Stadt musste Stellung beziehen

Allerlei Bedenken gegen neues Gewerbegebiet

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Traunstein - Das Gewerbegebiet am Haslacher Feld wird aller Voraussicht nach weiter wachsen: Nun gewährte die Stadt einen Einblick, aus welchen Richtungen die Bedenken gegen das Projekt kommen.

Der Flächennutzungsplan wurde bereits geändert, der Bebauungsplan ist aufgestellt, nun ist es noch Sache der Regierung von Oberbayern zuzustimmen. Auf der Stadtratssitzung am Donnerstag gewährte die Verwaltung nun einen Einblick woher die Bedenken gegen das geplante Gewerbegebiet an der Haslacher Südspange kommen. Vom Kreisverkehr bis zu den Kiesgruben westlich der Hochstraße sind die Flächen ausgewiesen.

Allein 55 Stellungnahmen von Bürgern trudelten in der Stadtverwaltung ein, nachdem der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt wurde. Mit folgenden Bedenken muss man sich in der Stadt auseinandersetzen:

- Beeinträchtigung für Anwohner: Die Stadt argumentiert hier, dass zum Schutz der angrenzenden Wohnbebauung unzumutbare Lärmbelastungen ausgeschlossen werden. Eine Lärmschutzwand soll davor hüten. Die Höhe soll sich an den Gewerbebauten orientieren.

"Flächenfraß": Es müsse die Aufgabe der Stadt sein, einheimischen und auswärtigen Betrieben "in beschränkten Umfange" neuen Platz zur Verfügung zu stellen. Dem Flächenverbrauch sei man sich aber bewusst, heißt es von der Verwaltung. Außerdem führt man die Ausgleichsflächen ins Feld, vorgesehen bei Zweckham, auf dem Traunreuter Stadtgebiet.

Verlust der Kaufkraft in der Stadt: Man betont, dass Einzelhandelsbetriebe durch den Bebauungsplan ausgeschlossen sind. Andere Gewerbetreibende hätten jedoch teils ganz spezifische Anforderungen, die in der Stadt nicht immer erfüllbar wären - andererseits würden unter den vorhandenen Grundstücken im Stadtbereich auch nicht alle zur Verfügung stehen. Laut dem Radiosender Bayernwelle würden sich die BayWa, h/p/cosmos (Gesundheits- und Sportgeräte) und die City Concept GmbH (Bau und Immobilien) dort ansiedeln wollen.

- Hohe Erschließungskosten: Kurz und knapp argumentiert die Stadt, dass keine Kosten für die Stadt anfallen würden. "Sowohl die Erschließung, als auch die Kosten für die Verlegung der Freileitung sowie der Hauptwasserleitung werden nicht von der Stadt getragen."

- Gefahr für Natur und Umwelt: Durch eine Artenschutzprüfung habe sich gezeigt, dass sich im Plangebiet keine Nistplätze des Rotmilans befinden. Für Vögel hätte der Bereich wegen der stark frequentierten Staatsstraße ohnehin keine große Bedeutung. Allerdings muss während der Bauzeit ein Reptilienschutzzaun errichtet werde, da ein Randbereich der Zauneidechse in die Quere kommen kann.

Unwidersprochen blieben die Antworten der Stadtverwaltung auf die Bedenken aber nicht: Von Traunsteiner Liste und den Grünen wurde die Stellungnahme abgelehnt.

xe

Zurück zur Übersicht: Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser