Anwohner beschweren sich

Was tun gegen diesen Abkürzer durchs Wohngebiet?

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Die Beschilderung wäre eigentlich klar und deutlich: Lkw verboten, Verkehrsführung nach Süden über die B304.

Obing - Wer durch Obing nach Süden Richtung Chiemsee will, muss den Ort über ein Eck umfahren - oder schleicht sich durch die vermeintlich kürzere Seeoner Straße. Ein Anwohner spricht von "Verkehrsterror".

"An schönen Tagen fahren durch die Seeoner Straße teilweise bis zu 5000 Autos und stehen von 15.30 Uhr bis 20.30 Uhr Auto an Auto. Die Anwohner müssen sich an schönen Tagen entscheiden ob Abgase oder Kaffeeduft!" Über das Meldeportal "Pinweis" richtete sich ein Anwohner der Seeoner Straße an die Redaktion. Es muss schon ein Ärgernis sein: Immer wieder wird die Straße wohl als vermeintlicher Abkürzer in Richtung Seeon und Seebruck genommen.

Ein Blick auf die Karte lässt das Problem erahnen.

Start Obing, Ziel Seeon: Zeit spart man sich laut "Google Maps" über die Seeoner Straße nicht unbedingt

Die Gemeinde weiß davon - das beweist schon die Beschilderung: Lkw über 3,5 Tonnen dürfen nicht durch und die Verkehrsleitung nach Seeon und Seebruck folgt klar über die B304. Ob es nur alte Gewohnheiten sind, dass viele über die Seeoner Straße fahren? Früher war sie Staatsstraße, bis dann die Umfahrung gebaut wurde, die östlich an Obing vorbeiführt.

Heißt kürzer auch schneller?

"Wir haben extra große Wegweiser aufgestellt. Aber viele fahren nicht außenrum, weil der Weg vielleicht ein bisschen kürzer ist", so Geschäftsleiter Ludwig Mörner im Gespräch mit chiemgau24.de. Kürzer ist es über die Seeoner Straße tatsächlich, knapp einen Kilometer Weg spart man sich - ob man aber auch schneller ist, darf bezweifelt werden. Ein weiteres Problem: Viele ältere Navigationsgeräte locken den Autofahrer tatsächlich noch über die Seeoner Straße. Doch auch bei den Software-Herstellern klopfte die Gemeinde an und drängte auf die Änderung.

Für die Polizei "kein Unfallschwerpunkt"

Und die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h? "An die 30er-Zone hält sich sowieso kein Auto", heißt es dagegen von unserem Leser. Schon oft habe die Gemeinde die Polizei gebeten, dort zu kontrollieren. Auch die Schule befindet sich in der Seeoner Straße - und tatsächlich erwischt man immer wieder Verkehrssünder: "Aber es ist kein Unfallschwerpunkt, daher kontrolliert die Polizei nicht öfters", so Mörner.

Das "Problem Seeoner Straße" von Süden kommend nach Obing hinein

Appelle an Autofahrer und Polizei, eine unmissverständliche Beschilderung, eine Änderung der Navigationsgeräte - reichen all die Bemühungen der Gemeinde nicht? "Die Anwohner werden mit dem Problem seit Jahren alleine gelassen", meint dagegen der Anwohner aus der Seeoner Straße. Tatsächlich gibt es im Gemeinderat darüber hinaus auch noch Überlegungen, die Straße rückzubauen und mit einem Rad- und Gehweg zu versehen - wenn das Geld dafür bereitgestellt wird. Derweil muss sie bei den Ortskundigen als vermeintlicher Abkürzer aus den Köpfen hinaus.

xe

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