New York: Traunstein rührt Werbetrommel

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...bald soll man auch in New York Traunstein kennen.

Traunstein - „Natürlich können wir nicht erwarten, dass jeder in New York Traunstein kennt“, meint Stadtrat Florian Schützinger bei der Vorstellung des Faltblattes kurz vor der Abreise der Traunsteiner Schwerttänzer nach New York.

„Darüber kann man jetzt traurig sein oder man begegnet dieser Tatsache mit einem leichten Schmunzeln.“

Die Stadt und die Schwerttänzer haben sich für Letzteres entschieden und eine achtseitige „Visitenkarte“ für Traunstein entwickelt. 5000 Exemplare sollen davon am Samstag, 19. September, bei der Parade auf der 5th Avenue verteilt werden und mit den Schwerttänzern für Traunstein werben. „Tausende deutschland-begeisterte Besucher werden in New York den Festzug verfolgen. Das wollen wir nutzen“, sagt der Schirmherr, Oberbürgermeister Manfred Kösterke.

Das postkartengroße Heftchen hat gute Chancen, bei den New Yorkern im Gedächtnis zu bleiben, wurde es doch auch eigens für sie geschrieben. Schon auf der Titelseite des Flyers heißt es leicht ironisch: „Please, don't tell me you don't know Traunstein“, was frei übersetzt soviel heißt wie: „Sagen Sie bloß, Sie kennen Traunstein nicht.“ Blättert man auf, erfährt der New Yorker Leser in kurzen Texten, was ihm bisher entgangen ist. Und so lautet eine Überschrift: „Vor 350 Jahren hatte Traunstein noch doppelt so viele Einwohner wie New York“ und beschreibt, dass Traunstein schon früh Zentrum des regionalen Salzhandels war. Mit der Zeile: „Niemand ist bekannter als der US-Präsident. Von einem Mann aus Traunstein abgese-hen.“, geht das Faltblatt auf Papst Benedikt XVI. und dessen Traunsteiner Jugendzeit ein. Und wer hätte gedacht, dass Traunstein eineinhalbmal höher ist als das Empire State Building?

„Nach all diesen ‚Fakten' und unserem Auftritt im Central Park sollte es schwer fallen, uns gleich wieder zu vergessen“, lächelt Schützinger, Hauptmann der Schwerttänzer, der in den letzten Tagen aber mehr als Schreinermeister für das Projekt „New York“ unterwegs war und Kisten für Lanzen, Rüstungen und Schwerter zimmerte. Auch das „Kranzerlproblem“ ist mittlerweile gelöst. Die USA verweigert allen Pflanzen als möglichen Trägern von Schadorganismen die Einfuhr. Und so bediente man sich eines Hochzeitsshops aus dem Internet und orderte dort täuschend echten künstlichen Buchs, den man am Samstag in Handarbeit zu Buchskranzerln gebunden hat.

Abfahrt der zirka 65-köpfigen Gruppe nach New York war am heutigen Donnerstag um 3 Uhr ab Karl-Theodor-Platz. Mit von der Partie sind auch Landrat Hermann Steinmaßl, der bei dieser Gelegenheit für den Chiemgau werben möchte, und die Kulturreferentin des Traunsteiner Stadtrats, Ursula Lay.

Chiemgau-Zeitung

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