Wasserwirtschaftsamt berichtet über Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz

Raith: "Am Geld scheitert es momentan nicht"

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Traunstein- Insgesamt 8 Mio. Euro zahlte der Landkreis im Rahmen von Hilfsprogrammen an Geschädigte des Hochwassers im Jahr 2013 aus. Wie weit fortgeschritten sind hingegen die Baumaßnahmen?

Umfangreiche Angaben, Rede und Antwort zum aktuellen Stand bei den Hochwasserschutz-Maßnahmen im Landkreis Traunstein lieferte Walter Raith, der Behördenleiter des Wasserwirtschaftsamts im Rahmen der Kreistagssitzung am Freitag. Für Baumaßnahmen rund um das Thema Überschwemmungsschutz flossen in den Jahren 2013 und 2014 bereits rund 7,1 Mio. Euro in den Landkreis Besonders die Tiroler Achen profitierte dabei von Zuwendungen in Höhe von 3,4 Mio. Euro. Geplant für die kommenden Jahre bis 2017 ist dann nochmal ein Maßnahmenpaket für rund 13 Mio. Euro. Der überwiegende Großteil dieser Summe soll auch dann wieder in die Sicherung des Flusses zwischen Staatsgrenze und dem Chiemsee fließen.

Priorisierung statt Sparmaßnahmen

Landrat Siegfried Walch bedankte sich zu Beginn der Präsentation zuerst bei den zahlreichen Helfern, die insgesamt rund 50.000 Einsatzstunden leisteten, um die Auswirkungen des Jahrhunderthochwassers von 2013 zu mildern.

Bereits nach den Hochwassern der Jahre 1999 und 2002 habe eine Bayern-weite Analyse die Situation und den Bedarf festgestellt. "Es ist schon viel passiert seither, es steht aber auch noch viel an", fasste Walter Raith die Lage an den Gewässern zusammen. Um die vielen Maßnahmen abarbeiten zu können, habe eine Einteilung in fünf Kategorien stattgefunden. Je nachdem wie viel Schaden durch eine Investment von einem Euro verhindert werden kann, erreicht eine Maßnahme dabei eine höhere Stufe. Können so 10 Euro oder mehr eingespart werden, wird das Projekt mit der höchsten Priorität eingestuft.

Von den insgesamt in Bayern derart favorisierten 70 Baumaßnahmen, befänden sich rund die Hälfte, genauer 36, im Landkreis Traunstein. Diese werden von nochmal 28 Vorhaben der zweiten Prioritätsstufe ergänzt, so Raith weiter. "Woran es momentan nicht scheitert, ist das Geld", fügt der Behördenleiter hinzu. Viel mehr sei es nach wie vor meist eine große Herausforderung, die passenden Grundstücke für die Umsetzung von den Eigentümern zu bekommen.

Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick

Wurden im Bereich der Tiroler Achen seit 2013 schon auf einer Länge von insgesamt neun Kilometern Maßnahmen bis heute umgesetzt, lieferte Andreas Baumer vom Wasserwirtschaftsamt einen Überblick über die noch bis 2017 geplanten Projekte:

- Standsicherheitsüberprüfung am Schlechinger Deich bei Wagrain auf einer Länge von rund 3 Kilometern

- Einbau statisch tragender Innendichtungen an der B305 südlich von Marquartstein

- Sanierung der Ufermauer nahe Gränzmühlwehr in Marquartstein

- Bau einer Ufermauer zwischen zwei Teilstücken in der Nähe Gränzmühlwehr in Marquartstein

- Einbau statisch tragender Innendichtungen auf der gegenüberliegenden Flussseite

- Beidseitiger Einbau einer tragenden Innendichtung im Bereich Staudach

- Standsicherheitsuntersuchung zwischen Chiemsee-Mündung und der Autobahnüberführung

Doch auch an den anderen Gewässern der 1. Ordnung und besonders an denen der 3. Ordnung, den sogenannten Wildbächen, präsentierte Baumer eine Übersicht aktueller Maßnahmen. Seit 2013 wurden hier rund 1,8 Mio. Euro eingesetzt, bis 2017 sollen es nochmal 350.000 Euro werden:

- Bergen/Weißachen: Erneute Vorentwurfsplanung nach Scheiterns wegen Grunderwerb

-Wajon/Alz: Planfeststellungsverfahren, Baubeginn ab Ende 2016

- Ruhpolding/Urschlauer Achen: Projektgespräche mit Regierung und Maßnahmenplanung

- Marquartstein/Tennbodenbach: Prüfung und Genehmigung, Bauausführung ab 2016

-  Ruhpolding/Steinbach: Vorstellung Vorentwurf im Sommer 2015

- Hammer/Rote Traun: Überarbeitung der Planung, Finanzierungsvereinbarung

- Reit im Winkl/Pötschgraben: Entwurfs- und Genehmigungsplanung, Bauausführung mit Gemeinde

- Oberwössen: Hochwasserschutz in Entwurfsplanung

- Reit im Winkl/Hausbach: Entwurfs- und Genehmigungsplanung Ende 2015

- Surberg/Traunstein/Grundbach: Genehmigungsverfahren, Baugeginn Mitte 2017

- Trostberg: Hochwasserschutz im Vorentwurf

Den umfangreichen Nachfragen der anwesenden Kreisräte und Kreisrätinnen standen Walter Raith und Andreas Bauer dabei detailliert Rede und Antwort.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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