Mehr als 300 unbesetzte Lehrstellen

Betriebe kämpfen weiter um jeden Azubi

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Traunstein - Zahlreiche Lehrstellen sind zu Beginn des Ausbildungsjahres noch unbesetzt. Denn die Unternehmen bekommen keine Bewerbungen mehr. Das wird zum Problem im Landkreis:

Die Bewerberlücke in der regionalen Wirtschaft verharrt auch heuer auf hohem Niveau. Zu Beginn des Ausbildungsjahrs sind in den Betrieben im Landkreis Traunstein noch mehr als 300 von knapp 1500 angebotenen Lehrstellen frei, so die aktuellste Statistik der Arbeitsagentur. Damit bleibt jeder fünfte Ausbildungsplatz unbesetzt.

Unternehmen bekommen immer weniger Bewerbungen

"Vor allem kleine und mittlere Unternehmen müssen um jeden Azubi kämpfen. Aufgrund der guten Konjunktur und des absehbaren Fachkräftemangels bieten sie reichlich Lehrstellen an, sie bekommen aber immer weniger Bewerbungen", sagt Werner Linhardt, Vorsitzender des IHK-Gremiums Traunstein. Insgesamt treten im Landkreis Traunstein mit Beginn des Ausbildungsjahres 620 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen an, wie aus der vorläufigen Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern mit Stand Ende August hervorgeht. Dies ist ein Mini-Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Damals begannen 617 Jugendliche eine Ausbildung. Die zahlenmäßig stärksten fünf IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Kaufleute im Einzelhandel, Industriemechaniker, Verkäufer, Großhandelskaufleute und Industriekaufleute.

Problem geht quer durch alle Branchen

Besonders groß ist die Bewerberlücke im Einzelhandel und in der Gastronomie. Linhardt unterstreicht jedoch, dass das Problem quer durch alle Branchen gehe. "Es sind auch noch etliche Lehrstellen in den Bereichen Fahrzeugbau und Metallbau oder für Bürokaufleute frei", so der IHK-Gremiumsvorsitzende.

"Der Mangel an Ausbildungsbewerbern wird für unsere Wirtschaft immer mehr zum Dauerzustand", beklagt Linhardt. "Die fehlenden Azubis von heute sind aber der Fachkräftemangel von morgen. Die Wirtschaft braucht dringend Unterstützung, um die Ausbildung für mehr Jugendliche attraktiv zu machen", fordert Linhardt. Der IHK-Gremiumsvorsitzende führt den Bewerberengpass auf stagnierende Schulabgängerzahlen sowie dem Trend zur Akademisierung zurück.Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 27 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 54 Prozent.

Karrierechancen durch Ausbildung müssen wieder mehr Stellenwert bekommen

"In der Berufsorientierung müssen die hervorragenden Karrierechancen durch eine Ausbildung wieder mehr Stellenwert bekommen, wir brauchen nicht noch mehr Studienabbrecher", so Linhardt. Mit Schulpatenschaften, der Teilnahme an Bildungsmessen oder Ausbildungstagen im Unternehmen können Betriebe den Schülern bei der Berufsorientierung helfen, sagt der IHK-Gremiumsvorsitzende.

Insgesamt sind 366 IHK-zugehörige Unternehmen im Landkreis Traunstein in der Ausbildung aktiv und stehen für rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.

Pressemitteilung IHK München und Oberbayern

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser