Requiem in St. Andreas

Bewegender Abschied von Pfarrer Günter Eckl

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In der Pfarrkirche St. Andreas in Engelsberg haben über 2000 Menschen Abschied von Pfarrer Günter Eckl genommen

Engelsberg/Garching - "Christus ist da. Auch in den Tränen der Trauer": In der Pfarrkirche St. Andreas haben über 2000 Menschen Abschied von Pfarrer Günter Eckl genommen.

Die Anteilnahme war schier überwältigend. Über 2000 Menschen, darunter Dutzende Pfarrer, waren am Donnerstagnachmittag in die Pfarrkirche St. Andreas in Engelsberg gekommen, um Abschied von Pfarrer Günter Eckl zu nehmen, der am Freitag bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen war. Aus den Worten der vielen Trauerredner sprach tiefer Schmerz, aber auch große Hoffnung. "Unsere Zeit steht in Gottes Händen. Er gibt Geborgenheit. Wir vertrauen darauf, dass Günter Eckl in diese Geborgenheit heimgekehrt ist", sagte Weihbischof Wolfgang Bischof, der Eckl persönlich gut gekannt hatte und stellvertretend für Kardinal Reinhard Marx und das Erzbistum München und Freising das Requiem hielt.

"Günter war das Leise, das Feine"

In seiner Predigt sparte Bischof auch die weniger schönen Momente im Leben von Günter Eckl nicht aus. Bischof sprach an, dass das Leben Eckl es nicht immer leicht gemacht habe. Eckl habe auch gelernt, dass Hilfsbereitschaft mitunter ausgenutzt werde. "Das hat ihn geprägt, das hat ihn geworfen." Zwar habe Eckl auch mal "donnern" und laut werden können. "Aber das war nicht Günter. Das war das, was ihn aufwühlte", so der Weihbischof. "Günter war das Leise, das sich Ausstreckende, das Liebe Gebende, das auf Liebe Hoffende, das Feine."

Anfang dieses Jahres war Eckl an einem Burnout erkrankt. Der 42-Jährige hätte nach einer mehrmonatigen Behandlung nun aber wieder in seinen Beruf zurückkehren sollen. Mehrmals hatte Eckl bereits wieder am Altar gestanden. Bischof fühlte sich bei Eckl an die Geschichte von Jesus erinnert, wie er über das Wasser geht und Petrus auffordert, aus dem Boot auszusteigen und auf dem Wasser zu ihm zu kommen. Im Vertrauen auf das Wort Jesu sei auch Eckl immer wieder aus dem Boot der Sicherheit ausgestiegen, sagte Bischof. "Dieses tiefe Vertrauen, dieses tiefe Verwurzeltsein in Gott hat ihn ausgezeichnet."

Nun müsse man darauf Vertrauen, dass Eckl den Weg zur Auferstehung gegangen ist. "Christus ist da, wenn wir unterzugehen drohen. Auch in den Tränen der Trauer. Auch in den Tränen der Verzweiflung."

"Uns liefen die Tränen über die Wangen"

Dieser Hoffnung schloss sich die evangelische Pfarrerin Kristina Roth an: "Wir vertrauen im Glauben auf unseren Herrn Jesus Christus, dass das Leben in dieser Welt noch nicht alles ist." Roth erzählte davon, wie fruchtbar die ökumenische Gemeinschaft gewesen sei. "Ich habe Günter immer offen erlebt. Offen für Gespräche. Offen für Fragen des Glaubens."

Franz Auer, Kirchenpfleger in Engelsberg, hatte auf einer Fahrt zu einer Beerdigung vom Tod Günter Eckls erfahren. Spontan hatte er daraufhin mit seiner Frau einen Rosenkranz gebetet. "Uns liefen die Tränen über die Wangen und die Verzweiflung, die uns befangen hatte, wollte nicht weichen." In seiner Rede blickte Auer zurück auf einen inspirierenden Seelsorger. "Wie viele von euch kommen Sonntag für Sonntag zur Kirche, weil Günter nicht nur vom Glauben sprach, sondern ihn authentisch lebte?", fragte Auer. Eckl sei bei seinem Unfall nicht in eine sinnlose Leere gefallen, sondern in die Hände Gottes. Unter Tränen sagte Auer an Günter Eckl gerichtet: "Bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand."

"Er war ein wirklicher Seelsorger"

Auch alle anderen Trauerredner blickten liebevoll auf das Leben Günter Eckls zurück. "Danken wir Gott, dass er uns diesen wertvollen Menschen geschenkt hat", sagte Hans Aigner, Vorsitzender des Garchinger Pfarrgemeinderats. Wolfgang Buchner, der für die Garchinger Vereine sprach, nannte Eckl einen "Freund und Kameraden. Wir Garchinger Vereine haben einen wichtigen Menschen aus unserer Mitte verloren." Franz Steinberger, der für die Vereine in Engelsberg das Wort ergriff, sagte, Eckl sei für die Vereine und Bürger ein sehr guter Freund geworden. "Lieber Günter, du lebst in unseren Herzen weiter. Ruhe in Frieden."

"Er war ein Pfarrer mit Leib und Seele", sagte Martin Lackner, Bürgermeister von Engelsberg. "Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen", zitierte Lackner Albert Schweizer und meinte, Eckl habe viele Spuren der Liebe hinterlassen. "Wir vermissen ihn schmerzlich. Wir werden ihn aber nie vergessen", sagte Garchings Bürgermeister Christian Mende. "Günter Eckl war uns allen ein wirklicher Seelsorger - indem er uns ein Freund war."

Nach dem Requiem machte sich ein Trauerzug auf den Weg durch den Ort. Anschließend wurde Günter Eckl beerdigt. Pfarrer Hans Huber, der die Beerdigung hielt, sagte, was seiner Meinung nach Günter Eckl der Trauergemeinde sagen würde: "Ich bin doch im Himmel. Ich bin doch in der Liebe Gottes."

Heute war ein sehr emotionaler Nachmittag. Hunderte von Trauernden nahmen Abschied von Pfarrer Günter Eckl. Der Herr...

Posted by Weihbischof Wolfgang Bischof on Donnerstag, 1. Oktober 2015

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