Vorbild für erfolgreiche Gewässerentwicklung

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Auszeichnung für Renaturierungsprojekt am Grundbach: Das Foto von der Urkundenübergabe im Rahmen des Deutschen Gewässerentwicklungspreises 2010 zeigt (v.l.) den DWA-Landesvorsitzenden Wolfgang Günthert, die Konrektorin  der Kohlbrenner-Schule, Ulrike Hoernes, DWA-Vizepräsident Albert Göttle, Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke und den Leiter des Sachgebiets Stadtentwässerung, Heinrich Vogl. Über die Auszeichnung freuten sich auch die Schüler, die das Projekt seit 2006 durchgeführt haben.

Traunstein - Für die Renaturierung eines Bachlaufs in Traunstein hat die Stadt eine hohe Auszeichnung im Rahmen des Deutschen Gewässerentwicklungspreises 2010 erhalten.

Mit einer Belobigung bescheinigt die Deutsche Gesellschaft für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) dem Renaturierungsprojekt am Grundbach eine Vorbildfunktionen für Maßnahmen, die sowohl Vorteile für Gewässerstruktur und damit für die Lebensgrundlage von typischen Lebensgemeinschaften an Bächen als auch für den Hochwassersicherheit bringen. Ausgeführt wurden die Arbeiten am Grundbach von Schülern aus Traunstein und Surberg. DWA-Vizepräsident Professor Albert Göttle und DWA-Landesvorsitzender Professor Wolfgang Günthert überreichten die Urkunde am Mittwoch an Oberbürgermeister Manfred Kösterke. „Was uns besonders stolz macht, ist die Tatsache, dass wir unter 30 Bewerbungen aus ganz Deutschland für die Auszeichnung ausgewählt wurden“, freute sich der Oberbürgermeister. Die Verleihung der Urkunde erfolgte während einer kleinen Feier direkt am Grundbach. Vor Ort konnten sich die Gäste ein Bild von den Möglichkeiten der Förderung der Eigendynamik an Fließgewässern machen, durch den der Bachlauf auf einer Länge von 130 Metern seine natürliche Form zurückerhalten hat. „Durch das Projekt ist eine für das Voralpenland typische Gewässerlandschaft entstanden“, würdigte DWA-Vizepräsident Göttle den Erfolg des Projekts. Göttle ist auch Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt und damit einer der obersten Vertreter der Wasserwirtschaft im Freistaat.

Zur Urkundenübergabe war neben Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes, des Landratsamtes und des Landwirtschaftsamt auch eine 7. Klasse der Franz-von-Kohlbrenner-Schule eingeladen, die das Projekt seit 2006 mit ihren Schülern begleitet. Unter der Anleitung einer Biologin durften die Jugendlichen am Grundbach die Gewässergüte bestimmen und mit einem Kescher auf Jagd nach Wassertieren gehen. „Für die Kinder ist das eine schöne Anerkennung und ein toller Abschluss des Schuljahres“, sagte Konrektorin Ulrike Hoernes. Wie sich der Grundbach durch die Renaturierung verändert hat, erläuterte Georg Hermannsdorfer vom Wasserwirtschaftsamt, der in seiner Funktion als Berater für die Gewässernachbarschaften im Landkreis Traunstein den Anstoß für das Schulprojekt gab. „Die Auszeichnung ist ein Ansporn, solche Projekte zusammen mit den Schulen auch in anderen Orten umzusetzen“, so Hermannsdorfer. Das sei auch eine Chance für die Schulen, praktischen und lebensnahen Unterricht in Fächern wie Physik und Biologie anzubieten. Vor der Umgestaltung war der Grundbach ein strukturarmes, weitgehend begradigtes Gewässer. Für die Renaturierung haben die Schüler Holzpflöcke am Ufer eingebaut, diese mit Weidenflechtwerk stabilisiert, mit Erde aufgefüllt und mit Bäumen bepflanzt. Dadurch erhält der Grundbach die Möglichkeit, wieder eine Eigendynamik zu entwickeln. Das Ergebnis ist ein natürlicher Bachlauf mit unterschiedlich tiefen Wasserzonen, in denen sich eine große Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren entwickeln konnte. Unterstützt wurde das Renaturierungsprojekt auch vom Agenda-Arbeitskreis Naturschutz, vom Bund Naturschutz, dem Bauhof der Stadt Traunstein und Schülern der Grundschule Surberg, weshalb auch Bürgermeister Josef Wimmer an der Urkundenverleihung teilnahm und den Schülern seine Anerkennung aussprach. Glückwünsche gab es auch vom stellvertretenden Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein, Rainer Stemmer

Die Federführung für das Projekt lag bei Heinrich Vogl, der im Traunsteiner Rathaus das Sachgebiet Stadtentwässerung leitet und die Bewerbung für den Gewässerentwicklungspreis eingereicht hatte. In einer kurzen Vorstellung der Grundbach-Renaturierung erläuterte Vogl, dass diese auch im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz zu sehen ist: Nach dem Hochwasserereignis von 2002, bei dem der Bach die Siedlung auf der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße überflutet hatte, führte die Stadt eine Geländemodellierung durch, um das Hochwasserrisiko zu vermindern. „Es war ein Glücksfall, dass die Stadt am Grundbach eigene Grundstücke besitzt, um den Ausgleich für die verlorenen gegangenen Rückhalteräume durchzuführen.“ Vogl dankte auch den Eigentümern der Nachbargrundstücke und den Landwirten für die Bereitschaft, die Aktionen zu unterstützen. Die Auszeichnung durch die DWA bestätige nun den Erfolg der Renaturierungsmaßnahmen. Vogl sagte weiter: „Die Belobigung hat nicht in erster Linie die Stadt Traunstein verdient, sondern die Schüler, die mit großer Begeisterung an dem Projekt mitgearbeitet haben.“

Pressemitteilung Stadt Traunstein

Zurück zur Übersicht: Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser