Gegen die Altstadt-Verödung: "Optik Girr & Steger"

Sie halten die Fahne des Fachhandels hoch

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Alexander Brummeisl und Gerald Hörterer, die Geschäftsführer von "Optik Girr & Steger"

Trostberg - Die historische Hauptstraße hat mit dem Ladenleerstand zu kämpfen: Doch einige Fachhändler halten mit Weitsicht und Spezialisierung wacker dagegen - das Beispiel "Optik Girr & Steger".

Ältere Inhaber, die keinen Nachfolger finden, hohe Pachten, sanierungsbedürftige Häuser - die Gründe sind vielfältig, dass in der Trostberger Hauptstraße eine Reihe an Läden leer steht. Doch es geht auch anders: Etablierte Fachgeschäfte mit Expertenwissen und hochwertigen Produkten findet man eben nicht auf der "grünen Wiese". Der Optiker "Girr & Steger" liefert dafür ein anschauliches Beispiel.

Über 12.000 Optikerbetriebe gibt es in Deutschland, aber nur rund 300 sind so spezialisiert wie der Fachoptiker in der Hauptstraße: Als einer dieser Wenigen arbeitet "Girr & Steger" beispielsweise mit moderner Wellenfront-Technologie, um Abbildungs- und Brechungsfehler im Auge zu messen und zu behandeln. Bis auf 0,01 Dioptrien genau kann so die Sehschwäche festgestellt werden.

Fotos: Die Fachmänner von "Optik Girr & Steger"

Auch auf die sogenannte Optometrie hat sich "Girr & Steger" spezialisiert, um Sehfehler abseits gewöhnlicher Sehschwächen im Dioptrienbereich ausfindig zu machen: "Bei normalen Augenprüfungen werden bestimmte Sehfehler nämlich gar nicht erkannt", weiß Geschäftsführer Alexander Brummeisl, staatlich geprüfter Augenoptiker. "Damit sind wir im weiten Umkreis die Einzigen. Kunden kommen bis aus Prien, Landshut oder Teisendorf zu uns", so Brummeisl.

"Es tun sich immer wieder Nischen auf"

Genau solche Fachgeschäfte brauche es, um das Leben in den historischen Altstädten zu erhalten: "Durch Internet und Großhandel verändert sich die Welt. Das sind Fakten. Aber es tun sich eben auch immer wieder Nischen auf", so der Geschäftsführer von "Girr & Steger". Als Beispiel nennt Brummeisl regionale Kaffeeröster oder die vielen Schreiner: "Wer einen anständigen Schrank will und es sich leisten kann, der wird dafür auch Geld ausgeben. Wenn man etwas Spezielles will oder ein Problem hat, das gelöst gehört, dann wird man auch verstehen, dass Leistung etwas kostet", so Brummeisl. Diese Lücken könne der Fachhandel gut füllen.

Daher sieht man bei "Girr & Steger" auch nicht unbedingt schwarz für die Geschäfte in der Innenstadt: "Für uns gibt es keine Veranlassung aus Trostberg wegzugehen." Die Stadt bemühe sich ohnehin schon um die Trostberger Altstadt, meint Brummeisl: "Mittags zwei Stunden gratis zu parken und ansonsten eine Stunde - kein Ort ist da so großzügig wie Trostberg." Auch darüber hinaus mache man sich in der Verwaltung viele Gedanken um den Branchenmix in der Altstadt: "Aber was will man machen, wenn Hausbesitzer ihre Ladenräume nicht günstiger vermieten oder sagen ,Das ist mir egal?'"

"An einem Strang ziehen"

Einkaufskärtchen, die in der ganzen Stadt gelten oder auch mal Artikel anderer Geschäfte im eigenen Schaufenster - das wären Ideen, wie die Innenstadt-Geschäfte zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen könnten, meint Alexander Brummeisl. Mit dem Altstadtfest, Flohmärkten oder dem Weinfest hätte Trostberg seine Attraktivität längst bewiesen: "Und wenn die Eisdiele geöffnet hat, sieht man, was hier los ist in der Stadt."

Ein etablierter Name, guter Service, hochwertige Produkte und Fachwissen - das ist es, was den kleinen Einzelhandel auszeichnen kann. Geschäfte wie "Optik Girr & Steger" in Trostbergs Hauptstraße sorgen dafür, dass man Qualität auch nach wie vor in den Innenstädten bekommt.

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