Trostberger Muslime zu Pariser Anschlägen:

"Die Hirngewaschenen bringen uns in Verruf"

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Trostberg - Der Schock nach den Anschlägen in Paris sitzt auch bei den Chiemgauer Muslimen tief: "Hirngewaschen" werden die Attentäter von der "Türkisch-Islamischen Gemeinde" genannt.

Yilmaz Gökduman spricht mit geknickter Stimme: "Auch für uns ist das extrem schlimm", so der Sekretär der "Türkisch-Islamischen Gemeinde" in Trostberg. Attentate wie diese würden den Glauben und den Islam in Verruf bringen und dazu einladen, "alle Muslime über einen Kamm zu scheren". Gökduman stellt klar: "Unser Glaube verbietet, dass man sich selber oder andere tötet." Außerdem betont er, dass der IS auch muslimische Länder terrorisiert, wie unter anderem der Anschlag in Ankara im Oktober beweise, und keinen Unterschied zwischen den Religionen macht.

110 aktive Mitglieder hat die Gemeinde mit Sitz in Trostberg. Solche "Hirngewaschenen", wie Gökduman die Attentäter von Paris nennt, gebe es dort nicht: "Ich habe keinen kennengelernt, der so extrem denkt. Wir sind eine liberale und weltoffene Gemeinde - gegenüber Christen oder Juden genauso wie gegenüber Atheisten."

Mehr Andrang in der Moschee durch Einwanderer

Was glaubt er, sind ähnliche Anschläge auch in unserer Region möglich? "Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Aber leider kann irgendein Verrückter wohl immer mit so einer Aktion durchkommen", so Yilmaz Gökduman im Gespräch mit chiemgau24.de.

Er stellt fest, dass seit der Einreise vieler Flüchtlinge die Zahl derer zunimmt, die zu den Gebeten in die Trostberger Moschee kommen. Eine Gefahr für die Sicherheit, wie die Politik teils befürchtet? Früher waren es meistens um die 40 Gläubigen in Trostberg, heute an bestimmten Feiertagen auch schon mal 70 Muslime - Gökduman traut sich aber kein Urteil über das Glaubensbild der Flüchtlinge zu: "Ob die andere Vorstellungen über den Islam haben, da bin auch ich überfragt."

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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