Nach vier Unfällen an der Traunsteiner Südspange

Ampeln? Kreisverkehr? Darum blockt das Straßenbauamt

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Traunstein - Nach der Unfallserie ist die Diskussion voll entbrannt: Wie kann der Unfallschwerpunkt Südspange entschärft werden? Das Straßenbauamt widerspricht dabei den Vorschlägen unserer Leser.

Vier Unfälle innerhalb einer Woche haben den Unfallschwerpunkt Südspange an der B306 bei Traunstein wieder in den Fokus gerückt. Zusätzlich zur Abstimmung unserer User fragte auch ein Leser über unser Meldeportal Pinweis: "Wäre es in diesem Fall nicht vernünftig über eine Ampelregelung nachzudenken?" Unfälle hin oder her, man würde sich von Haslach kommend ohnehin "die Reifen eckig stehen", um auf die B306 einbiegen zu können. 

Das Urteil unserer User in der Abstimmung vom Mittwoch war dagegen eindeutig: Eine klare Mehrheit sprach sich dort für einen Kreisverkehr aus. Eine Ampel wird als zweitbeste Lösung angesehen, von einer Begrenzung auf 50 Stundenkilometer oder einem fixen Blitzer sind nur wenige überzeugt. Viele meinen dagegen, die jetzige Regelung mit den Warnschildern müsse reichen. 

Das sagt das Straßenbauamt

Zuständig für Bundesstraßen, und so auch für die Südspange, ist das Staatliche Bauamt in Traunstein. Wir haben mit Leiter Sebald König die Alternativen durchgesprochen.

"Ein Kreisverkehr, wie ihn sich viele der Leser wünschen ist illusorisch", stellt der Leiter Sebald König klar: "Das scheidet definitiv aus." Bei einer derart belasteten Strecke wie der B306 bräuchte man einen Kreisverkehr mit 40 Metern Durchmesser inklusive Bypässen. Zum einen würde man dann den Hochwasserbereich der Traun tangieren, zum anderen sind die angrenzenden Grundstücke in Privatbesitz.

Auch von einer Ampellösung ist Sebald König nicht begeistert: "Das schafft nur neue Probleme." Ampeln würden zu Pulkbildungen führen, die sich an anderer Stelle wieder negativ auswirken. Beispiel Autobahn Siegsdorf: Durch die dortigen Ampeln erreiche der Verkehr schubweise die Südspange. "Die Unfälle wurden allesamt von Linksabbiegern von Traunstein kommend verursacht. Durch Pulkbildungen können manche das Abbiegen dann wohl nicht mehr abwarten."

"Ideallösung wäre Rampenanlage"

Positiver sieht man im Straßenbauamt dagegen prinzipiell die Lösung einer fixen Blitzeranlage. Zumindest in St. Georgen habe sie Wirkung gezeigt. "Es ist erschreckend wie die Verkehrsmoral von manchen Autofahrern abnimmt. Ohne Strafen geht's bei manchen nicht mehr", so König. Vom Blitzer in St. Georgen wüssten die Leute inzwischen, so habe man die Unfallzahlen dort minimieren können.

Beim Thema "Beschränkung auf 50 km/h" verweist der Leiter des Straßenbauamts darauf, dass es einerseits ohnehin schon eine Beschränkung gäbe und andererseits die Autofahrer durch die Leuchtschilder auf die gefährliche Einmündung hingewiesen werden. Weil die Stelle als Unfallschwerpunkt bekannt ist habe man die Warnhinweise vor rund zwei Jahre eigens angebracht.

"Die Ideallösung wäre eine Rampenanlage hinauf zur Brücke", meint Sebald König, doch dafür ist die Brücke nicht vorgesehen: "Heute würde man sie wahrscheinlich anders planen." Doch er verspricht: "Bei der nächsten Verkehrsschau wird das Thema mit der Polizei nochmal sehr klar angesprochen."

Allein durch dieses Video vom Dienstag wird klar, wie kompliziert die Südspange für manche Autofahrer ist:

Pinweis

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xe

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