Zweimal "Nein" zum Güterhallen-Bürgerentscheid?

Diese Konstellation könnte einiges auf den Kopf stellen

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Traunstein - Da würde auch die Stichfrage nicht weiterhelfen: Die Stadtratsfraktion "Traunsteiner Liste" schlägt vor, bei beiden Bürgerentscheiden zur Güterhalle mit "Nein" zu stimmen. Wie würde es dann weitergehen?

"Wir stehen mit diesem Vorschlag etwas allein da", gibt Fraktionsvorsitzender Dr. Thomas Graf zu. Der Hintergrund: Graf ist zwar auch für die Sanierung der Güterhalle, doch nicht so wie es die Stadt plant. Ihm wäre unter anderem künftig eine Innendämmung lieber als die vorgesehene Außendämmung: "Das wäre günstiger", meint der Fraktionsvorsitzende. Doch damit drang er zu den Planern kaum durch. Um an den Sanierungsplänen noch einmal feilen zu können, sollten deshalb beide Fragen abgelehnt werden.

"Eine verzwickte Sache"

Auch in der Stadtverwaltung nennt man diese theoretische Abstimmungskonstellation eine "verzwickte Sache". Denn wenn beide Bürgerentscheide durch Nein-Stimmen oder eine zu geringe Beteiligung abgelehnt werden, spielt auch die Stichfrage keine Rolle mehr: Sie kommt nur zum Tragen, wenn beide Bürgerentscheide "in einer miteinander nicht zu vereinbarenden Weise beantwortet werden". Nur so könnten die Wähler ausdrücken, dass sie weder die "teure Sanierungsvariante" noch das "finanzielle Risiko eines Neubaus" mittragen wollen, meint die "Traunsteiner Liste".

Müsste Traunstein noch länger auf ein Jugendzentrum warten?

Schon jetzt beharken sich beide Lager, ein zukunftsfähiges Jugendzentrum immer weiter in die Ferne gerückt zu haben. Würde der Vorschlag der Graf-Fraktion eine baldige Realisierung dann nicht noch unwahrscheinlicher machen? "Es könnte noch schneller gehen", meint der praktizierende Kinderarzt im Gespräch mit chiemgau24.de - auch wenn neue Pläne zur Güterhalle dann erneut den Planungsausschuss und den Stadtrat passieren müssten.

"Es wäre offen, wie es dann weiterginge. Irgendwas anderes müsste dann passieren", meint Traunsteins Pressesprecherin Carola Westermeier. Sicher wäre nur, dass sowohl ein Jugendzentrums-Neubau im Bahnhofsgelände, als auch die derzeitigen Pläne zur Güterhallen-Sanierung passé wären.Doch, dass es so weit kommt, mehrheitlich zwei Mal "Nein" bei den Güterhallen-Bürgerentscheiden, dass glaub auch Thomas Graf selbst kaum: "Es ist schon eher unwahrscheinlich."

Fotos: Ein Blick in die Güterhalle

xe

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