"Traun-Alz"-Radweg

Garching: kritische Lücke im Radweg bald zu

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Entlang der B299 südlich von Garching laufen unter anderem der Mühlbach (links) und die Bahnlinie Mühldorf-Traunstein

Garching - Es ist ein kleiner Lückenschluss mit riesigen Folgen: Nach zähen, jahrelangen Grundstücksverhandlungen wird an der B299 Platz gemacht für einen Radweg.

Auf den ersten Blick werden die Dimensionen der Baustelle an der B299 im Brucker Holz südlich von Garching gar nicht richtig deutlich. Und doch gelingt mit dieser Maßnahme ein wichtiger und lange ersehnter Lückenschluss: Der "Traun-Alz"-Radweg wird dort künftig endlich nicht mehr unterbrochen.

Die Lücke ist nur 600 Meter lang, für die Radler ist sie allerdings ein großes Ärgernis, müssen sie doch bislang entweder einen Umweg in Kauf nehmen oder direkt auf der mit 8000 Fahrzeugen täglich stark frequentierten B299 fahren. Der Bau eines Radwegs war dort bislang unmöglich, zu eng ist es entlang der B299 an dieser Stelle. Im Westen begrenzen der Alzkanal, eine Gasleitung und die Bahnlinie Mühldorf-Traunstein die Bundesstraße, im Osten verläuft der Mühlbach. Alzkanal, Bahnlinie, Bundesstraße und Mühlbach liegen darüber hinaus auch noch unterschiedlich hoch, was Bauarbeiten weiter erschwert.

"Wir waren teilweise am Verzweifeln"

Für den geplanten Rad- und Fußweg ist nur Platz, weil die B299 ein wenig nach rechts versetzt wird (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Ein wenig Platz zwischen Bundesstraße und Mühlbach gibt es aber - und der kann jetzt endlich genutzt werden. Rund zehn Jahre beschäftigte sich das Staatliche Bauamt Traunstein mit dem Grunderwerb. Dieser sei "alles andere als einfach gewesen", sagte Sebald König, Leiter des Bauamts, am Montag beim Spatenstich für die Bauarbeiten an der B299. Noch deutlicher wurde der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer: "Wir waren teilweise schon fast am Verzweifeln, aber es war jetzt am Ende doch von Erfolg gekrönt." Sein Bundestagskollege Tobias Zech konstatierte, dass die Grundstücksverhandlungen "nicht vergnügenssteuerpflichtig" gewesen seien.

Martin Lackner, Bürgermeister der Gemeinde Engelsberg, dankte in seiner Ansprache den Grundstückseigentümern. Grund zur Verfügung zu stellen sei heutzutage nicht selbstverständlich. Für das Projekt mussten sogar zwei Gebäude abgerissen werden. Für ein Wohnhaus war bereits 2005 ein Ersatzneubau errichtet worden, 2015 schließlich konnte eine angrenzende Remise abgerissen werden.

"Baumaßnahme erhöht die Sicherheit"

Sebald König, Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein

Dass der Lückenschluss dringend nötig ist, steht für Lackner außer Frage. "Es ist eine ganz wichtige Baumaßnahme, die die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht", sagte der Bürgermeister, auch mit Blick auf die vielen Menschen, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Stephan Mayer nannte den Lückenschluss "aus sicherheitstechnischer Sicht wirklich unverzichtbar" - und Tobias Zech blickte gleich auf das nächste Wunschprojekt der Garchinger: "Wir warten seit Jahren auf die Umgehungsstraße", sagte Zech. Solange es diese nicht gebe, sei die Gemeinde in ihrer Gestaltungsmöglichkeit für den Ort eingeschränkt.

169 Bohrpfähle für die Stützmauer

Mit schwerem Gerät werden ab sofort die Bohrpfähle in die Erde gesetzt

Die Bau- und Grunderwerbskosten für den Lückenschluss belaufen sich auf 2,1 Millionen Euro, finanziert wird die Maßnahme vom Bund. Der Radweg entsteht zwischen B299 und Bahnlinie, dafür muss die Bundesstraße ein wenig nach Osten versetzt werden. Dafür ist wiederum eine 240 Meter lange Stützmauer nötig, die voraussichtlich bis Ende September errichtet sein wird. Das österreichische Bauunternehmen Teerag Asdag setzt in einem Abstand von eineinhalb Metern insgesamt 169 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern in die Erde. Insgesamt sind die Pfähle 11,5 Meter hoch, vier Meter sind oberirdisch sichtbar. Täglich möchte das Unternehmen fünf bis zehn Pfähle einsetzen.

Während der Bauarbeiten für die Stützmauer wird der Verkehr auf der B299 weiter fließen, allerdings zeitweilig nur einspurig (mit einer Ampelregelung). Für die späteren Erd- und Straßenbauarbeiten ist allerdings eine mindestens sechswöchige Vollsperrung nötig.

Bilder vom Spatenstich

Radweg: Spatenstich für den Lückenschluss

Quelle: innsalzach24.de

Zurück zur Übersicht: Garching

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser