Schwerer sexueller Missbrauch 

Angeklagter Stiefvater vor Gericht teilgeständig

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Traunstein/Bruckmühl - Am Dienstag musste sich ein 49-Jähriger wegen schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern vor der Jugendschutzkammer am Landgericht Traunstein verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 49-jährigen Angeklagten vor, seine damals 10-jährige Stieftochter ab etwa September 2011 über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren sexuell schwer missbraucht zu haben

Er soll mehrmals die Woche sexuelle Handlungen an dem Kind vorgenommen oder an sich vornehmen haben lassen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten daher schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen vor.

Die Entwicklungen des ersten Verhandlungstages

Am ersten Verhandlungstag wurden der Angeklagte sowie die Kriminalbeamtin, welche die Ermittlungen führte vernommen. Außerdem sagte die Schwester der Geschädigten aus. Dr. med. Stefan Gerl, Chefarzt für forensische Psychiatrie am Inn-Salzach-Klinikum trug zudem seinen Bericht vor.

Die Geschädigte selbst war nicht geladen. Um ihr eine weitere Aussage zu ersparen, wurde vom Gericht die bereits geführte Videovernehmung herangezogen.

Anklageschrift

Der Angeklagte habe seit etwa Mitte 2009 zusammen mit der Geschädigten in häuslicher Gemeinschaft im Gemeindegebiet von Bruckmühl gelebt. Mit der Mutter der Geschädigten sei er seit Mai 2010 verheiratet gewesen. Er war also der Stiefvater der Geschädigten.

Ab September 2011 sei es laut Anklageschrift im Haus der Familie vermehrt zu sexuellen Übergriffen auf die Geschädigte gekommen. Die Geschädigte war zu diesem Zeitpunkt zehn Jahre alt. Wie dem Angeklagten vorgeworfen wird, sollen die Handlungen des Angeschuldigten bis zur Trennung von der Mutter der Geschädigten im Oktober 2013 angehalten haben. Zu diesem Zeitpunkt war die Geschädigte 12 Jahre alt.

Die sexuellen Handlungen fanden laut Anklage mehrmals pro Woche statt und sollen sich stufenweise gesteigert haben. 

Aussage des Angeklagten

Der teilgeständige Angeklagte stritt die Häufigkeit und Intensität der Anklagevorwürfe ab. Dies deckte sich nicht mit der Aussage der Geschädigten.

Grund für die Übergriffe seien nach eigener Aussage vermehrter Alkoholkonsum, zum Ende hin bis zu einer Flasche Whiskey pro Tag, gewesen. Er habe sich in häuslicher und finanzieller Hinsicht gegen seine Ehefrau nicht durchsetzen können, weswegen er sich dann irgendwann dem Alkohol zugewendet habe. Übergriffe habe es nur in stark alkoholisiertem Zustand gegeben.

Aussage der Schwester der Geschädigten

Die Schwester der Geschädigten beschrieb den Angeklagten als "impulsive Persönlichkeit". Übergriffe habe sie nicht direkt mitbekommen, einige Situationen seien ihr aber seltsam vorgekommen. Die Geschädigte habe jedoch nicht mit ihr darüber gesprochen. 

Nachdem der Angeklagte ausgezogen ist, habe sie versucht die Schwester drauf anzusprechen, diese sei aber ausgewichen. "Ich habe gedacht ich schade ihr durch die Fragen mehr, als dass ich ihr helfe."

Gutachten des Sachverständigen

Dr. med. Stefan Gerl, Chefarzt für forensische Psychiatrie am Inn-Salzach-Klinikum hält eine Unterbringung des Angeklagten in einer psychatrischen Klinik auf Grund seines Gesundheitszustandes für ausgeschlossen.

Der Fall geriet durch die Anwältin des Opfers ins Rollen, die sich im Juni 2014 bei der Kripo Rosenheim im Auftrag einer jungen Frau und zwei Kindern meldete. 

Die Verhandlung wird am Freitag um 9 Uhr unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt.

Annalina Jegg/jb

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