Aus dem Traunsteiner Stadtrat

Braucht die Stadt ein eigenes Amtsblatt?

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Bisher werden die amtlichen Mitteilungen nur in der Samstagsausgabe des "Traunsteiner Tagblatts" veröffentlicht.

Traunstein - 16 Seiten in die Briefkästen, um die Bürger mehr über Kommunalpolitik, Projekte und Veranstaltungen zu informieren - doch die Idee wurde vom Stadtrat nun deutlich abgelehnt.

Alle Städte und Gemeinden im Landkreis haben eigenständige Amts- und Mitteilungsblätter - nur die Große Kreisstadt tanzt aus der Reihe: Bisher erscheinen die amtlichen Mitteilungen der Stadt "nur" jeden Samstag im "Traunsteiner Tagblatt". Wäre es nicht an der Zeit, ein eigenständiges, von der Tageszeitung unabhängiges, Amtsblatt herauszubringen?

Diese Idee schwebte jedenfalls Oberbürgermeister Christian Kegel und der Stadtverwaltung vor. Zumindest sollten weitere Schritte und Möglichkeiten zur Herausgäbe einer solchen "Stadtzeitung" geprüft werden. "Man könnte umfassender informieren, Serien über große Bauvorhaben wären möglich und mehr Infos über das 'Außenrum'", hieß es in der jüngsten Stadtratssitzung von den Befürwortern. Das Amtsblatt könnte an alle Haushalte verteilt werden, da mit dem Aushang an den Amtstafeln und dem "Traunsteiner Tagblatt" nicht alle Bürger erreicht würden.

"Politische Berichterstattung nicht Aufgabe der Stadt"

"Bei 16 Seiten und einer Auflage von 5000 Stück würde das das Zehnfache im Vergleich zu jetzt kosten", kritisierte Stadtrat Josef Kaiser. 4300 Euro zahlt die Stadt bisher jährlich an das "Traunsteiner Tagblatt" für die Veröffentlichung in den Samstagsausgaben. Kritik kam auch von Kegels eigener Fraktion: "Es werden trotzdem nicht alle Haushalte kriegen, sondern nur die, die an jenem Tag auch Post bekommen - eigene Austräger wären zu unzuverlässig", so Traudl Wiesholler-Niederlöhner. Außerdem würde in den Amtsblättern anderer Kommunen auch Werbung auftauchen, "und das will ich nicht", so die dritte Bürgermeisterin.

Eine Stadtzeitung, die zumindest alle zwei Monate erscheint schlug Burgi Mörtl-Körner vor. Angesichts der zurückgehenden Wahlbeteiligung sollte über die Kommunalpolitik informiert werden und so könnte man die Bürger mehr zur Identifikation mit Traunstein und zum Mitmachen animieren. "Politische Berichterstattung ist nicht die Aufgabe der Stadt", argumentierte dagegen Christian Hümmer. Es wird dabei bleiben, wie es ist: Die amtlichen Mitteilungen werden auch in Zukunft nur in der Samstagszeitung erscheinen - der Vorschlag zum eigenen Amtsblatt wurde mit 15:9 Stimmen abgelehnt.

xe

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