Alkoholkontrollen: "Wegelagerei"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Anton Auer ärgert sich über die Alkoholkontrollen der Polizei in Taufkirchen. Aufgabe der Ordnungshüter sei es nicht, Führerscheine einzusammeln, sondern Trunkenheitsfahrten von vorneherein zu verhindern.

Taufkirchen/Waldkraiburg - Anton Auer aus Taufkirchen ärgert sich über die Polizei und ihre Alkoholkontrollen. Polizei weist die Kritik als unsachlich zurück.

Bereits "zum x-ten Mal" sei es in Taufkirchen passiert, dass ein Polizeiauto "etwas abseits von unseren Gasthäusern auf nach Hause fahrende Besucher wartet, um ihnen dann nachzustellen und zu kontrollieren, ob sie etwas getrunken hätten". In einem Fall habe das Polizeiauto nachts die Verfolgung aufgenommen, "ohne die ersten 200 bis 300 Meter das Licht einzuschalten". Für Auer ist das "der absolute Gipfel". Von "Wegelagerei" schreibt er in einem Brief an die Zeitung. Polizisten hätten etwas anderes zu tun.

Vor allem aber, so der Taufkirchner, sei es Aufgabe der Polizei, die Trunkenheitsfahrten am Parkplatz vor den Gasthäusern zu verhindern, indem sie die Einsteigenden aufmerksam machen, sich nicht mit Alkohol ans Steuer zu setzen. "Muss der Waldkraiburger Polizeichef eine bestimmte Anzahl von Führerscheinen einsammeln?", fragt der 64-Jährige provokant.

"Kein Kavaliersdelikt"

Der Waldkraiburger Polizeichef war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Sein Stellvertreter Markus Steinmaßl weist die Kritik als unsachlich zurück. Es gebe keine Konzentration von Kontrollen speziell in Taufkirchen, die neben der Polizeiinspektion Waldkraiburg im Übrigen auch Kräfte des Einsatzzuges oder der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein durchführen könnten.

Alkohol sei hinsichtlich der Schwere der Unfallfolgen neben überhöhter Geschwindigkeit noch immer eine Hauptursache für Unfälle. Das nehme die Polizei sehr Ernst. Steinmaßl: "Das ist kein Kavaliersdelikt. Stellen Sie sich vor, Ihr Kind wird von einem Betrunkenen überfahren!"

Die Forderung des Taufkirchner Bürgers, vor den Gasthäusern zu warten und allein Trunkenheitsfahrten zu verhindern, sieht er als völlig unrealistisch an: "Soll die Polizei am Gasthaus klingeln und sagen: Heute snd wir da!"

Viele Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss

In der Faschingszeit lege die Polizei naturgemäß ein noch größeres Augenmerk auf Alkoholkontrollen, so Steinmaßl. Das kündigte gestern aus gegebenem Anlass auch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd an. Im vergangenen Jahr habe die Polizei im Präsidiumsbereich alleine in den letzten beiden Faschingswochen 19 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss aufgenommen, heißt es in der Mitteilung. Bei Schwerpunktkontrollen seien zudem 187 Fahrer in alkoholisiertem Zustand angetroffen worden.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Quelle: innsalzach24.de

Zurück zur Übersicht: Trostberg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser