"Schweinegrippe" beschäftigt Gesundheitsamt

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Traunstein - Die „Schweinegrippe“ war das alles dominierende Thema der Arbeit des Gesundheitsamtes im Jahr 2009. Nach derzeitigem Stand gab es im Landkreis insgesamt 495 bestätigte Schweinegrippefälle.

 „Damit liegt der Landkreis ziemlich genau im bayerischen Landesdurchschnitt“, so der Leiter des Traunsteiner Gesundheitsamts Dr. Franz Heigenhauser. Die Krankheitsverläufe waren weitüberwiegend „milde“, in wenigen Fällen entwickelte sich eine Lungenentzündung, Todesfälle gab es keine.

Das Krankheitsgeschehen verlief klassisch wellenförmig: Die erste leichte Welle rollte im Juli und August über den Landkreis, die zweite kurze, aber heftige Welle mit bis zu 50 Meldungen am Tag in der zweiten Oktoberhälfte. Kennzeichnend für die erste Welle war, dass es sich dabei meistens um „Urlaubsmitbringsl“ aus Spanien bzw. England handelte.

Dr. Heigenhauser: „Derzeit ist es mit nur vereinzelten Meldungen eher ruhig. Das könnte aber auch mit der geänderten, reduzierten Meldepflicht für die Ärzteschaft zusammenhängen.“ Besonders erschwert wurde die Arbeit des Gesundheitsamtes durch die teilweise diametral widersprüchlichen Aussagen sogenannter Experten, die zu einer großen Verunsicherung der Bevölkerung führten. An manchen Tagen „glühten“ die Telefonleitungen des Gesundheitsamtes von früh bis spät. Absoluter Höhepunkt war die Diskussion über die verschiedenen Impfstoffe. „Obwohl wir nicht beteiligt waren, mussten wir wahre Schimpfkanonaden über uns ergehen lassen“, so Dr. Heigenhauser.

Rückblickend merkt er an, dass die Informationspolitik des Bundesgesundheitsministeriums bzw. des Robert- Koch- Instituts eher „suboptimal“ waren und die Arbeit vor Ort alles andere als erleichtert haben. Im Gegensatz zu vielen anderen Landkreisen wurden im Landkreis Traunstein bis auf die kurzfristige Schließung eines Kindergartens in der aufgeheizten Frühphase des Geschehens keine weiteren Einrichtungen wie Arztpraxen oder Betriebe geschlossen.

Dr. Heigenhauser wörtlich: „Manche im Übereifer erlassenen Richtlinien werden erst durch einen gesunden Pragmatismus oder eine Milde des Vollzugs handhabbar.“

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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