Kind oder Erwachsenen - mit. Er hat aber auch kein Problem, wenn er einmal Schriftdeutsch oder Englisch sprechen muss.

Ein Markenzeichen von Helmut Wittmann ist der Wetterfleck, - der Lodenumhang - und er hat auch einige Worte zu diesem Kleidungsstück gesagt. Den Wetterfleck gibt es wahrscheinlich, seit es der Mensch gelernt hat Schafe zu scheren und Wolle zu spinnen, also seit mehreren tausend Jahren und er hat sich gerade im Alpenraum etwa bei den Holzknechten bis heute erhalten. 

Seine Märchen handelten von Zwergen, Feen, die den Menschen Glück bringen, von einer ratschsüchtigen Frau, die ihren Mann fast um den gefundenen Goldschatz bringt, vom Hecht in der Hasenfalle vom Brunnenmandl, der Zaubernuss und vielem mehr. 

Helmut Wittmann sagt zu seinen Geschichten: "Manche dieser Erzählungen sind recht jung. Andere wieder wurden und werden seit Jahrhunderten überliefert. Generationen von Menschen haben sie angereichert – mit ihrer Lebenserfahrung und ihrem Wissen.Mir ist es deshalb wichtig die Geschichten so zu erzählen, dass die Kraft, die in ihnen steckt, spürbar wird. So befreien sie von den Verwünschungen des Alltags. Mit ihrer freundlichen Weisheit machen sie Lust, sich auf das große Abenteuer einzulassen– auf den ganz persönlichen Weg zu einem glücklichen Leben. Was kann man sich in einer verwunschenen Welt wie der unseren mehr wünschen?" 

Zwischen den Erzählungen griff er immer wieder zu seiner Maultrommel oder sang gemeinsam mit den Kindern ein Lied. Er sucht immer auch einen lokalen Bezug, und so hat er dieses Mal Sagen aus der Feldwies im Chiemgau und aus der Thumseegegend erzählt. Die ersten Märchen konnten die Kinder unter den Blätterdach des Bürgerwaldes anhören. Den Rest, nach Beginn des Regens, im Schutz einer Blockhütte, in der die Märchenwanderung schließlich auch ihr Ende gefunden hat.

Bücherflohmarkt im Kulturzentrum 

Ab 13. August von 9 bis 13 Uhr findet wieder der Bücherflohmarkt der Stadtbücherei Traunstein im Saal des Kulturzentrums statt. Hier können neue und gebrauchte Bücher, Zeitschriften, DVDs und andere Medien aus allen Interessenskreisen zu günstigen Preisen erworben werden. Wer Bücher spenden will, kann diese bis zum 11. August gerne in der Bücherei abgeben. 

Die genauen Öffnungszeiten sind: Samstag, 13. August, 9 - 13 Uhr; Dienstag, 16. August bis Freitag, 19. August, 8.00 - 18.00 Uhr

Presseinformation Stadt Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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