Einführung in Traunstein geplant

Sicherheitswacht: Wollen Sie für die Polizei Streife gehen?

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So sieht die Sicherheitswacht bereits unter anderem in Freilassing, Burghausen oder Rosenheim aus.

Traunstein - Das Bedürfnis nach Sicherheit wächst, der Ruf nach der Polizei wird oft lauter - nun wollen die Beamten ehrenamtliche Bürger an ihrer Seite, die ihr Einsätze ersparen. *Mit Voting*

Sie dürfen Platzverweise erteilen, renitente Personen festhalten oder Ausweise verlangen: Die Traunsteiner Polizei hat am Mittwoch dem Hauptausschuss ihr Konzept einer Sicherheitswacht vorgestellt. Stimmt auch der Stadtrat kommende Woche zu werden bald mindestens acht Ehrenamtliche gesucht, die der Polizei unter die Arme greifen. 

So sieht die Arbeit der Sicherheitswacht aus

"Die Bevölkerung verlangt mehr Sicherheit, die Aufgaben und Beschwerden bei der Polizei werden mehr und vor allem am Land gibt es viele Pensionsabgänge", begründete Rainer Wolf von der Polizeiinspektion Traunstein die Idee. Aufgabe der Sicherheitswacht soll es sein, bei Vandalismus, Belästigungen, Pöbeleien oder Straßenkriminalität einzuschreiten - und "Störer aus der Anonymität herauszuholen".

Überwacht werden soll ausschließlich der öffentliche Raum, die Sicherheitswacht steht in der Regel mit einem Funkgerät in Verbindung mit der Polizei und ist paarweise unterwegs. Die Sicherheitswacht ist einheitlich uniformiert, gesucht werden Frauen und Männer zwischen 18 und 60 Jahren. Nach der erforderlichen Personalauswahl bildet die Polizei die Ehrenamtlichen in etwa 40 Stunden aus. Ein Richtwert für die Einsatzzeit sind zehn bis 15 Stunden im Monat. 

Einführung scheiterte schon einmal an Personal

"Wir suchen engagierte Leute, keine Selbstdarsteller", so Rainer Wolf. Genau das war schon einmal das Problem: Bereits vor vier Jahren wollte man in Traunstein eine Sicherheitswacht einführen, doch es fehlte schlicht an passendem Personal. Auch in Burghausen, Rosenheim oder Freilassing wurden inzwischen von der Polizei Sicherheitswachten eingeführt. 

"Traunstein ist kein Hort der Friedfertigkeit", meinte Wolf. Als regionales Zentrum laufen hier viele Stränge zusammen, viele verbringen hier das Nachtleben, gehen arbeiten oder zur Schule. "Wenn Burghausen oder Freilassing eine Sicherheitswacht haben, dann braucht Traunstein gleich zwei Mal eine", so der Polizist. 

"Darf kein Sparprogramm für Polizei werden"

Letztendlich sprach sich der Hauptausschuss mit 7:1 Stimmen für die Einführung der Sicherheitswacht in Traunstein aus, doch es kamen auch kritische Stimmen: "Für mich ist das, auf der Billigschiene Polizisten zu ersetzen. All die genannten Aufgaben sind Aufgaben der Polizei. Da braucht es qualifizierte Leute", so Thomas Stadler. Auch Oberbürgermeister Kegel mahnte an, dass die Sicherheitswacht kein "Sparprogramm für die Polizei" werden dürfe. 

xe

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