Doch kein Globuli-Bachelor in Traunstein!

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Traunstein - Die Steinbeis-Hochschule Berlin, die in Traunstein einen Bachelor in Homöopathie anbieten wollte, hat die Planungen für den Studiengang eingestellt.

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Berlin hat auf Anfrage von chiemgau24 entsprechende Gerüchte im Internet bestätigt. Die Steinbeis-Hochschule habe demnach Ende März mitgeteilt, dass die Planungen für den Studiengang "Complementary Medicine and Management" am Standort Traunstein eingestellt wurden. Da die Steinbeis-Hochschule in Berlin ansässig ist, war der dortige Senat für das Genehmigungsverfahren zuständig.

Im Laufe der vergangenen Monate wurde die Kritik am geplanten Bachelor immer lauter. In verschiedenen Medien brachten Kritiker ihre Argumente gegen den Studiengang vor. Man könne einen akademischen Grad nicht für eine Disziplin verleihen, die selbst keinen wissenschaftlichen Kriterien gerecht wird, lautete das Kernargument. Das Ziel war es, die Akkreditierung des Studiengangs zu verhindern.

Ob es dieser öffentliche Druck war, der letztlich das Ende des Studiengangs eingeleitet hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Die Homöo-Akademie, an der das Studium im Wintersemester 2014/15 beginnen sollte, war bisher telefonisch nicht zu erreichen. Die Redaktion erwartet eine Stellungnahme des Präsidenten der Steinbeis-Hochschule, Prof. Dr. Löhn, die jedoch vermutlich nicht mehr am Freitag eintreffen soll.

Petition gegen den Studiengang

Mitte Februar wurde sogar eine Petition gegen den Homöopathie-Bachelor gestartet. Mit Stand vom Vormittag des 4. April hatte sie allerdings weniger als 3100 Unterzeichner und war von dem Ziel der 10.000 Unterstützer noch weit entfernt. Die Begründung für die Petition fasst die Kritik an der Homöo-Akademie trotzdem griffig zusammen. "Weder die für die Genehmigung des Studiengangs zuständigen Behörden (Senat Berlin, Wissenschaftsministerium Bayern) noch die für die Akkreditierung zuständige Akkreditierungsagentur prüften die geforderte Wissenschaftlichkeit des Studiengangs. Vielmehr berufen sich die Genehmigungsbehörden und Akkreditierungsagenturen dabei wechselseitig auf die Verfahren der jeweils anderen Stelle", schreiben die Initiatoren.

Es sei nicht möglich, Homöopathie auf Hochschulniveau zu unterrichten, da es keine wissenschaftliche Disziplin ist. Dazu heißt es in der Petition: "Die Akkreditierung eines solch offensichtlich unwissenschaftlichen Studiengangs an einer deutschen Privathochschule und die damit verbundene Gleichstellung der Studienabschlüsse unterminiert die Glaubwürdigkeit unseres Bildungssystems in massiver Weise und kommt einem Schlag ins Gesicht aller Studenten ernsthaft wissenschaftlicher Studiengänge gleich."

Ende März sollten an der Homöo-Akademie die ersten Vorbereitungskurse für das eigentliche Studium beginnen. Die Vorbereitungskurse richteten sich an Bewerber ohne Berufserfahrung, fanden aber offenbar wenig Interessenten. Ende März sprach die Leiterin der Akademie, Anja Wilhelm, gegenüber der Süddeutschen Zeitung von "einer sehr kleinen Gruppe", ohne genaue Zahlen zu nennen.

Rubriklistenbild: © dpa

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Robert Märländer

Robert Märländer

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