Anwohner befürchten Baulandausweisung

Baugebiet droht: Aus für idyllische Pferdekoppeln?

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Vroni Angerer mit ihrer "Undercover" auf der Pferdekoppel in Traunstorf. Der letzte freie Grund vor dem Bauernhof im Bildhintergrund ist das umstrittene Stück Land: Baugebiet oder Reithalle?

Traunstein - Wie konkret sind die Wohnbau-Pläne für Traunstorf? Vroni Angerer befürchtet, dass das Baugebiet ihre Pferdekoppeln zunichte machen wird - und ihre Zukunftsträume gleich mit.

"Dass da was hinkommt haben wir ja gewusst, aber doch keine 18 Häuser!" - Vroni Angerer, ihre Pferdefreunde und manche Traunstorfer Nachbarn sind skeptisch. Über das Bürgerforum "Pinweis" meldeten sie sich bei unserer Redaktion: "Es existieren unveröffentlichte, aber bereits weit ausgearbeitete Pläne ein neues Wohnbaugebiet mit 18 Parzellen zwischen zwei Pferdekoppeln auf freiem Feld zwischen Kreuzstraße und Flurstraße auszuweisen" - doch das sei der falsche Ort.

Es ist ein idyllischer Landstrich im Dreieck zwischen Traunstorf, Geißing und Wolkersdorf. Hinter Bauernhöfen und Einfamilienhäusern erstreckt sich eine weite Ebene, auf der die Angerers seit Jahren ihre Pferdekoppeln haben. Doch damit könnte bald Schluss sein: "Wir wollten zusätzlich zum Stall eine Reithalle bauen und diese dann an einen Berufsreiter oder Springreiter vermieten. Die kleine Reitpension so wie bisher weiterzuführen geht sich zeitlich nicht mehr aus und wäre auch nicht mehr wirtschaftlich", so Vroni Angerer. Der Grund, auf dem die Reithalle entstehen hätte sollen, könnte schon im kommenden Frühjahr den Besitzer wechseln: Der Nachbar hat konkrete Pläne für ein 18-Parzellen-Baugebiet inklusive neuer Querverbindung von der Flur- zur Kreuzstraße - so zumindest die Befürchtungen der 25-Jährigen.

Stadt weiß bereits von der Wohnbau-Idee

Die Befürchtungen drehen sich nicht nur um eine große Baulandausweisung, sondern auch um eine neue Trasse von der Flur- zur Kreuzstraße quer über die Weiden. Zur größeren Ansicht bitte hier klicken.

Auch die Stadt ist von den Sorgen nicht überrascht: "Tatsächlich bestehen Überlegungen im Bereich nördlich des Ortsteils Traunstorf ein Baugebiet auszuweisen", heißt es aus der Verwaltung. Jedoch seien momentan weder die Eigentumsverhältnisse des Grundes, noch die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Baulandausweisung geklärt. "In diesem Verfahren wäre selbstverständlich sicherzustellen, dass die Landwirte keine Einschränkungen zu befürchten haben", so die Stadt Traunstein weiter.

Vroni Angerer beruhigt das nicht. Abgesehen davon, dass man den Reitbetrieb zum weiteren Bestehen vergrößern müsste, sei eine Großbaustelle hier undenkbar: "Pferde sind Fluchttiere. Durch den Lärm und die Bauarbeiten würde ihr Lebensraum hier zerstört werden." Obwohl die Baupläne noch nicht durch die städtischen Instanzen gegangen sind, hat der ein oder andere Traunstorfer wohl schon Einsicht gehabt. Auch kämen immer wieder Bauland-Interessenten vorbei, um sich den Grund ihres möglichen, zukünftigen Eigenheims anzusehen.

Die Zukunftspläne der 25-Jährigen wären erledigt

Doch mit den befürchteten Bauplänen könnte nicht nur der Lebensraum der Vierbeiner zerstört werden, sondern auch die lang geschmiedeten Zukunftspläne von Vroni Angerer selbst: Pferde ausbilden, Reitstunden geben, eine Pferdezucht und eine Reittherapie mit Schwerkranken - all das wollte die junge Traunsteinerin hier verwirklichen.

Noch ist nichts in trockenen Tüchern. Doch die Traunstorfer appellieren an die Verwaltung: "Wenn die Not der Stadt, dringend neue Wohnbauflächen ausweisen zu müssen, auch akut ist, raten wir dringend davon ab diesen ungeschickten landschaftlichen Eingriff durchzuziehen und darüber hinaus Unfrieden zu stiften. Gibt es nicht geeignetere Stellen neue Wohnbaugebiete im Zusammenhang auszuweisen?"

Schritt-für-Schritt: So funktioniert Pinweis

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