Stadt erstellt neues Konzept

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Den Öffentlichen Personennahverkehr in Traunstein will die Stadt attraktiver und effektiver machen.

Traunstein - Die Stadt will den Öffentlichen Nahverkehr verbessern. Einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt, ein Konzept für die Neustrukturierung des Stadtverkehrs zu erarbeiten.

Nicht anfreunden konnte sich das Gremium mit der Einführung von "Rufbussen", die auf Anforderung fahren.

Die DB Bahn Oberbayernbus betreibt die Stadtbuslinie eigenwirtschaftlich im Sinne eines gewinnorientierten Unternehmens. Das Fahrgastaufkommen ist in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen. Der Versuch, die Attraktivität der Linien durch zusätzliche Haltestellen zu steigern, brachte keinen Erfolg. Sie wurden nach einer Überprüfung wieder gestrichen.

Die Stadt Traunstein entwickelte dann ein neues Konzept: "Rufbusse", so die Idee, sollten insbesondere in der Zeit zwischen 8 und 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr auf Anforderung nach einem festen Fahrplan die Haltestellen anfahren. Sie müssten von den Fahrgästen bei einem örtlichen Callcenter angefordert werden, die Vorlaufzeit würde dabei mindestens 30 Minuten betragen. Die Beförderung würde weitgehend durch Kleinbusse erfolgen. Der Finanzierungsbedarf des neuen Konzeptes würde dabei mit rund 145.000 Euro jährlich zu beziffern sein, die teilweise wieder durch ein Förderprogramm des Bayerischen Wirtschaftsministeriums hereingeholt werden könnten. Oberbürgermeister Manfred Kösterke machte aber deutlich, dass ihm kein ÖPNV-System bekannt sei, das kostendeckend fahre.

SPD-Fraktionsvorsitzende Ingrid Boedecker begrüßte zwar die Vorlage des Konzeptes, betonte aber für ihre Fraktion, das vorliegende Konzept nicht weiter zu verfolgen. Man brauche eine flexible Lösung. Kritisch merkte sie an: "Jeder sagt, wir brauchen mehr ÖPNV, und trotzdem geht die Nutzung zurück."

Simon Steiner von der Traunsteiner Liste rügte die Verkehrsdichte in der Stadt: "Auto an Auto, das ist fast schon ein Fetisch." Man müsse auch in Traunstein schauen, mehr von der Nutzung des Autos wegzukommen. Er regte an, einen einjährigen Modellversuch durchzuführen, in dem die Stadt einen Bus von Stadtbediensteten mit Personenbeförderungsschein fahren lasse. Er halte für ein verbessertes ÖPNV-Konzept ein Defizit von jährlich 50.000 Euro für akzeptabel.

Grünen-Stadträtin Burgi Mörtl-Körner stand der vorgelegten Konzeption kritisch gegenüber: "Das System funktioniert bei uns nicht." Ein Bus müsse regelmäßig und kostengünstig fahren. Auch sie rechne mit einem entsprechenden Defizit.

CSU-Stadtrat Ernst Harrecker reagierte über die sich in die Länge ziehende Diskussion verständnislos. Man sei sich doch ohnehin einig, das vorgestellte Projekt in einer Arbeitsgruppe auf- und auszuarbeiten. "Wir reden hier jetzt um des Kaisers Bart."

awi

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