"Das Schulhaus brennt"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Rückwärts über die Drehleiter aus dem Fenster kraxeln oder angegurtet auf der Trage hinausgehieft werden - die Jugendwehler und JuZ-Besucher gaben als "Opfer" ihr Bestes, nahmen sogar Löschwasserduschen mit Humor.

Obing - Die Gunst der Stunde nutzte die Obinger Feuerwehr und probte mit sieben Wehren der Region in der zum Abriss stehenden alten Grundschule den Ernstfall.

Ein Schulhausbrand ist für die Betroffenen und auch die Einsatzkräfte das Schreckensszenario schlechthin. Denn neben der Brandbekämpfung können panische Reaktionen die zügige Rettung erschweren. Im Ernstfall muss dann jeder Handgriff sitzen, "deshalb sind realitätsnahe Übungen für die Feuerwehr auch so wichtig", sagt der Kommandant der Feuerwehr Obing, Klaus Thurner.

Gerne nutzte die Wehr die Gunst der Stunde, eine Gemeinschaftsübung an der alte Grundschule in Obing durchzuführen. Ehe das Gebäude abgerissen wird, bot es die geeignete Kulisse, um den Ernstfall so realitätsnah wie möglich, mit Echtfeuer und Wasser im Schlauch zu üben.

Mit der Alarmierung "Schulhausbrand mit 61 Vermissten" waren am Samstagnachmittag die Wehren aus Obing, Albertaich, Amerang, Trostberg, Rabenden, Kienberg, Schnaitsee und Seeon sowie die UG-ÖEL Traunstein ausgerückt, um ihr Rettungsnetzwerk rund um den Rathausplatz und die Schulstraße aufzubauen und den Ernstfall zu üben.

Dazu fanden sich auch viele Schaulustige ein, um an vorderster Front nichts zu verpassen. Selbst ein holländisches Wohnmobil bahnte sich seinen Weg durch die Einsatzwagen entlang der Schulstraße und viele Kinder waren begeistert, Feuerwehrler und Feuerwehrautos mal in Aktion zu sehen.

Neben der Brandbekämpfung wurden mit Dreh- und Steckleitern Rückzugswege geschaffen, um die Vermissten - allesamt Jungfeuerwehrler und JuZ-Besucher - aus dem Schulhaus zu retten. "Das war schon ein komisches Gefühl", erzählte die 17-jährige Sabrina, die liegend über das Fenster aus dem ersten Stock gerettet worden war. Obwohl sie festgegurtet gewesen sei, sei ihr in luftiger Höhe doch ein bisschen mulmig geworden. Ebenso wie dem 14-jährigen Dominik, der aus dem Fenster über eine Drehleiter ins Freie klettern musste. Eine kalte Dusche bekam die 17-jährige Katja ab. Sie war auf ihrer Trage festgeschnallt, als sich versehentlich ein kräftiger Wasserstrahl auf sie gerichtet hatte. Das sei schon "gscheid kalt" gewesen, berichtete das Mädchen im Nachhinein und nahm's mit Humor.

Insgesamt sei die Übung gut gelaufen, fanden die Verantwortlichen. Dennoch habe es auch einige Fehler und Hakeleien gegeben, die in einer Nachbesprechung gründlich aufgearbeitet würden und die so künftig sicher nicht mehr vorkämen.

Christa Auer (Wasserburger Zeitung)

Zurück zur Übersicht: Trostberg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser