"Notbremsung" endet mit Kompromiss

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Obing - Der Antrag der CSU, den Baubeginn des neuen Obinger Rathauses auf das kommende Frühjahr zu verschieben, fiel durch. Stattdessen wurde ein Kompromiss beschlossen.

Die Angebotseröffnung wurde auf den 15. Juni und der Baubeginn von Juli auf Ende August verlegt.

Die aktuelle Sachlage und der Stand der Planungen zum Rathausneubau versetzte die CSU-Fraktion im Gemeinderat nach der letzten Sitzung am 22. Mai in Sorge. Sie fürchtet, dass die Kosten für den Bau davongaloppieren und beantragte deshalb die Einberufung einer außerordentlichen nicht öffentlichen Gemeinderatssitzung, um nochmal über das weitere Vorgehen zu beraten. Als Begründung führte die Fraktion an, dass die Ausschreibungen spät erfolgten, die Leistungserstellung zu kurzfristig sei, die meisten Firmen - vor allem auch örtliche - volle Auftragsbücher hätten und sich dies auf die Preisgestaltung auswirke oder viele gleich gar nicht mitböten.

Deswegen bringe eine Verschiebung, laut Ansicht der Fraktion, Vorteile. Beispielsweise die Vermeidung von Kostenrisiken, die bessere Abstimmung bei Ausschreibungstexten und eine intensive Einbindung des Bauausschusses. Zudem ergäbe sich ein Zeitgewinn für Übergangslösungen. "Wir wollen uns am Ende nicht vorwerfen müssen, nicht verantwortungsvoll mit öffentlichen Geldern umgegangen zu sein und alles versucht zu haben, um das örtliche Gewerbe nach Möglichkeit mit einzubinden", brachte es Franziska Mayer auf den Punkt.

Nach Meinung von Franz Pürner von der CSU-Fraktion hätte eine Verschiebung des Baubeginns und eine Angebotsphase im Winter Einsparungen von rund 100000 Euro bringen können. Doch der Rest des Gemeinderats war anderer Ansicht und so wurde der Antrag mit 5:12 Stimmen abgelehnt.

Bürgermeister Hans Thurner sah in einer Verschiebung keine Einsparmöglichkeiten, da in der Regel nichts billiger werde und auch Architekt Eik Kammerl wollte sich auf keine Spekulationen über eine mögliche Kostenentwicklung einlassen. Der stellvertretende Bürgermeister Sepp Huber meinte, mögliche Einsparungen bei den Baumeisterarbeiten würden dann mit den Kosten für Elektro, Heizung und Sanitär sicher wieder aufgehoben.

Ähnlich sahen es Andreas Voderhuber (Bürgerliste) und Thomas Breu (PAO). Voderhuber sagte, dass die Planungen zu lange dauerten und die Ausschreibungen zu spät rausgegangen seien, doch eine Verschiebung brächte wohl keine spürbaren Einsparungen.

Nach eingehenden Beratungen erreichte das Gremium einen Kompromiss, der von allen Fraktionen mitgetragen wurde. Nach übereinstimmender Meinung wurde das Zeitfenster verschoben und damit den Firmen mehr Vorlauf eingeräumt.

Der Abbruch der alten Grundschule soll zwischen dem 9. Juli und dem 24. August erfolgen. Allein über die Räumung des JuZ gibt es von offizieller Seite her unterschiedliche Terminvorstellungen. Laut Thurner müssen die Jugendlichen bis spätestens Anfang August ihre Räume aufgeben. Geschäftsleiter Ludwig Mörner informierte den Leiter des JuZ darüber, dass bis Mitte Juli geräumt werden müsse und laut Pürner sei in der außerordentlichen Sitzung beschlossen worden, dass bis zum 6. Juli geräumt werden müsse.

ca/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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