Rekordbeteiligung an der Brotprüfung

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der Traunsteiner Innungs-Obermeister Klaus Schneider (links) und Sachverständiger Manfred Stiefel vom Backwaren-Qualitätssicherungs-Institut fachsimpeln über eingereichte Prüfungsstücke.

Traunstein - Bei der Brotprüfung der Bäcker-Innung Traunstein herrschte heuer Rekordbeteiligung. Das unabhängige Urteil bescheinigt Qualität und Vielfalt im Handwerk.

Mit dem Institut für die Qualitätssicherung von Backwaren e.V. besitzt das deutsche Bäckerhandwerk eine unabhängige Prüfinstanz, deren Dienste auch heuer von der hiesigen Bäcker Innung beansprucht wurden. Drei hauptberufliche Qualitätsprüfer sind laufend in ganz Deutschland zur professionellen Bewertung von Backwaren unterwegs, jährlich werden von ihnen rund 20000 Produkte aus etwa 4500 handwerklichen Innungsbäckereien sensorisch begutachtet.

Mit einer rekordverdächtigen Beteiligung von über 100 Broten hatte Manfred Stiefel, unabhängiger Sachverständiger dieser Organisation, bei der zweitägigen Prüfung in Traunstein wieder alle Hände voll zu tun. Die Bäckermeister aus der Region nahmen die Gelegenheit des neutralen Tests ihrer Erzeugnisse nach den Richtlinien der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) erfreulicherweise rege in Anspruch, der vom Institut aus Weinheim im Auftrag des Deutschen Bäckerhandwerks bundesweit durchgeführt wird. Der Appell von Innungsobermeister Klaus Schneider auf der vor kurzem stattgefundenen Innungsversammlung, sich aus eigenem Interesse an dieser Qualitätsprüfung zu beteiligen, blieb offensichtlich nicht ungehört. Aufgabe und Zielsetzung ist es, so Manfred Stiefel, das Streben nach Qualität in den handwerklichen Bäckereien nachhaltig zu unterstützen und bei Bedarf entsprechende Hilfestellungen zu leisten. Damit war der Qualitätsprüfer, der durch beständiges Wasser- trinken immer wieder seinen Geruchs- und Geschmackssinn neutralisierte, am Rande der zulässigen Höchstzahl; aus sensorischen Gründen sind im Interesse einer ordnungs- gemäßen Prüfung den täglichen Prüfstücken mengenmäßig Grenzen gesetzt. Hauptzweck der Prüfung ist neben der Bewertung, dem Bäckermeister Auskunft über eventuelle Backfehler zu geben, die sich negativ auf die Qualität aus- wirken können. Man beuge damit einer gewissen Betriebsblindheit vor, die sich bei jahrelanger Übung einschleichen kann, so Stiefel. Einige teilnehmende Bäckermeister nahmen schließlich auch die in diesem Rahmen angebotene Beratung durch den speziell ge- schulten Fachmann in Anspruch und ließen sich sagen, wie vielleicht das eine oder andere noch zu verbessern wäre.

Nach Meinung des Prüfers war die Qualität der vorgelegten Brote bemerkenswert gut. Soweit man hier überhaupt von Mängeln oder Fehlern sprechen kann, handelt es sich um Sachen, die der Verbraucher vermutlich nicht festgestellt hätte. Für den Fachmann seien sie jedoch erkennbar und in der Regel leicht abzustellen. Prüfkriterien mit verschiedenen Gewichtungsfaktoren waren Form, Aussehen, Oberflächen- und Krusteneigenschaft, Lockerung, Krumenbild, Struktur, Elastizität, Geruch und Geschmack des Brotes. Der Sachverständige des Instituts wusste dabei nie, wessen Backwerk er gerade begutachtete. Lediglich eine von der Prüfungsassistentin frei vergebene Prüfungsnummer sowie die Zutaten waren ihm bekannt. Selbst der Säuregrad konnte bei einer sensorischen Unsicherheit mit Hilfe eines mobilen Laborgeräts überprüft werden. Insgesamt vergab der Qualitätsprüfer 35 mal „Gold“ an die Bäckereien der Region, Gold gibt es bei den strengen Prüfungskriterien nur beim Erreichen der maximal möglichen Punktezahl 100. Mit „Silber“ wurden 56 Backstücke ausgezeichnet, dabei waren 90 Punkte notwendig. Erwähnenswert ist die hervorragende Qualität mehrerer Betriebe im landkreisumfassenden Innungsbezirk über Jahre hinweg, ausserdem das Angebot an Bio-Produkten, die dem Verbraucher sowohl inhaltlich als auch geschmacklich viele interessante Varianten bieten. Die für einzelne Brotsorten ausgezeichneten Bäckerei-Fachbetriebe waren diesmal (in alphabetischer Reihenfolge):

Eugen Bauer (Bäckerei Huber), Truchtlaching (2 x Gold, 7 x Silber) Hans Kneffel, Matzing (7 x Silber) Kotter GmbH, Traunstein (13 x Gold, 15 x Silber) Anton Mirlach, Palling (5 x Gold, 5 x Silber) Klaus Schneider, Traunstein (6 x Gold, 13 x Silber) Schuhbeck, Ruhpolding (9 x Gold, 6 x Silber) Steinberger GmbH, Pietling/Fridolfing (3 x Silber).

Zillner

Zurück zur Übersicht: Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser